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Dronabinol: THC-Wirkstoff als Chance
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Dronabinol: Wirkung, Darreichungsformen, Einsatzgebiete ...
Kompletter Ratgeber
dronabinol

Dronabinol: THC-Wirkstoff als Chance

Mira Ross-Büttgen
27.06.2022

Dronabinol als alternatives Medikament

Gerade bei chronischen Schmerzen, wie sie beispielsweise mit einer Multipler Sklerose-Erkrankung verbunden sind, verspricht das Medikament Dronabinol Patienten eine positive Wirkung. Dronabinol ist ein Rezepturarzneimittel, das vom Arzt per Betäubungsmittelrezept verschrieben und genauso wie legales Cannabis in der Apotheke verkauft wird.

Der darin enthaltene Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC), stammt von der Cannabispflanze, einer seit Jahrhunderten genutzten Heilpflanze. Bei der Dronabinol-Schmerztherapie wird normalerweise mit einer sehr geringen Dosierung unter ärztlicher Aufsicht begonnen, da das enthaltene THC eine psychoaktive Wirkung besitzt. Die THC-Werte stehen in einer Tabelle dem zweiten Cannabis-Bestandteil, Cannabidiol (CBD), gegenüber, dem derartige Rauschgefühle nicht zugeschrieben werden.

 

Was zeichnet die Dronabinol-Wirkung aus?

Die schmerzlindernde Dronabinol-Wirkung wurde wissenschaftlich nachgewiesen, weswegen auch die Kostenübernahme dieser Cannabis-Therapie durch die Krankenkassen möglich ist.

Dronabinol gilt als entzündungshemmend, schmerzstillend, angstlösend und beruhigend. Es wirkt zudem appetitfördernd und gegen Übelkeit und Erbrechen. Diese körperlichen Reaktionen werden über das menschliche Endocannabinoidsystem hervorgerufen. Hier betreffen die körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren entweder das zentrale und periphere Nervensystem oder sie regulieren degenerative und entzündliche Erkrankungen. Zwar kann eine Suchtgefahr bei einer korrekten Dronabinol-Dosierung ausgeschlossen werden, jedoch wird die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen eingeschränkt.

Zu den möglichen akuten unerwünschten Dronabinol-Nebenwirkungen zählen Mundtrockenheit, gerötete Augen und Tachykardie (Herzrasen) sowie eine Beeinträchtigung des Blutdrucks.

 

Darreichungsform Dronabinol als Kapseln oder Tropfen

In der Wirkung auf den menschlichen Körper unterscheiden sich die Darreichungsformen Dronabinol-Kapseln oder -Tropfen nicht. Es geht dabei lediglich um die vom Arzt verschriebene Dosierung dieses Hanf-Präparates. Dronabinol-Tropfen sind zwar nicht wasserlöslich, aber geruch- und geschmacklos. Daher werden sie gern mit einem Stück Brot oder ähnlichem eingenommen.

Wer mit dem eigenen Dosieren der Dronabinol-Tropfen negative Erfahrungen gemacht hat, wird eher Dronabinol-Kapseln bevorzugen. Diese werden in den festen Dosierungen von 2,5 mg, 5 mg und 10 mg von den Apotheken aus der vorliegenden Rezeptursubstanz hergestellt. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass einige Apotheken auch eine zum Inhalieren geeignete ethanolische Dronabinol-Lösung anbieten.

 

Medizinisches Cannabis

Seit 2017 wird medizinisches Cannabis für eine große Bandbreite von Erkrankungen eingesetzt, die psychische und / oder physische Ursachen haben können. Der Cannabis-Extrakt kann von Depressionen bis zu epileptischen Anfällen, aber auch in der Krebstherapie Linderung verschaffen. Genauso individuell wie das Einsatzspektrum sind die Darreichungsformen: von Cannabis-Tropfen bis zu Cannabisöl-Kapseln, von Cannabisblüten im Vaporizer bis zu Mundsprays.

Wenn durch die Linderung massiver chronischer Rückenschmerzen die Lebensqualität erhöht werden kann, wird Dronabinol zu einem wesentlichen Baustein einer medizinischen Therapie. Derartige THC-Tropfen müssen aber nicht bei leichteren Beschwerden zur Anwendung kommen. Dann hilft zumeist bereits Hanföl gegen Rückenschmerzen, das auf einen höheren CBD-Anteil setzt.

Terpene – therapeutische Duftstoffe
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Terpene: Definition, Wirkung, Merkmale der wichtigsten Terpene-Gruppen ...
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Terpene

Terpene – therapeutische Duftstoffe

Mira Ross-Büttgen
22.06.2022

Terpene: pflanzlicher Lockstoff und natürliches Heilmittel

Als Bestandteil ätherischer Öle kommen Terpene in der Natur häufig vor. Hohe Konzentrationen von Terpenen wie Myrcen, Pinen und p-Cymol sind beispielsweise von Lavendel, Kiefer, Eukalyptus oder der Cannabis-Pflanze bekannt. Unterschieden werden über 8.000 Terpene und mehr als 30.000 Terpenoide, die mit ihnen verwandt sind.

Mit dem charakteristischen Duft, der zumeist mehrere Terpene kombiniert, schützen sich die Pflanzen in der Natur vor ihren Fressfeinden oder locken gezielt Insekten zur Bestäubung an. Für den Menschen besitzen einige Terpene eine beruhigende oder entzündungshemmende Wirkung. Auch werden sie gezielt in der Schmerztherapie eingesetzt. Bei Cannabis bestimmen Terpene das therapeutische Potenzial maßgeblich mit.

Medizinisches Cannabis im Zusammenspiel mit Terpenen

Medizinisches Cannabis findet mittlerweile in vielen Bereichen Anwendung: zum Beispiel zur Stresslinderung, bei Epilepsie oder bei chronischen Schmerzen. Dabei bestimmen die Anteile der beiden enthaltenen Cannabinoide, Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC), die Wirkung auf den menschlichen Organismus. Es zeigt sich, dass Terpene im Zusammenspiel mit den Effekten eines Cannabinoids die Gesamtwirkung beeinflussen können. Man spricht Terpenen antimikrobielle, beruhigende und sogar antitumorale Eigenschaften zu.

Für die ärztliche Verschreibung von Cannabisblüten, die erhitzt und in einem Vaporisator verdampft werden, sind die enthaltenen Terpene ein wichtiges Merkmal. Auch für die Veredelung der CBD-Öle werden Terpene hinzugefügt, um die aromatische Textur zu beeinflussen.

Was sind Terpene?

Die Antwort auf die Frage „Was sind Terpene?“ lautet: Es sind flüchtige, aromatischen Kohlenstoff-Verbindungen. Tatsächlich stellen Terpene eine umfangreiche Gruppe von chemischen Verbindungen dar, mit dem Grundbaustein Isopren. Sie unterteilen sich in vier Terpengruppen: Monoterpene, Diterpene, Triterpene und Sesquiterpene.

Für die medizinische Anwendung sind zwei Gruppen entscheidend: Zum einen die rund 900 Monoterpene aus zwei Isopren-Einheiten, deren Charakteristik von fruchtig bis blumig reicht. Bekannte Beispiele dieser Gruppe sind die Terpene Pinen, Myrcen und Linalool. Zum anderen sind da die über 3.000 Sesquiterpene aus drei Isopren-Einheiten, die für die schwere Aromen wie Moschus oder Teebaumöl typisch sind. Hierzu zählen Terpene wie Humulen, Beta-Selinen oder Bisabolol.

