Hanfprotein schlägt Soja

Hanfprotein: Hanf-Produkte können nicht nur medizinisch segensreich wirken, sie können auch in der Küche dafür sorgen, dass wir uns gesünder ernähren: Die Produkte aus der Cannabis-Pflanze enthalten wertvolle Proteine.

Der Mensch besteht zu 25 Prozent aus Proteinen. Die Hanfpflanze auch. Unser Körper braucht täglich frische Proteine als Bausteine für die Muskeln, für die roten Blutkörperchen, für Antikörper und noch vieles mehr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deswegen für Erwachsene eine tägliche Eiweißzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilo Körpergewicht. Das macht bei einem Referenzkörper zwischen 57 und 67 Gramm Proteine pro Tag.

Protein Cannabis

Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß

„Wie ernähren uns gesünder, wenn wir Hanf-Produkte auf den Speiseplan setzen“, sagt Moritz Kölsch, der mit seiner Firma JCASE Hanf-Produkte vertreibt: Hanf-Samen, Hanfprotein (Hanf-Mehl) und -Öl. „Hanf-Samen und das daraus gewonnene Mehl und Öl enthalten viel hochwertiges Eiweiß.“

Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß. Proteine sind nicht alle gleich. Entscheidend für die Qualität ist erst einmal das Profil der in ihnen enthaltenen Aminosäuren. Von denen gibt’s die essenzielen und die entbehrlichen. Zehn essenzielle Aminosäuren brauchen wir, können sie aber nicht intern produzieren. Wir müssen sie mit der Nahrung aufnehmen.

Aminosäuren im Hanf

Hanfprotein, alle essenziellen Aminosäuren

„Hanf enthält nicht nur alle essenziellen Aminosäuren, sondern auch die Balance zwischen diesen Säuren ist exzellent“, erklärt Moritz Kölsch. „Außerdem enthalten Hanf-Produkte viel Magnesium, Eisen sowie wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.“

Die vielgerühmten Soya-Bohnen bestehen sogar zu 35 Prozent aus Proteinen, aber sie enthalten auch Trypsininhibitoren. Das sind Stoffe, die ein Enzym blockieren, das eigentlich dafür sorgen soll, dass die Proteine gut verdaut werden. Einen Protein-Blocker, um es einfach auszudrücken. Das macht Hanf-Produkte so viel wertvoller als Soja-Produkte.

Hanf-Öl ist sehr hitzeempfindlich

Rohstoff für Mehl und Öl sind die Samen der Cannabis-Pflanze. „Für das Mehl werden sie in speziellen Mühlen sehr fein gemahlen“, sagt Moritz Kölsch. „Um Hanföl zu gewinnen, muss die Saat zunächst geschält werden. Aus dem Samenkern wird ähnlich wie bei anderen Speiseölen dann das Öl gepresst. Hier ist es aber besonders wichtig, dass das bei Temperaturen unter 40 Grad Celsius passiert, denn Hanf-Öl ist sehr hitzeempfindlich.“

Zum Braten taugt das Hanföl deswegen nicht, weil die wertvollen Inhaltsstoffe bei Temperaturen über 165 Grad verloren gehen. Aber Hanföl ist mit seinem nussigen Geschmack ein hervorragendes Dressing-Öl. Es gibt auch geschälte Hanfsamen, die passen gut zu Müsli, Salat, Smoothie, Frühstücks-Brot, Joghurt oder Porridge. Das Mehl kann als eiweißreiche und glutenfreie Alternative zu Weizenmehl auch beim Brotbacken zum Einsatz kommen.

Hanf-Produkte sind THC-frei

Angst vor einem Drogenrausch braucht niemand zu haben, denn erstens werden nur spezielle Hanfsorten verarbeitet, die praktisch THC-frei sind, und zweitens werden die Samen, nicht die weibliche Blüte verarbeitet. Das THC sitzt in normalen Marihuana-Pflanzen hauptsächlich in den Blüten. Hanfprotein ist also ganz ohne THC zu haben.

