Ärztinnen verdienen weniger als
die männlichen Kollegen

Mehr als die Hälfte aller Ärzte sind unzufrieden mit ihrem Einkommen. Was auf dem Gehaltszettel steht, ist in Deutschland noch immer ein Tabu-Thema. Dabei ist es wichtig zu wissen, was die Kollegen verdienen, um den eigenen Marktwert einschätzen zu können. Nur so kann es gelingen, gehaltlich das Optimum rauszuholen. Laut Medscape Gehaltsreport 2021 gibt es auch bei Medizinern große Gehaltsunterschiede – doch die Umfrage hat einen kleinen Haken.

Über die Hälfte finden ihre Bezahlung unfair

Über 57 Prozent der Befragten verschafft es die größte Zufriedenheit im Job, dass sie gut darin sind, Diagnosen und Lösungen zu finden. Die gute Tat an sich und viel Gehalt stehen laut Gehaltsreport weit unten auf der Prioritätenliste. Dennoch verneinen 57 Prozent die Frage, ob sie sich fair bezahlt fühlen.

Gehaltliche Diskrepanzen je nach Arbeitsort und Alter

Laut Gehaltsreport lag 2020 das ärztliche Jahresgehalt durchschnittlich bei 150.000 Euro. „Nur an dieser Durchschnittssumme sollte sich die Gehaltsfindung von Ärzten aber nicht orientieren“, betont Matthias Draschka, Experte im Bereich Medical Headhunting und Gehaltsfragen. „Entscheidend ist doch für den einzelnen Arzt das Gehalt, das er aufgrund seiner Fachgruppe, Berufserfahrung, Einsatzbereitschaft etc. in seiner Region realisieren kann. Und dann ist sicher noch entscheidend, ob er in eine große Klinik oder eine kleine persönliche Praxis möchte.“

Gerade beim Thema Klinik oder Praxis unterscheiden sich Zufriedenheit und Verdienst laut Medscape Gehaltsreport: Mediziner in Praxen sind trotz eines Jahresgehalts von 169.000 Euro unzufriedener als die Kollegen in Kliniken. Wobei ein Klinikarzt mit 141.000 Euro laut Bericht unterdurchschnittlich verdient.
Bei jungen Ärzten unter 45 Jahren ist die Unzufriedenheit mit 71 Prozent am größten. Laut Umfrage liegen sie mit 102.000 Euro pro Jahr auch deutlich unter dem ermittelten Durchschnittswert. Die Altersgruppe Ü45 ist mit 160.000 Euro deutlich besser aufgestellt. Infolge des deutlichen Gehaltssprungs sinkt die Unzufriedenheit auf 55 Prozent.

Gender Pay Gap und Pandemie-Auswirkungen auch im Medizin-Bereich

Während 45 Prozent der Männer die eigene Bezahlung als fair einstufen, sagen das nur 35 Prozent der Frauen. Die Zahlen scheinen zu bestätigen, dass Ärztinnen für gleiche Leistung weniger Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen. Männer verdienen durchschnittlich 161.000 Euro pro Jahr, Frauen nur 114.000 Euro. Hier besteht nach den altersbedingten Gehaltunterschieden die größte Diskrepanz.

Als Gründe für Einkommenseinbußen im Pandemie-Jahr 2020 nennen zwar 89 Prozent die COVID19-Pandemie, aber knapp die Hälfte gibt an, gleich viel zu verdienen wie vor der Pandemie. Bei 17 Prozent ist das Gehalt sogar angestiegen; bei 35 Prozent gefallen. Davon verzeichneten 9 Prozent sogar mehr als ein Viertel Gehaltseinbußen.

Die Schwächen des Medscape Gehaltsreports

An der Umfrage haben 707 Ärzte teilgenommen, die Hälfte davon arbeitet im Krankenhaus.
„Der Gehaltsreport geht aber leider nicht auf regionale Unterschiede ein, auf Fachgruppen ebenfalls nicht. Damit sind die 150.000 Euro im Schnitt zwar eine schöne reißerische Zahl, helfen dem einzelnen Arzt aber bei seiner Gehaltsfindung exakt 0,0“, erklärt Draschka.

Ein passendes Gesamtpaket ist gefragt

Eine realistische Gehaltsspanne lässt sich nicht über Umfragen herausfinden. Hierzu braucht es regionales Wissen und Branchenkenntnis. „Außerdem schadet es nicht, den ein oder anderen Arzt persönlich zu kennen. Manche zahlen irrsinnige Gehälter und finden trotzdem nur schwer Personal, weil es in der Praxis einfach nicht nett zugeht“, ergänzt Draschka.