Die bekanntesten Terpene und ihre Wirkung

Die Terpene-Wirkung lässt sich nach ihren häufigsten Einsatzgebieten kategorisieren.

  • Bei chronischen oder akuten Schmerzen werden das in Kräutern oder Gewürzen vorkommende p-Cymol oder Beta-Caryophyllen, sowie Myrcen oder das in Cannabis vorhandene Nerolidol verwendet.
  • Gegen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten setzt man Bisabolol, Alpha-Terpinen oder die Orangenterpene Gamma-Terpinen oder Phellandrene ein.
  • Beruhigend und angstlösend wirken Linalool, Guaiol, Terpinolen oder Alpha-Santalol.
  • Für eine verbesserte kognitive Leistung und mehr Aufmerksamkeit werden Eucalyptol, Alpha-Pinen, Beta-Pinen und Limonen eingesetzt.
  • Beim Abnehmen sollen Humulen, Camphen und Alpha-Terpineol unterstützen.
  • Für starke Knochen und gegen Krebs gelten 3-Caren, Geraniol, Beta-Selinen oder Ocimene als wirkungsvoll.
Cannabis-Apotheke: Spezialisten für Cannabis
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte rund um die Cannabis-Apotheke: Welche Produkte verkauft werden dürfen, wann ein Rezept erforderlich ist etc.
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Cannabis-Apotheke: Spezialisten für Cannabis

Ansgar Sadeghi
07.07.2022

Cannabis-Apotheke: Was zeichnet sie aus?

Seit 2017 gibt es in bestimmten Fällen Cannabis auf Rezept. Apotheken können seither medizinisches Cannabis an Patienten abgeben und werden dafür in den meisten Fällen von den Krankenkasse bezahlt. Sich mit einer Cannabis-Apotheke zu etablieren, birgt aber einige Herausforderungen für Apotheker. Sie sollten wissen, in welcher Weise ihre Apotheke Cannabis anbieten kann und wann das Betäubungsmittelgesetz wichtig wird. Darüber hinaus müssen sie einiges über die Arten von Cannabis und die Wirkung der einzelnen Inhaltsstoffe lernen, um ihre Kunden optimal zu beraten.

Was für die Kunden der Apotheke wichtig ist, hängt bisweilen von ihrem Versichertenstatus ab. Fast immer ghören ein guter Service und eine hohe Beratungsqualität dazu.

 Bei welchen Beschwerden hilft die Cannabispflanze?

Zu den wichtigsten Wirkstoffen im Cannabis gehören THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). CBD kann beispielsweise Krämpfe lösen und Entzündungen hemmen. THC ist unter anderem gegen Brechreiz und bei bestimmten Schmerzen einsetzbar. Darüber hinaus ist es verantwortlich für die psychoaktive Wirkung von Cannabis. Enthält ein Cannabisöl maximal 0,2 Prozent THC, bleibt diese Wirkung aus.

Viele CBD-Öle erfüllen diese Bedingung und enthalten zugleich nicht viel CBD. Sie sind daher rezeptfrei in Drogerien erhältlich. Übersteigt der CBD-Anteil in Cannabis-Tropfen oder anderen Cannabis-Produkten einen bestimmten Wert und / oder ist der THC-Gehalt höher als 0,2 Prozent, handelt es sich dagegen um eine rezeptpflichtige, nicht in der Drogerie erhältliche Cannabismedizin.

 In welcher Form verkauft die Apotheke Cannabis?

Eine Cannabis-Apotheke kann sowohl rezeptfreies CBD-Öl als auch rezeptpflichtiges CBD-Cannabisöl gegen Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme anbieten. Patienten können die Öle als Cannabis-Tropfen oral einnehmen. Öle mit THC und / oder CBD sind für die Apotheke aber nicht die einzige Form, in der sie Cannabis anbieten kann. Sie kann Cannabisblüten als medizinisches Gras liefern, das von Patienten mit einem Vaporisator inhaliert wird. Darüber hinaus gibt es Herstellungssets für Dronabinol-Tropfen, die in der Cannabis-Apotheke hergestellt werden, sowie Cannabis-Fertigarzneien.

Achtung: Cannabis-Produkte mit hohem THC-Anteil müssen gesichert aufbewahrt werden.

 Cannabisverkauf: Sind große Online-Apotheken sehr günstig?

Manch ein Apotheker betrachtet günstige Onlineapotheken als starke Konkurrenz, wenn er Cannabis anbieten möchte. Fakt ist aber: Bezahlt die gesetzliche Krankenkasse Medizin wie Cannabisöl aus der Apotheke, sind einheitliche Preise vorgeschrieben. Anders sieht es beispielsweise bei rezeptfreien CBD-Tropfen aus der Apotheke aus. Hier hat die Cannabis-Apotheke mehr Spielraum für individuelle Preise.

Mit welchen Cannabissorten die Apotheke welche Zielgruppe bedient, beeinflusst auch die Einnahmen. Bei Selbstzahlern ist die Preisbindung für die Apotheke weniger restriktiv als bei Patienten aus der gesetzlichen Krankenkasse. Hier ist ein nicht unerheblicher Rezeptur-Aufschlag auf den Einkaufspreis möglich.

Rückenschmerzen: Das große Volksleiden
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Rückenschmerzen: Auslöser, Behandlungsmöglichkeiten und Tipps zur Vorsorge etc.
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Rückenschmerzen: Das große Volksleiden

Holger Schöttelndreier
12.07.2022

Rückenschmerzen – ein Kurzüberblick

Rückenschmerzen können durch viele Auslöser hervorgerufen werden und nicht immer sind nur körperliche, sondern oft auch psychische Gründe ausschlaggebend. Starke Rückenschmerzen stellen den am häufigsten genannten Grund für Fehltage am Arbeitsplatz dar, was sie auch zu einem volkswirtschaftlichen Problem werden lässt.

Um die Frage zu klären „Was hilft gegen Rückenschmerzen?“, sollte man sich grundsätzlich die gesamte Wirbelsäule anschauen. Sie unterteilt sich in Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule, die wie drei übereinander angeordnete Zahnräder funktionieren. Gehen die Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule häufig auf falsche Sitzhaltungen zurück, so können weitere Symptome hinzukommen und dadurch Brust- und Rückenschmerzen gleichzeitig auftreten.

 

Rückenschmerzen oberer Rücken und die Wirbelsäule hinab

Bei ständiger Smartphone-Nutzung sind Rückenschmerzen im Bereich oberer Rücken nicht selten, aber es helfen Dehnübungen. Ruckartiges Heben oder ungewöhnliche Drehungen beim Sport können zum „Hexenschuss“ führen. Diese Rückenschmerzen im Bereich unterer Rücken sind qualvoll, klingen aber von allein ab.

Ein Bandscheibenvorfall, mit ausstrahlendem Schmerz in Beine und Arme, kann durch untere Rückenschmerzen, oder durch Rückenschmerzen im Bereich mittlerer Rücken angezeigt werden. Zumeist lässt sich der Vorfall durch schmerzlindernde Medikamente, Wärme sowie Physiotherapie und Bewegung lindern. Für Rückenschmerzen unten, in der Dehnungsfuge zwischen innerer Hüfte sowie Rücken und Bein kann auch das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk, das Iliosakralgelenk, verantwortlich sein. Die genaue ärztliche Diagnose ist gefragt.