„Wichtig ist aber auch, dass die Hanf-Produkte keinen anderen Dreck enthalten“, betont Moritz Kölsch. „Bei Hanf-Samen, die unter möglicherweise fragwürdigen Bedingungen irgendwo in Asien gezogen wurden, sollte man vorsichtig sein. Wir vertreiben deswegen ausschließlich Produkte von Hanf-Pflanzen, die regional gewachsen sind, Hanfprotein aus Deutschland. Das bringt nebenbei auch eine bessere Klimabilanz.

Wenn Sie mehr über Cannabis erfahren möchten, lesen Sie unseren Medizinratgeber Cannabis. Oder besuchen Sie den Hanf-Shop von Jcase, wo Sie neben Nahrungsprodukten auch Utensilien finden.

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Future Food: Quallen-Burger gefällig?

Die Erde kann die Welt nicht mehr ernähren. 522 Mio. Menschen leiden weltweit an schwerstem Hunger. Das sind 84,5 Mio. mehr als Ende 2019 (Quelle: Oxfam, Stand Juni 2021). Future Food ist der Versuch, künstlich oder mit Naturprodukten neue Nahrungsmittel für die Erdbevölkerung zu entwickeln. Quallen könnten eine Option sein.

„Trockenmasse hat ein interessantes Nährwertprofil!“

Holger Kühnhold ist Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen. Sein Spezialgebiet: Quallen auf dem Esstisch. Im Meeresfrüchte-verrückten Asien gelten diese Wesen mit dem kleinstmöglichen Sympathiefaktor schon seit Jahren als Delikatesse.

„Zwar bestehen Quallen zu rund 97 Prozent aus Wasser“, sagt der Meeresbiologe, „ihre Trockenmasse aber hat ein interessantes Nährwertprofil, das dem anderer Meeresfrüchte gleicht.“ Sie sind gesund, kalorienarm, cholesterin- und fettfrei, liefern Proteine und Spurenelemente wie Natrium, Calcium, Kalium und Magnesium.“

„Quallen erinnern mich an Austern“, sagt der italienische Meeresbiologe Silvio Greco in einem Interview mit der BBC: „Ich liebe Meeresfrüchte. Jetzt muss der Mensch zum Jäger der Quallen werden.“

Der vielleicht größte Vorteil der Quallen: Es gibt sehr, sehr viele von ihnen. Und noch besser: Die wegen des Klimawandels voranschreitende Meereserwärmung reduziert ihre natürlichen Feinde. Es kommt zu einer Quallen-Überpopulation. Die könnten wir in Form von z. B. Quallen-Burger oder Quallen-Terrine an frischem Algen-Salat wegfuttern.

Quallensalat

Spiegeleiqualle: Fischfutter und Plankton bis zur Geschlechtsreife

Erstes Problem: Die Dinger sind nicht so einfach zu fangen, weil sie leicht durch die Netze flutschen. Züchten ist einfacher. In Becken mit lauwarmem Wasser gedeiht z. B. die Spiegeleiqualle prächtig. Sie hat von Natur aus nur ein schwaches Gift und ist genügsam. Bis zur Geschlechtsreife bekommen die Polypen dann Fischfutter oder Plankton.

Anschließend geht’s in die Schockfrostung. Angenehmer Nebeneffekt: dadurch werden sie entgiftet. Sind die Tentakel erst einmal weg, ist die Qualle küchenfertig für Pfanne oder Salat.

Quallen haben weder Herz noch Hirn

Quallen haben noch mehr Vorteile: Sie haben weder Herz noch Hirn oder sonstige ungenießbaren Organe. Krankheitserreger spielen deswegen keine Rolle.

Nicht nur Wissenschaftler wie Holger Kühnhold und Silvio Greco interessieren sich deswegen für den nachwachsenden Food-Rohstoff. Auch Köche probieren sich weltweit an neuen Rezepten und versuchen, sie auf dem Speiseplan zu integrieren. Serviert z. B. mit anderen Meeresfrüchten oder Geflügel.

Profitieren werden davon kaum die Menschen, die schwersten Hunger leiden. Aber es sind erste Schritte bei der Etablierung eines massenkompatiblen Future Foods.

Bild 1: ©iStock / adamkaz; Bild 2: ©iStock / c_yung

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