Auch im Medizin-Bereich gilt: Nicht von einer stattlichen Summe blenden lassen, sondern das Gesamtpaket im Blick behalten. Individuelle Bedürfnisse brauchen individuelle Lösungen. Das bestätigt Matthias Draschka: „Als Assistenzarzt in eine coole Praxis zu kommen und später dort Partner zu werden, ist auch eine Option. Wer auf maximales Gehalt aus ist, wird aber auch seinen Platz finden.“

Medical Headhunter die Arbeit machen lassen

Genau bei diesem „seinen Platz finden“ können Medical Headhunter unterstützen. Diese suchen nämlich nicht nur geeignete Kandidaten für offene Stellen, sondern auch passende Jobangebote für interessierte Mediziner. Praktisch: Der Arzt muss sich nicht selbst bemühen und Stellenanzeigen vergleichen. Medizinisches Personal ist dringend gesucht, was eine wunderbare Verhandlungsposition ermöglicht. Der Headhunter kennt – dank Spezialisierung auf den Medizin-Bereich – die Branche sowie die Gehaltsstrukturen, verfügt über Vitamin B und langjährige Erfahrung. Daher unterstützen Sie zum Beispiel die mediorbis-Experten für Medical Headhunting gerne dabei, eine neue Stelle zu finden – passend zu Ihren individuellen Erwartungen und mit fairem Gehalt!

Bild 1: ©iStock / hidesy, Bild 2: ©iStock / cnythzl

Klein, aber mein, oder Karriere in der Klinik?

Den Sprung in die Selbstständigkeit wagen oder lieber die Vorteile eines Angestellten-Verhältnisses genießen.

mediorbis hat darüber mit Fabian Engelhardt gesprochen. Engelhardt ist als Ärzteberater für die Beratungsgemeinschaft für Ärzte und Zahnärzte GmbH (BAZ) tätig. Als Mitglied im Bundesverband Freier Sachverständiger e.V. wird er täglich mit der Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen konfrontiert.

Neugründung oder Praxisübernahme?

Wie kommt es, dass so viele Ärzte den Sprung in die Selbstständigkeit scheuen und ein Angestelltenverhältnis vorziehen?

Ärzte werden im Grunde nie mit der Selbstständigkeit konfrontiert, weder während des Studiums noch danach als Assistenzarzt. Niemand erklärt Ihnen, was es heißt, selbstständig zu sein. Sie müssen sich dieses Wissen selbst aneignen. Daraus ist damals auch die Geschäftsidee der BAZ entstanden.

Zudem findet die Ausbildung vorrangig in Kliniken oder mit Kliniken statt. So lernen die Ärzte zunächst nur diese Strukturen kennen.

Ein weiterer Umstand ist dem demographischen Wandel und der „Verweiblichung in der Medizin“ geschuldet. Es gibt nicht nur im Allgemeinen immer weniger Medizinstudenten. Mittlerweile sind fast zwei Drittel der Studienanfänger weiblich. Das ist natürlich nicht schlimm, aber damit ändern sich die Rahmenbedingungen. Im Angestelltenverhältnis ist es für Frauen einfacher, für eine gewisse Zeit in Teilzeit zu gehen. Der ausschlaggebende Punkt ist hierbei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Arzthelferin empfängt Patienten

Mit Glück ist die neue Praxis schon am ersten Tag voll

Können Sie jeweils ein paar Vor- und Nachteile für die Neugründung oder Praxisübernahme nennen?

Beginnen wir mit der Neugründung: Der Vorteil liegt hier vor allem bei der freien Wahl und Gestaltung der Räumlichkeiten, vorausgesetzt der Sitz ist bei der KV verfügbar. Ein bedeutender Nachteil ist aber, dass die Einnahmen anfangs nicht sicher sind. Denn der Patientenstamm muss im Gegensatz zur Praxisübernahme erst aufgebaut werden. Dafür muss einiges ins Praxismarketing investiert werden. Aber dafür gibt es ja mediorbis.

Gibt es in einem Planungsbereich hingegen einen Mangel innerhalb einer bestimmten Fachrichtung, sieht die Welt gleich anders aus. Dann kann es Ihnen als Arzt passieren, dass Ihre Patienten schon am ersten Tag vor der Tür Schlange stehen. Das ist zum Beispiel einer meiner Mandantinnen als Kinderärztin im wunderschönen Sachsen passiert. In diesem Fall sprach es sich schon Monate vor der Eröffnung herum, sodass keinerlei Marketing nötig war, um Patienten zu gewinnen. Das ist aber eher die Ausnahme.