 

Medizinisches Cannabis bei chronischen Rückenbeschwerden

Werden keine klaren Ursachen-Wirkungsbeziehungen ausgemacht, so kann zur Behandlung chronischer Schmerzen auch medizinisches Cannabis eingesetzt werden. So können Rückenschmerzen, zum Beispiel aufgrund von hoher Muskelspannung infolge von Stress oder die Überlastung der Zwischenwirbelgelenke, durch verschiedene Cannabissorten behandelt werden.

Durch Hybrid-Züchtungen der Cannabispflanze wird sowohl der THC- als auch der CBD-Gehalt den jeweiligen medizinischen Bedürfnissen angepasst. Die in dieser CBD-Pflanze enthaltenen Cannabinoide können schmerzlindernd wirken und in Kombination mit konventionellen Schmerzmitteln eingesetzt werden. Verschreibungspflichtiges medizinisches Cannabis wird in Kapseln, Mundsprays sowie als CBD-Öle abgegeben, oder getrocknete Cannabisblüten werden in einem Vaporisator erhitzt und verdampft.

 

Was tun gegen Rückenschmerzen?

Trotz ausreichender Bewegung und Flüssigkeitszufuhr kann es zur Frage kommen: Was tun gegen Rückenschmerzen? Denn nicht immer sind Patienten zeitweilige Überbelastungen oder Fehlhaltungen bewusst, und Rückenschmerzen während der Schwangerschaft fast unvermeidlich. Auch psychische Ursachen können Rückenschmerzen hervorrufen.

Zumeist helfen dann Wärmeanwendungen oder Übungen gegen Rückenschmerzen, die gezielt den Rücken dehnen und die stabilisierende Muskulatur verstärken. Neben ganzheitlicher Physiotherapie können einzelne blockierte Gelenkflächen auch durch Chiropraktiker gelöst werden. Wenn die Rückenschmerzen trotz Übungen nicht abnehmen, gibt dieser Ratgeber weitere wertvolle Praxistipps sowie Anregungen von der Ernährung bis zur gesunden Schlafposition.

CBD und CBD-Öl: die Heilkraft von Cannabidiol
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über CBD und CBD-Öl: Herstellung, Wirkung, Rechtslage etc.
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CBD und CBD-Öl: die Heilkraft von Cannabidiol

Holger Schöttelndreier
22.06.2022

CBD – der Cannabis-Wirkstoff im Überblick

Lange war die Cannabispflanze als Droge in Verruf. Dass Cannabis Wirkung auf unseren Körper haben kann, die nicht nur berauschend, sondern auch gesundheitsfördernd sein kann, ist eigentlich altbekannt: Schon vor Jahrhunderten nutzte man Cannabisblüten, Cannabisblätter und Harz in der Medizin. Doch erst seit Erfahrungsberichte und Studien zunehmend belegen, dass CBD Wirkungen entfaltet, mit denen sich viele Symptome wie Kopfschmerzen, PMS, Schlafstörungen oder Angst und Unruhe lindern lassen, öffnet sich die Gesellschaft wieder für die Hanfpflanze. Besonders beliebt sind freiverkäufliche CBD-Öle beziehungsweise CBD-Tropfen oder CBD-Kapseln: Sie enthalten den aus den Cannabis-Pflanzen extrahierten Wirkstoff CBD und haben einen THC-Gehalt unter 0,2 %.

 

Medizinisches Cannabis und CBD – wo ist der Unterschied?

CBD – oder Cannabidiol – ist ein Wirkstoff der Cannabis-Pflanzen. Neben THC ist er das bekannteste Cannabinoid. Während THC psychoaktiv wirkt, löst CBD keinen Rauschzustand aus. Es wirkt anxiolytisch, anti-inflammatorisch und spasmolytisch.

Für den CBD-Kauf mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % braucht man kein ärztliches Rezept, man kann es einfach online bestellen oder in Apotheke und Drogeriemarkt kaufen. Auch wenn man CBD-Hanföl zu gesundheitlichen Zwecken einsetzt, unterscheidet es sich von „Medizinischem Cannabis“: Dieses ist nur auf Rezept erhältlich, da es mehr THC enthält. Denn THC unter ärztlicher Kontrolle dosiert ist nicht per se gefährlich, sondern kann bei Krankheiten wie Parkinson, Multipler Sklerose oder Alzheimer helfen.

 

CBD-Nebenwirkungen – ein weiterer Pluspunkt von Cannabidiol

Natürlich kann auch CBD Nebenwirkungen haben: Schwindel, Durchfall oder Appetitlosigkeit können vorkommen. Meist treten diese eher bei höheren Dosierungen ein, sodass empfohlen wird, mit wenigen Tropfen am Tag (zum Beispiel 3 x 3 CBD-Tropfen) zu beginnen und so lange die Dosis über die Wochen zu steigern, bis der gewünscht Effekt eintritt.

Im Vergleich zu anderen Medikamenten können Symptome mit CBD nebenwirkungsarm gelindert werden. Übrigens: Enthält ein Hanföl CBD, entfaltet es seine Wirkung am besten als Breitband- oder Vollspektrum-Öl. Darin sind auch nicht-cannabinoide Wirkstoffe wie Terpene und Flavinoide enthalten, die den sogenannten Entourage-Effekt auslösen: Durch das Zusammenspiel der Pflanzenstoffe potenziert sich die gesundheitsfördernde Wirkung.

 

Cannabis-Legalisierung Deutschland: Was erlaubt ist

Die Frage der Cannabis-Legalisierung in Deutschland ist nicht in einem Satz zu beantworten, denn sie ist gerade stark im Wandel. Auf jeden Fall gilt (Stand 07/22): CBD ist legal und freiverkäuflich an Personen über 18 Jahren. Für „Medizinisches Cannabis“ (THC-Gehalt über 0,2 %) wird ein ärztliches Rezept benötigt.

Möchte man zu Hause Cannabis anbauen, macht man sich strafbar – selbst wenn es sich dabei um reine CBD-Blüten beziehungsweise -Pflanzen ohne THC handelt. Der Besitz von Cannabis wiederrum ist im Maße des Eigenbedarfs erlaubt. Dennoch ist CBD Gras immer vorzuziehen, da es kontrollierter dosierbar ist und die Rauschwirkung ausbleibt. Auch eine CBD-Salbe, zum Beispiel bei Akne oder Schuppenflechte, ist legal und freiverkäuflich. Sogar CBD Fruchtgummis sind heute in Drogeriemärkten erhältlich: So verliert dank CBD Cannabisöl beziehungsweise die ganze Cannabispflanze ihr schlechtes Image in unserer Gesellschaft und wird als die Heilpflanze wahrgenommen, die sie ist.

Medizinisches Cannabis
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über medizinisches Cannabis: Wirkung und Nebenwirkungen, Sorten-Unterschiede, Studienergebnisse etc.
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Medizinisches Cannabis

Holger Schöttelndreier
27.07.2021

Medizinisches Cannabis – ein Überblick für Ärzte

Medizinisches Cannabis verspricht Therapieerfolge bei Rückenschmerzen, Depressionen, Fibromyalgie und sogar bei Krebs, Epilepsie oder Multipler Sklerose. Dennoch zögern noch viele Ärzte, Medizinisches Cannabis zu verschreiben. Häufiger Grund: Mangelnde Informiertheit und bürokratischer Mehraufwand. Denn viele Mediziner assoziieren Cannabis immer noch mit illegalem Drogenkonsum und wissen zu wenig über die medizinisch kontrollierte Anwendung von Cannabinoiden und Studienergebnisse.

Da Ärzte zum Verschreiben von Medizinischem Cannabis eine Lizenz zum Betäubungsmittel-Rezept sowie einen Tresor, in dem sie die Rezepte aufbewahren, benötigen, schreckt auch diese Hürde manche Ärzte zusätzlich ab. Doch wer seinen Patienten vollumfänglich helfen will, sollte diesen Aufwand eingehen. Denn der Nutzen kann hier überwiegen.

 

THC und CBD - die wichtigsten Wirkstoffe

Eine Cannabispflanze kann 85 verschiedene Cannabinoide enthalten. Die wichtigsten und am besten erforschten sind THC und CBD. THC (= Dronabinol) wirkt psychoaktiv, aber auch sedierend, relaxierend und antiemetisch wirkt. CBD löst keinen Rauschzustand aus und hat dabei anxiolytische, anti-inflammatorische und spasmolytische Wirkung. Freiverkäuflich sind CBD-Öle und andere CBD-Produkte, die einen THC-Gehalt unter 0,2 % haben. Sie sind beliebt in der Schmerztherapie bei leichten bis mittelstarken Kopfschmerzen, PMS oder bei Unruhe und Schlafproblemen.

Verschreibungspflichtiges Medizinisches Cannabis hat jedoch eine stärkere Wirkung und enthält einen Dronabinol-Anteil > 0,2 %. Da der THC-Gehalt exakt dosiert ist, ist die berauschende Wirkung wesentlich kontrollierbarer als beim Rauchen von Cannabisblüten. Dass CBD und THC Wirkung auf unseren Körper haben, liegt daran, dass sie Rezeptoren unseres Endocannabinoidsystems aktivieren. Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Entourage-Effekte: Das Zusammenspiel der im Cannabis enthaltenen Terpene mit den Cannabinoiden verstärkt die Wirkeffekte zusätzlich.

 

Was Medizinische Studien sagen

1.276 Patienten, die an medizinisch-diagnostizierten Problemen leiden, bewerteten in einer Studie* per Fragebogen ihre Lebensqualität vor und nach einer Cannabistherapie. Eine Kontrollgruppe erhielt kein Medizinisches Cannabis. Die Gesundheitsprobleme umfassten neurologische Krankheiten (Epilepsie, Multiple Sklerose), chronische Schmerzen (Fibromyalgie, Rückenschmerzen), psychiatrische Probleme (Depressionen und Angstzustände), Autoimmunerkrankungen und Krebs. Die Lebensqualität der Cannabis-Patienten verbesserte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe, sie hatten seltener Schmerzen und Angstzustände. Es gab 46 % weniger Krankenhauseinweisungen.

In anderen Studien zu Medizinischem Cannabis ergaben sich belastbare Erkenntnisse zu Behandlungserfolgen bei Schmerzen, Spastiken, Übelkeit und Erbrechen. Als wahrscheinlich gilt eine gute Wirksamkeit bei Appetitlosigkeit, Schizophrenie, Morbus Parkinson, Tourette-Syndrom, Epilepsie, Kopfschmerzen sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

 

Medizinisches Cannabis - Anbau Deutschland und EU-Regeln

Unternehmen, die Medizinisches Cannabis deutschland- oder EU-weit herstellen möchten, sind an strenge Vorschriften gebunden. In Deutschland kontrolliert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Produktion. Der Anbau von Medizinalcannabis findet in der Regel indoor in Gewächshäusern statt. Die Cannabisblüten werden getrocknet und dann weiter zu Ölen und anderen Extrakt-Produkten verarbeitet.

Bei Medizinischen Cannabisblüten-Sorten ist der Sativa-Indica-Unterschied zu beachten: Die Sorte Sativa enthält mehr THC als Indica. Sie lassen sich zu Hybriden kreuzen. So können aus verschiedenen Cannabis-Sorten auch verschiedene Produkte hergestellt werden. Medizinisches Cannabisöl kaufen kann man ausschließlich in der Apotheke auf Rezept, während freiverkäufliches CBD in Cannabis-Apotheken, aber auch in Drogeriemärkten oder Online Stores angeboten wird.

 

* Schlienz NJ et al. A Cross-Sectional and Prospective Comparison of Medicinal Cannabis Users and Controls on Self-Reported Health. Cannabis Cannabinoid Res. 2020 Jun 8. doi: 10.1089/can.2019.0096.

Leistungserbringer: Die wichtigsten Fakten im Überblick
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zum Thema Leistungserbringer: gesetzliche Bestimmungen, die Beziehung zu Leistungsträgern etc.
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Leistungserbringer

Leistungserbringer: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Christian Wagner
01.06.2022

Definition: Leistungserbringer im Gesundheitswesen

Wer oder was ist eigentlich ein Leistungserbringer? Im deutschen Gesundheitswesen ist dieser Begriff synonym mit all denjenigen Personen- und Berufsgruppen, die im Rahmen einer Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen Leistungen für deren Versicherten erbringen. Dies sind z. B. Ärzte und Zahnärzte, aber auch Krankenhäuser und Apotheken zählen zu den Leistungserbringern im Gesundheitswesen.

Unter die Definition „sonstige Leistungserbringer“ fallen zusätzlich

  • Heilmittelerbringer (z. B. Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberater oder medizinische Fußpfleger)
  • Hilfsmittelerbringer (z. B. Sanitätshäuser oder Hersteller von Seh- oder Hörhilfen)
  • Krankentransport und Rettungsdienste
  • häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfen

 

Leistungserbringer versus Leistungsträger

Manche Erkrankungen lassen sich unkompliziert abklären und behandeln. Komplexere Fälle hingegen benötigen oftmals eine intensivere Betreuung, Nachbetreuung oder Rehabilitation.

Die Kosten der Leistungserbringung werden dabei nicht von den gesetzlich Versicherten selbst, sondern von den sogenannten Leistungsträgern (manchmal auch Leistungserbringer der sozialen Arbeit genannt), getragen. Je nach Art und Ausmaß der Erkrankung und den damit verbundenen, benötigten Leistungen kommen die Kranken- oder Pflegekasse, die Rentenversicherung, das Sozial-, Versorgungs- oder Integrationsamt, die Arbeitsagentur sowie ggf. die Unfallversicherung als zuständiger Leistungsträger im Gesundheitswesen in Betracht.

Die Koordination der sektorenübergreifenden Versorgung der Betroffenen ist Aufgabe der sozialen Arbeit, welche die involvierten Sektoren verknüpft und so die optimale Rundumversorgung der Patienten sichert.

 

Gesetzlicher Rahmen der Leistungserbringung

Die Ansprüche der Versicherten gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen sind im Sozialrecht verankert. Einen „Leistungskatalog“, der alle erstattungsfähigen Leistungen listet, findet man dort jedoch nicht. Vielmehr handelt es sich bei den Ausführungen des Sozialgesetzbuch Fünftes Buch – kurz SGB V– um die Vorgabe eines rechtlichen Rahmens.