In der Regel überwiegen die Vorteile bei einer Praxisübernahme, da die Patienten und das Personal mit übernommen werden, d. h. ab dem ersten Tag werden Einnahmen generiert. Hier muss man anfangs eventuell die in die Jahre gekommene Praxiseinrichtung und -ausstattung in Kauf nehmen. Aber diese lässt sich mithilfe einiger Investitionen im Nachhinein erneuern. Ist der Sitz bei der KV gerade gesperrt, müssen noch Kosten eingeplant werden, um diesen vom Vorgänger abzukaufen.

Personen geben sich die Hand nach Geschäftsabschluss

Kein Kauf ohne Sachverständigen-Gutachten

Was sollten Ärzte bei der Übernahme einer Praxis beachten?

Grundsätzlich empfehlen wir, diesen Schritt niemals ohne einen Sachverständigen und Rechtsanwalt zu tätigen.

Bei den Praxisräumlichkeiten gibt es Auflagen der Gewerbeaufsicht zu beachten. Daher sollte bei der ersten Begehung ein professioneller Praxiseinrichter mitgenommen werden.

Um sicherzugehen, dass der angegebene Verkaufspreis auch dem Wert der Praxis entspricht, sollte ein Sachverständiger hinzugezogen werden, der eine Praxisbewertung durchführt.

Geht es an die Finanzierung, findet ein unabhängiger Berater am Ende eine Bank, die meist bessere Konditionen als die eigene Hausbank anbietet.

Genauso verhält es sich mit dem Abschluss des Kaufvertrags. Dieser sollte nicht ohne Anwalt unterschrieben werden. Insbesondere die Haftungsklauseln kann ein Anwalt genau prüfen.

Darüber hinaus sollte das gesamte Praxispersonal so früh wie möglich über die Veränderungen informiert und eingebunden werden, damit es sich auch nach der Übernahme unter der neuen Praxisleitung wohl fühlt.

Kostenlose Praxisbörsen helfen bei der Suche

Wo finden angehende Ärzte Praxen, die Nachfolger suchen?

Eine Praxisbörse finden sie z. B. auf der Website unserer Beratungsgemeinschaft, der BAZ-Finanzen. Und natürlich auf der Website von mediorbis. Auch auf den Seiten der Kassen-(zahn-)ärztlichen Vereinigungen in den jeweiligen Bundesländern gibt es Praxisbörsen.

Wird etwas unternommen, um die Selbständigkeit für Ärzte attraktiver zu machen?

Dass dieses spezielle Wissen fehlt und nicht aktiv gefördert wird, hat man mittlerweile gemerkt. Daher wird beispielsweise durch Förderprogramme versucht, angehende Ärzte für den ambulanten Bereich zu motivieren. So möchte man unter anderem die Landarztquote steigern. Mittlerweile hat fast jede KV ein eigenes Förderprogramm. Hier wurde die letzten Jahre ganz klar versäumt zu handeln.

Sie sind auf der Suche nach einer Praxis? Besuchen Sie die Praxisbörse von mediorbis.

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Ein Alptraum: Bohren ohne Stuhl-Assistenz

Es ist eine alarmierende Zahl: Mehr als jede dritte Auszubildende zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) bricht die Lehre vorzeitig ab. Entweder, um sie in einer anderen Praxis fortzusetzen oder gar, um den Beruf zu wechseln. In beiden Fällen wirft das kein gutes Licht auf den bisherigen Ausbilder – und es könnte für die Zukunft der Branche dramatische Folgen haben.

Platz 3 im Beliebtheits-Ranking junger Frauen

Im Beliebts-Ranking junger Frauen rangiert die zahnmedizinische Assistenz noch immer auf einem Top-Platz. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lag sie 2020 auf Rang 3. Beliebter sind nur kaufmännische Berufe und medizinische Fachangestellte. Kein Grund zur Sorge, möchte man meinen, aber das ist zu kurz gedacht.