Versicherte haben demnach Anspruch auf eine ausreichende, bedarfsgerechte und dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende Behandlung. Bei der Wahl der Behandlung sind die Leistungserbringer (z. B. der behandelnde Arzt) aber an das Wirtschaftlichkeitsgebot gebunden:

Die Versorgung der Versicherten muss ausreichend und zweckmäßig sein, darf das Maß des Notwendigen jedoch nicht überschreiten.

Zudem hält das SGB V die Krankenkassen und Leistungserbringer zum Handeln im Sinne von Humanität und Qualität an.

 

Erstattungsfähige Leistungen der Leistungserbringer

Der Leistungsanspruch gesetzlich Versicherter auf bestimmte Leistungen wird in den verbindlichen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) näher beschrieben. Die vom G-BA erlassenen Richtlinien in den einzelnen Leistungsbereichen sind für Leistungsträger, Leistungserbringer und die Versicherten verbindlich.

Welche Leistungen im Einzelnen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden sowie die Höhe deren Vergütung legt wiederum der Bewertungsausschuss im Einheitlichen Bewertungsmaßstab fest.

Die Krankenkasse der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See – kurz Knappschaft – vergütet über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen hinaus in einigen Bereichen Mehrleistungen, erhebt dafür aber auch einen Zusatzbeitrag.

Bundesärztekammer und Gemeinsamer Bundesausschuss
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über die Bundesärztekammer und den Gemeinsamen Bundesausschuss.
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Bundesärztekammer und Gemeinsamer Bundesausschuss

Christian Wagner
13.05.2022

Bundesärztekammer Berlin bestätigt: Gesundheit ist ein Menschenrecht

Die Wahrung der Menschenrechte in der medizinischen Versorgung in Deutschland ist ein Kernanliegen der Bundesärztekammer mit Sitz in der deutschen Hauptstadt. Das bedeutet, dass alle Bürger ein Anrecht auf eine vorurteilsfreie Gesundheitsversorgung haben – und das unabhängig von der Art ihrer Erkrankung, ihrem sozialen Status (wie z. B. bei Wohnungslosigkeit), ihrer Herkunft oder Nationalität (Deutscher, EU-Bürger, Migrant etc.) und ihrem Aufenthaltsstatus (z. B. anerkannter Flüchtling oder abgelehnter Asylbewerber).

Damit dieses „Gesundheitsgrundrecht“ in der Praxis tatsächlich wahrgenommen werden kann, dürfen Ärzte nicht an der Ausübung ihres Berufes gehindert werden. Das bedeutet auch, dass es ihnen ermöglicht werden muss, ihre Aufgaben in der medizinischen Versorgung überhaupt optimal erfüllen zu können. Für eine erfolgreiche Bewältigung der stetig steigenden Herausforderungen in der Arztpraxis sind wiederum fundierte und aktuelle Informationen entscheidend. Zuverlässige Quellen für medizinische Fachinformationen und relevante, verbindliche Regelungen bieten z. B. die Deutsche Ärztekammer, die Bundeszahnärztekammer sowie der gemeinsame Bundesausschuss.

 

Gemeinsamer Bundesausschuss: Das sind seine Aufgaben

Als Gemeinsamer Bundesausschuss beschließt der GBA alle Richtlinien für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten in Deutschland, die zur Sicherung der ärztlichen Versorgung erforderlich sind (§92 SGB V). Das Beschlussgremium des G-BA setzt sich aus dreizehn stimmberechtigten Mitgliedern zusammen. Dringend notwendig wäre eine bessere Interessenvertretung für Ärzte, aber auch Patienten. So besitzen z. B. Patientenvertreter ein Mitberatungs- und Antragsrecht, aber kein eigenes Stimmrecht. Ein gemeinsamer Ausschuss also, bei dem noch Potenzial offen ist für eine bessere, weil gleichwertigere Vertretung der verschiedenen Interessengruppen.

 

Bundesärztekammer a245: aufwendige Hygienemaßnahmen

Nr. 245 GOÄ klärt die Berechnung aufwendiger Hygienemaßnahmen zum 1-fachen Satz in Höhe von 6,41 Euro. Diese Abrechnung ist nur bei einem unmittelbaren, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt möglich und kann je Sitzung einmal erfolgen. Diese GOÄ-Ziffer kann z. B. nicht angewendet werden bei einer Leichenschau (Voraussetzung Arzt-Patienten-Kontakt, Leiche ist kein Patient). Ein erhöhter (Zeit-)Aufwand bei besonderen Todesumständen ist eventuell nach Nr. 102 GOÄ berechnungsfähig.

 

Bundesärztekammer – Patientenverfügung

Mithilfe einer Patientenverfügung kann jede einwilligungsfähige, volljährige Person dafür Sorge tragen, dass im Notfall die medizinischen Entscheidungen getroffen werden, die sie selbst befürworten würde. Eine rechtsichere Vorlage steht u. a. auf den Internetseiten der jeweiligen Landesärztekammer zur Verfügung (bundesaertzekammer.de).

Podcast von Dr. Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer: Darf es auch einmal was auf die Ohren sein? In seinem Podcast „Sprechende Medizin“ diskutiert Dr. Klaus Reinhardt (Präsident Bundesärztekammer) mit dem Moderator Daniel Finger über die Entwicklungen und besondere Herausforderungen im Gesundheitswesen. Dabei lässt er seine besondere Perspektive als Präsident der Ärztekammer genauso einfließen, wie medizinische Fachkenntnisse. Die Podcast-Folgen mit dem Bundesärztekammer-Präsident findet man über die Website der Ärztekammer Deutschland.

 

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: was Ärzte wissen müssen
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zum ärztlichen Bereitschaftdienst: Pflichten, Zuständigkeiten, Entlohnung etc.
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Ärztlicher Bereitschaftsdienst: was Ärzte wissen müssen

Christian Wagner
28.04.2022

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Pflicht und Mehrwert für alle

Dem ärztlichen Bereitschaftsdienst kommt in Deutschland eine wichtige Rolle zu, denn er stellt eine durchgängige und reibungslose Patientenversorgung im ambulanten Bereich sicher. Rechtlich begründet ist der ambulante Notdienst in der Berufsordnung der Ärztekammern und den kassenärztlichen Notdienstordnungen.

 

Kassenärztlicher Notdienst ist Pflicht für Vertragsärzte

Als in Deutschland zugelassener Vertragsarzt, niedergelassener Haus- und Facharzt sowie als Mediziner in einem zugelassenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sind Sie demnach zur Teilnahme am Ärztlichen Bereitschaftsdienst verpflichtet – damit Patienten auch ambulant rund um die Uhr optimal versorgt werden.

Als Bereitschaftsarzt können Sie Ihren Notdienst in Form von Präsenz in einer Notfallpraxis, Telefonberatung sowie auch durch Hausbesuchsfahrten erbringen. Der Notdienst muss dabei nicht zwangsläufig als hausärztlicher Notdienst erbracht werden. Als Facharzt können Sie sich beispielsweise als HNO-Notdienst, kinderärztlicher Notdienst oder augenärztlicher Notdienst einteilen lassen. Auch für Zahnheilkunde und Psychotherapie werden fachlich ausgerichtete Notdienste angeboten.

Eine Befreiung vom Notdienst ist nur bei schwerwiegenden, etwa gesundheitlichen oder familiären Gründen, sowie in den ersten drei Jahren der Kindererziehung möglich.