Im vergangenen Jahr wurden knapp zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge mit Zahnarzt-Praxen geschlossen als noch im Vorjahr. Die Bundeszahnärztekammer und der Verband medizinischer Fachberufe raten Zahnärzten deshalb, mehr ZFA-Ausbildungsplätze anzubieten und möglichst viele Jugendliche für den Beruf zu begeistern. Denn wenn der Trend anhält, ist es nur eine Frage der Zeit, bis qualifizierte Stuhl-Assistenzen auf dem Arbeitsmarkt schwer zu finden sind.

Knapp jede 6. Stelle kann nicht besetzt werden

Knapp jede 6. Stelle kann nicht besetzt werden

Laut Sylvia Gabel vom Verband medizinischer Fachberufe kann schon jetzt nicht jede freie Stelle besetzt werden:

„Rein theoretisch standen im Juni für 100 bei der Arbeitsagentur gemeldete freie Stellen nur 86 arbeitslose ZFA zur Verfügung“. Fast jede sechste Stelle kann also nicht besetzt werden.

Das bedeutet für betroffene Praxen, das bestehende Team muss permanent Überstunden machen, Expansionspläne können nicht verwirklicht werden. Ein Teufelskreis. Denn Überstunden führen wiederum zu mehr Unlust am Job. Erst recht, wenn sie finanziell nicht honoriert, sondern einfach eingefordert werden. In Ballungsgebieten wie Hamburg und München klagen viele Zahnärzte schon heute, dass kaum noch qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen sind.

Das Team muss stärker in den Mittelpunkt rücken

Ärzteberater Sebastian Hütter rät Praxisinhabern deswegen zu einer kritischen Analyse. Lässt sich die Arbeitssituation für Auszubildende und Fachkräfte optimieren? „Das Team“, so Hütter, „muss stärker als bisher in den Mittelpunkt rücken. Das bedeutet nicht zuletzt, allen Angestellten ein gesundes Verhältnis von Arbeit und Privatleben zu ermöglichen. Wenn junge Zahnmedizinische Fachangestellte immer wieder viele Überstunden machen, verlieren sie irgendwann die Lust am Job.“

Auf der anderen Seite muss ihre Arbeit aber stets auch Herausforderungen und Weiterbildungsmöglichleiten bieten. Zahnärzte sollten ihren Teammitgliedern oft einfach nur mehr zutrauen. Dafür eignen sich auch Sonderaufgaben, wie etwa im Qualitätsmanagement.  

Fitnessstudio Gutschein zur Motivation der ZFA

Boni und Gutscheine erhöhen die Motivation

Eine kritische Analyse der eigenen Praxissituation hält auch Ärzteberater Mario Ammer für unabdingbar. Er sieht Unzufriedenheit über die Bezahlung und mangelnde Tarifbindung als eine weitere mögliche Ursache für Fachkräftemangel bei den ZFA.

Gehaltserhöhungen sind aus Sicht von Mario Ammer trotzdem keineswegs immer der Gold-Standard: „Bei jeder Gehaltserhöhung zahlen Zahnärzte zusätzlich hohe Lohnnebenkosten. Und für die Angestellten bleibt zugleich oft relativ wenig Netto vom Brutto“. Lohnersatzleistungen wie Benzin- oder Essensgutscheine, Dienstfahrräder, Zuschüsse für private Internetanschlüsse oder Kinderbetreuung sind aus seiner Sicht häufig die bessere Variante. Viele Angestellte empfinden solche Boni als ebenso attraktiv. Steuerlich sind sie ohnehin für beide Seiten günstiger.

Mehr Ausbildungsplätze, bessere Work-Life-Balance, attraktive Lohnersatzleistungen: Alle Einzelmaßnahmen haben ihren Wert. Am Ende gewinnt dann jedoch vielleicht doch der optimale Mix. Wie der in einzelnen Praxen aussehen kann, muss jeder Zahnarzt individuell herausfinden, um als Arbeitgeber zu überzeugen. Er kann sich dabei aber von Fachkräften wie Steuerberatern und Experten für Teambildung unterstützen lassen. Darüber hinaus helfen ihm Headhunter bei der Suche nach guten ZFA. Gemeinsam ist man oftmals stärker.

Vielleicht möchten Sie in unserer kostenfreien Jobbörse einen Job inserieren oder als ZFA die Stellen durchforsten?

Employer Branding: Krieg um Mediziner

War for Talents“: Längst auch in der Medizin. Wer Top-Kräfte will, muss was bieten.