Ob an Weihnachten, Neujahr oder anderen Feiertagen – immer dann, wenn die Praxen geschlossen haben, ist kassenärztlicher Dienst gefragt. Wenn Sie Ihrer Verpflichtung zum Notdienst einmal nicht nachkommen können, besteht jedoch die Möglichkeit, diesen mit anderen Bereitschaftsärzten zu tauschen oder sich vertreten zu lassen.


Reibungslos versorgt durch die kassenärztliche Vereinigung

Die positive Kehrseite der Pflicht ist: Wenn Sie auf Grund von Urlaub oder Abwesenheit einmal Vertretung für Ihre Praxis benötigen, hilft Ihnen die kassenärztliche Vereinigung Ihres jeweiligen Bundeslandes dabei, schnell Unterstützung zu finden – unabhängig davon, ob Sie als niedergelassener Vertragsarzt oder an einem zugelassenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) als Mediziner tätig sind.

 

Den Patienten im Blick – als ärztlicher Notdienst
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist über die bundesweit einheitliche Nummer 116 117 für Patienten auch außerhalb Ihrer Sprechstunden erreichbar – rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche. So erhalten Patienten auch am Abend, in der Nacht oder am Wochenende schnellstmöglich eine Beratung und Behandlungsempfehlungen.

Als ärztlicher Bereitschaftsdienst tragen Sie somit dazu bei, dass Patienten sich durchgehend und zuverlässig betreut fühlen. Über die Telefonberatung durch Bereitschaftsärzte werden auch diejenigen Patienten optimal versorgt, die auf Grund ihres gesundheitlichen Zustands nicht in Ihre Praxis kommen können oder dürfen.

Weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, dass sie außerhalb Ihrer Sprechzeiten über die Notarztnummer 116 117 und die gleichnamige App erfahren können, welche Notarztpraxen in Ihrer Stadt oder Region gerade geöffnet sind. So können diese bei dringenden medizinischen Fällen ohne vorherige Anmeldung direkt eine geeignete Notfallpraxis aufsuchen.

Medizinische Informatik: Studiengang digitaler Zukunft?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Medizinische Informatik: worum geht es und wo wird sie eingesetzt ...
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Medizinische Informatik: Studiengang digitaler Zukunft?

Nabil Khayat
02.03.2022

Medizinische Informatik

Die medizinische Informatik (medical informatics) hilft, Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen zu verbessern und Abläufe effektiver zu gestalten. Dafür werden in der Medizininformatik medizinische Daten verarbeitet, optimiert, archiviert und analysiert. Die medizinische Informatik fungiert als Schnittstelle zwischen Medizin und Informatik. Egal ob im OP-Saal, bei der Kostenerfassung in der Arztpraxis oder Gen-Sequenzierung im Labor, ohne medizinische Informatik kommen Ärzte, Wissenschaftler und Pharmafirmen nicht mehr aus. Als ein Teilgebiet der Informatik wird medizinische Informatik als eigenständiger Bachelor-Studiengang an Universitäten und Fachhochschulen angeboten. An manchen Hochschulen heißt der Lehrgang „Gesundheitsinformatik“. Darauf aufbauend ist es möglich, in medizinischer Informatik den Master zu machen. Auch medizinische Informatik als Fernstudium wird angeboten.

 

Wie lange studiert man medizinische Informatik?

Medizinische Informatik als Studium dauert sechs bis sieben Semester und schließt mit dem Bachelor of Science ab: BSc. Medizinische Informatik. Für den Master „Medizinische Informatik“ benötigt man noch einmal drei bis vier Semester. Bei einem Fernstudium „Medizinische Informatik“ kann es auch fünf Semester dauern. Um in Medizininformatik den Master zu machen, muss eine abschließende Masterarbeit geschrieben werden. Ein Numerus Clausus (NC) wird teilweise gefordert.

Wer medizinische Informatik studieren möchte, kann sich auch nach einem Informatikstudium umschauen. Hier kann man sich spezialisieren, z. B. auf medizinische Informatik oder biomedizinische Informatik. Je nach Hochschule wird manchmal auch bei Informatik ein NC gefordert.

 

Medizinische Informatik: Jobs

Medizininformatiker sind gefragt: In IT-Unternehmen und Software-Firmen ebenso wie an Krankenhäusern, in Gesundheitsämtern, bei Krankenkassen, Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Berufsaussichten sind gut. Vor allem, weil der Studiengang so vielfältig ist. Vermittelt werden u. a.:

  • Medizinische Grundlagen
  • Informationssysteme und -technologien im Gesundheitswesen
  • Naturwissenschaftlich-technische Grundlagen
  • BWL mit Fokus auf betriebswirtschaftlichen Fragen im Gesundheitswesen
  • Prozessgestaltung im Gesundheitswesen

Wer in Medizininformatik den Master gemacht hat, ist dazu befähigt, in der Wissenschaft Fuß zu fassen oder kann eine Kariere in der Führungsebene anstreben. Auch in der Bioinformatik sind die Berufsaussichten hervorragend. Grundsätzlich sind Bioinformatiker spezialisiert. Zum Beispiel in der Software-Entwicklung für Biologie oder der Entwicklung von 3D-Modellen von Proteinen.

 

Medizinische Informatik: Gehalt

Je nachdem ob ein Bachelorabschluss oder der Master in medizinischer Informatik vorliegt, variiert das Gehalt. Auch Erfahrung, Branche, Größe des Unternehmens und Bundesland sind Faktoren, die in der Gesundheitsinformatik das Gehalt beeinflussen. Das Einstiegsgehalt nach einem Abschluss im Fach medizinische Informatik liegt im Durchschnitt bei 3.000 bis 3.250 Euro brutto im Monat. Mit einem Master medizinische Informatik verdient man mehr als mit einem Bachelor of Science. Bioinformatiker mit Bachelor-Abschluss können mit einem Anfangsgehalt von 2.400 Euro brutto rechnen. Wer in medizinischer Bioinformatik den Master hat, steigt bei rund 2.800 Euro brutto ein.

Was ist die Bayerische Ärzteversorgung?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Bayerischen Ärzteversorgung: was sie leistet und wann sie es leistet.
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Was ist die Bayerische Ärzteversorgung?

Sebastian Hütter
11.03.2022

Wofür steht die Bayerische Ärzteversorgung?

Die Bayerische Ärzteversorgung ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie ist gleichzeitig auch Deutschlands größte berufsständische Pflichtversorgungseinrichtung, die die Altersversorgung für Ärzte sicherstellt. Für die Ärzte im Bundesland Bayern bedeutet dies, dass sie beim Versorgungswerk für Ärzte automatisch pflichtversichert sind, d. h. eine Mitgliedschaft muss nicht extra beantragt oder per Vertrag abgeschlossen werden.

Zu den einzelnen Versorgungsleistungen im Rahmen der Aerzteversorgung gehören die Alters-, Berufsunfähigkeits- und die Hinterbliebenenversorgung. Das Versorgungswerk in Bayern bietet seinen mehr als 150.000 Mitgliedern bzw. den Hinterbliebenen sogar freiwillige Leistungen wie z. B. Unterhaltsbeiträge für Ehegatten und Kinder an. Als Bayerisches Versorgungswerk ist es neben Bayern zudem für die Bezirke Pfalz, Rheinhessen des Landes Rheinland-Pfalz als auch für das Saarland (Tierärzte) zuständig.

 

Was ist die Aufgabe der Versorgungskammer Bayern?