Der Nachwuchs fehlt, die Fluktuation ist hoch und überdurchschnittlich viele Mediziner stehen vor dem Ruhestand. Es wird für Kliniken, Ärztehäuser und niedergelassene Mediziner zunehmend schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Employer Branding, auf Deutsch etwas sperrig Arbeitgebermarkenbildung, ist der Weg aus dem Personal-Engpass. Die eigene Marke stärken, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Bis zum Jahr 2035 werden 30.000 Hausärzte in den Ruhestand gehen

Der Gesundheitssektor zählt zu den wachstumsstärksten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Neben den herkömmlichen Gesundheitsdienstleistungen entwickelt sich auch der zweite Gesundheitsmarkt mit seinen zunehmend digitalen Produkten und Dienstleistungen. Bedeutet: der Bedarf an qualifiziertem Personal nimmt weiter zu, doch die Besetzung offener Stellen gestaltet sich mehr als schwierig. Der demografische Wandel tut sein Übriges. Bis zum Jahr 2035 werden allein rund 30.000 Hausärzte in den Ruhestand gehen.

Klassisch lief die Suche nach Fachkräften so: Es gab ausgefeilte Texte für Stellenbeschreibungen auf verschiedenen Jobportalen, Inserate wurden aufwendig gestaltet und dann musste man hoffen, dass der oder die Richtige schon dabei sein wird. „Diese fast schon passive Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist reine Glückssache und wenig effizient“, sagt Nabil Khayat, Gründer von mediorbis, einem Ärzteportal, das auch Spezialisten für das Medical Headhunting vorhält.

Tu Gutes und sprich darüber

Khayat empfiehlt stattdessen: „Tu Gutes und sprich darüber. Stellen Sie sich nach außen hin als guter Arbeitgeber dar.“ Und das fängt schon in der kleinsten Zahnarztpraxis mit ganz einfachen Maßnahmen an. Wer guten Arbeitseinsatz mit kleinen Aufmerksamkeiten wie einem Tank- oder Amazon-Gutschein würdigt, hat zufriedenere Mitarbeiter.

Solche kleinen Give-aways sorgen für zufriedene Mitarbeiter, sprechen sich in der lokalen Assistenten-Szene schnell rum und das Ergebnis kann dann auch ganz offensiv beworben werden. Zum Beispiel: „Unsere Mitarbeiter sind im Schnitt schon seit zehn Jahren in der Praxis.“ Kein Mensch bleibt zehn Jahre in einer Praxis, wenn Herr oder Frau Doktor sich aufführen wie Sklavenhalter.

Drittmeinungen aus den Sozialen Netzen

Der Erstkontakt mit einem Unternehmen erfolgt heutzutage nicht nur über die Stellenanzeige allein. Um einen Eindruck vom potenziellen Arbeitgeber zu erhalten, checken potenzielle Kandidaten nicht nur die Unternehmenswebsite. Vielmehr holen sie Drittmeinungen über das Unternehmen ein – auf Unternehmensprofilen wie LinkedIn oder Xing, Bewertungsportalen, zum Beispiel Kununu oder anderen sozialen Netzwerken

„Wer nachhaltig denkt, entwickelt Alleinstellungsmerkmale, die für künftige Mitarbeiter ein Anreiz sein können, sich gegen einen Mitbewerber zu entscheiden“, sagt Nabil Khayat. Und das ist nicht zwingend das Gehalt.

„Ein gutes Betriebsklima oder auch gute Angebote für kostenlose Weiterbildungen sind, das ist unsere Erfahrung, im Zweifel ausschlaggebend, für welchen Arbeitgeber ein Bewerber sich entscheidet. Ein inspirierendes Betriebsklima ist auf jeden Fall mehr wert als ein paar Euro mehr im Monat.“

Bewerber prüfen Arbeitgeber auf Herz und Nieren

„Gerade weil sich qualifizierte Fachkräfte die Stellen aussuchen können, prüfen sie neue Arbeitgeber auf Herz und Nieren“, sagt mediorbis-Founder Khayat. Neben dem Gehalt spielen noch weitere Faktoren eine Rolle bei der Jobwahl:

  • Wie ist die Unternehmenskultur?
  • Was sind die Werte?
  • Wie zufrieden sind die Mitarbeiter?
  • Wie ist die Stimmung untereinander?
  • Welche Benefits oder Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Auch die Work-Life-Balance spielt bei angehenden Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften eine immer größere Rolle. Employer Branding ist kein Kann, es ist ein Muss.

Wussten Sie, dass mediorbis der Profi in der digitalen Vermarktung im Gesundheitswesen ist? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf lassen Sie uns über die Möglichkeiten sprechen.

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