Die Versorgungskammer Bayern übernimmt im Freistaat die Aufgaben einer staatlichen Oberbehörde und tritt zugleich geschäftsführend als modernes Wirtschaftsunternehmen für zwölf berufsständische, kommunale Altersversorgungseinrichtungen in Erscheinung. Die Bayerische Versorgungskammer mit Sitz in München verwaltet demnach neben der Ärzteversorgung Bayern u. a. auch die Bayerische Apothekerversorgung oder die Bayerische Architektenversorgung.

Als Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt ist man natürlich auch bei der Bayerischen Versorgungskammer Pflichtmitglied. Dies ist immer dann der Fall, sobald der Arzt im Zuständigkeitsbereich der Bayerischen Ärzteversorgung die ärztliche Tätigkeit aufnimmt. So müssen sich die bayerischen Ärzte um ihre Versorgung keine Sorgen machen – auch wenn die bayrischen Sätze bei den Beitragszahlungen in den vergangenen Jahren etwas angehoben wurden.

 

Was sagt die Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung aus?

Apropos Beitragszahlungen: Der vom Arzt an die Bayerische Ärzteversorgung zu zahlende Beitrag orientiert sich an der Bemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung. Damit hat auch für den Arzt die Beitragsbemessungsgrenze die Bedeutung wie für jeden angestellten Arbeitnehmer, dessen Einkommen bestimmt, welchen Beitrag er an die Rentenkasse zu zahlen hat.

Für den Arzt, der die Rente später von der Bayerischen Ärzteversorgung erhält, liegt die Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung Bund im Westen bei jährlich 84.600 € und im Osten bei 81.000 €. Auch wenn bayerische Sätze steigen mögen, so ist die Rente für den Arzt in Bayern ausreichend hoch, um den Lebensabend auch wirklich genießen zu können.

 

Wie hoch ist der Rentenversicherung Prozentsatz?        

Für das Jahr 2022 (und danach) ist bei der Rentenversicherung der Prozentsatz des Pflichtbeitrages bei 18 % festgelegt. Dies bedeutet, dass niedergelassene, selbstständige Ärzte 18 % des reinen Berufseinkommens an Beitrag zu zahlen haben. Dieser Prozentsatz der Rentenversicherung gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Ärzte, deren jährliches Einkommen darüber liegt, müssen für den übersteigenden Teil weitere 7 % des reinen Berufseinkommens Beiträge leisten.

Betrachtet man allerdings die umfangreichen Versorgungsleistungen der Bayerischen Ärzteversorgung, so ist auch bei vielleicht relativ hohen Beitragszahlungen durchaus der Wert der „Gegenleistungen“ z. B. in Form von freiwilligen Leistungen zu erkennen. So kann die Ärzteversorgung die Unterhaltsbeiträge für Ehegatten ohne Anspruch übernehmen. Bei der Deutschen Rentenversicherung wiederum kann ein Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten gestellt werden, um zusätzliche Rentenzahlungen in der erwerbslosen oder erwerbsgeminderten Zeit während Kindererziehung beanspruchen zu können.

Niedergelassener Arzt: Tipps zur Selbstständigkeit!
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Niederlassung als Arzt: Voraussetzungen und Möglichkeiten.
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Niedergelassener Arzt: Tipps zur Selbstständigkeit!

Sebastian Hütter
04.03.2022

Niedergelassener Arzt werden: Ein Überblick

Sich in der eigenen Praxis als Arzt niederlassen: Viele Mediziner stellen sich im Laufe ihres Werdeganges die Frage, ob die Eröffnung einer eigenen Arzt-Praxis für sie eine Option darstellt. In dem Zusammenhang entstehen nicht selten Unklarheiten: Was kommt auf mich zu, wenn ich niedergelassener Arzt werden möchte? Wie hoch ist das Netto Gehalt eines niedergelassenen Arztes? Was bedeutet es, eine Privatpraxis zu führen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie in den folgenden Zeilen.

Was ist eine Niederlassung und was bedeutet niedergelassener Arzt? Die Neugründung oder Übernahme einer Arzt-Praxis wird als Niederlassung bezeichnet. Der niedergelassene Arzt führt seine eigene Praxis und ist selbstständig. Aus verschiedenen Gründen schließen sich oft mehrere Ärzte zusammen, die niedergelassen sind, um eine Praxisgemeinschaft oder Gemeinschaftspraxis zu gründen.

Voraussetzung zur Niederlassung ist zunächst das erfolgreich abgeschlossene Studium der Humanmedizin und die anschließende Approbation zum Arzt.

 

Was ist ein Vertragsarzt?

Als Vertragsarzt wird ein Arzt bezeichnet, der dazu ermächtigt ist, gesetzlich versicherte Patienten zu behandeln und die dabei entstehenden Kosten über die gesetzliche Krankenkasse abzurechnen.

Wichtige Bedingung zur Niederlassung als Vertragsarzt ist nach der Approbation eine mehrjährige Weiterbildung zum Facharzt – meist für Innere und Allgemeinmedizin (umgangssprachlich Hausarzt). Andere Fachrichtungen sind ebenfalls möglich. Abgeschlossen wird die Weiterbildung durch das Ablegen der sogenannten Facharztprüfung in der jeweiligen Spezialisierung.

 

Die Zulassung: Voraussetzung, um niedergelassener Vertragsarzt zu werden

Um als niedergelassener Arzt gesetzlich versicherte Patienten behandeln und die erbrachten Leistungen über deren Krankenkasse abrechnen zu können, ist eine Zulassung erforderlich. Diese wird durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ausgestellt.

Ein niedergelassener Arzt, der diese Kassenzulassung durch die KV erhalten hat, wird auch als Vertragsarzt bezeichnet. Er kann fortan in seiner Praxis sowohl gesetzlich Versicherte als auch Privatpatienten und sogenannte Selbstzahler behandeln.

Was bedeutet Privatpraxis? Niedergelassene Ärzte ohne kassenärztliche Zulassung werden als Privatärzte bezeichnet und führen eine Privatpraxis. Sie dürfen nur privat versicherte Patienten und Selbstzahler behandeln, da gesetzliche Krankenkassen nicht für die Therapiekosten aufkommen. Die einzige Voraussetzung zum Niederlassen in einer Privatpraxis ist die Approbation als Arzt.

 

Netto Gehalt: Was verdient ein niedergelassener Arzt?

Die Frage nach dem Einkommen ist keine einfache. Je nach Fachgruppe unterscheidet es sich teils drastisch. Auch die Größe der Praxis und das Einzugsgebiet, die Arbeitszeiten und die laufenden Kosten sind variabel.

Das Statistische Bundesamt berichtete 2017 in einer Pressemitteilung, dass der durchschnittliche Reinertrag einer Arzt-Praxis im Jahre 2015 bei 258.000 Euro lag. Diese Summe beschreibt die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben (Personal- und Sachaufwendungen) und würde einem Netto Gehalt von ca. 10 – 12.000 Euro pro Monat entsprechen.

Telematikinfrastruktur: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Ärzte
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Telematikinfrastruktur: von DVG über DiGA bis gematik CERT.
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Telematikinfrastruktur: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Ärzte

Nabil Khayat
07.06.2021

Telematikinfrastruktur als zentrales digitales Netzwerk des Gesundheitswesens

 

Was genau ist Telematik? Telematik setzt sich in seiner Definition aus den Bereichen Telekommunikation und Informatik zusammen. Die Telematikinfrastruktur treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Sie vernetzt Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker, Krankenkassen, Gesundheitsamt und Patienten miteinander. So bietet sie große Chancen für einen optimierten Ablauf der Behandlung. Zentrale Themen der Datensicherheit sind zu beachten, denn es geht um sensible Daten. Die gematik dient dabei als überwachende Technik-Instanz. Grundlage für die Schaffung der Telematik in der Medizin bildet das E-Health-Gesetz des Bundesministeriums. Um die Digitalisierung zusätzlich voranzutreiben, wurde 2019 das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) verabschiedet. Hier ist auch geregelt, dass sich Apotheken und Ärzte an die Telematikinfrastruktur anbinden lassen müssen.

 

Ärzte sind zentrale Akteure beim E-Health-Gesetz

 

Die Pflicht der Datenerfassung und -pflege liegt im E-Health-Gesetz bei den Ärzten. Ärzte sind nach dem DVG dazu verpflichtet, ihren Patienten neue digitale Dienste zugänglich zu machen. Telematik in der Arztpraxis setzt voraus, dass die Praxissoftware auf einen aktuellen Stand gebracht wird. Der Zugang zu digitalen Angeboten wie Video-Sprechstunden muss hergestellt werden. Zusätzlich kann ein E-Medikationsplan angelegt werden. So können auch mögliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten schnell ausfindig gemacht werden. Patienten sollen sich außerdem z. B. problemlos Gesundheits- und Medizin-Apps verschreiben lassen können. Generell muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden, die Gesundheitsdaten in einer elektronischen Patientenakte (ePA) speichern zu lassen.

 

Patientendaten-Schutz-Gesetz: Der Patient entscheidet, was gespeichert wird

 

Die ePA wird seit Januar 2021 den Versicherten angeboten. Sie wird von den Krankenkassen als Telematik-App für Smartphones und Tablets bereitgestellt. Grundlage der ePA ist es, dass die gespeicherten Daten bei berechtigtem Interesse zugänglich gemacht werden können. Es dürfen ausschließlich Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheker auf diese Daten zugreifen. Neben der Gesundheitskarte ist dafür ein Heilberufsausweis notwendig. Welche Daten grundsätzlich dort gespeichert und weitergegeben werden, entscheidet der Patient. Ihm obliegt die Datenhoheit. Im Gegensatz zu den Arztpraxen ist die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur für Patienten freiwillig. Sie müssen schriftlich zustimmen, bevor ihre Daten verwendet werden dürfen. Die Daten werden in der elektronischen Gesundheitsakte gespeichert, die seitens der Krankenkassen angelegt wird. Diese Genehmigung kann jedoch jederzeit zurückgenommen werden.

 

gematik wacht über die Datensicherheit

 

Für den Datenschutz der Telematikinfrastruktur und die Datensicherheit allgemein ist die gematik zuständig. Sie stellt sicher, dass die Datenschutzvorschriften der Akteure eingehalten werden. Die Daten befinden sich zentral in einem Virtuellen Privaten Netzwerk (VPN). Sollte es einem Angreifer gelingen, dort einzudringen, sind die vorliegenden Daten zusätzlich verschlüsselt. Ziel ist eine hohe Datensicherheit bei gleichzeitig zumutbarem Aufwand für die Nutzer der Dienste. Das Team der gematik ist in der Lage, bei einer Cyberattacke schnell zu reagieren, um die sensiblen Daten erfolgreich zu schützen.

E-Health
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über E-Health.
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eHealth

E-Health

Nabil Khayat
10.06.2021

E-Health – die digitale Seite unserer Gesundheit

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist auf dem Vormarsch. Die Begriffe E-Health – auch ehealth oder eHealth – und Telemedizin sind in aller Munde. Wer versucht herauszufinden, welche  Definition der Gesundheitssektor für diese Begriffe bereithält, ist aber häufig erstmal noch verwirrter. Denn E-Health bezeichnet alle Anwendungen von elektronischen Technologien und Medien im Bereich der Gesundheit.

 

Hierzu gehören nicht nur die elektronische Gesundheitsakte bzw. Patientenakte. Das ist auch die Telemedizin als solche. Und das umfasst die steigende Anzahl an Gesundheits-Apps, auch E-Health-Apps genannt. Kurz: Alle Informations- und Kommunikationstechnologien, die im Patientenumfeld oder Gesundheitssektor eingesetzt werden.

 

E-Health-Gesetz – Ausbau der medizinischen Datenautobahn

Die Ursprünge von E-Health finden sich in den 1970er Jahren. Damals hielten die Computer Einzug in den Medizinsektor und die Digitalisierung der Medizin nahm Fahrt auf. Heutzutage regelt das Digitale-Versorgung-Gesetz die Anbindung von Arztpraxen an die Telematik-Infrastruktur. Und es ist als Schutzgesetz in Sachen Patientendaten zu verstehen.

 

Das E-Health-Gesetz ist Ende 2015 in Kraft getreten, um den Ausbau der medizinischen Telematik-Infrastruktur voranzutreiben. Es sorgt dafür, dass sich Praxen und Krankenhäuser sicher verbinden und so schneller miteinander kommunizieren können. Es enthält außerdem einen konkreten Fahrplan für den Aufbau einer sicheren Telematik-Infrastruktur sowie die Einführung verschiedener medizinischer Anwendungen. So sollen bislang papiergestützte Verfahren schrittweise durch digitale Prozesse ersetzt werden.

 

Vor- und Nachteile der Digitalisierung für Patienten

Telematik steht für den digitalen Spagat zwischen Telekommunikation und Informatik. Die Telemedizin ist ein Teilbereich der Telematik und beschäftigt sich mit dem gezielten Einsatz von Telematikanwendungen (Apps) für Mediziner und Patienten. Beispielsweise sollen damit große Distanzen zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten überbrückt werden.

 

Gerade auf dem Land macht sich der Ärztemangel bereits bemerkbar und stellt den Medizinsektor vor ein Problem. Hier soll der Einsatz von E-Health eine flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherstellen, sodass sich Experten über größere Distanzen hinweg austauschen und so die medizinische Versorgung in Regionen mit niedriger Facharztdichte gewährleisten können.

 

Doch noch immer gibt es unbeantwortete rechtliche Fragen zum Thema E-Health und die Unsicherheiten auf Seiten der Leistungserbringer sowie der Medizintechnik-Industrie sind hoch. Ein wesentlicher Faktor sind dabei Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Datensicherheit.

 

E-Health im Ausland – ein Beispiel

In Estland ist man bereits sehr gut vernetzt. Mithilfe eines zentralen, digitalen Gesundheitsinformationssystems sind rund 98 Prozent der estnischen Bevölkerung und über 750 Einrichtungen im ganzen Land miteinander verbunden. Weniger als ein Prozent der Esten lehnt die Verwendung der digitalen Möglichkeiten im Gesundheitssektor ab.

Was ist Digitalisierung im Gesundheitswesen?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Digitalisierung im Gesundheitswesen: Telemedizin, Digital Due Diligence, ePA ...
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Was ist Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Nabil Khayat
31.05.2021

Aufholbedarf bei Digitalisierung im Gesundheitswesen

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland nur im mittleren Feld, was die Digitalisierung im Gesundheitswesen angeht. International fällt das Ergebnis sogar schlechter aus. Mit Beginn des Pandemiegeschehens hat diese zwar in einigen Bereichen wie der Telemedizin Fahrt aufgenommen, allerdings besteht weiterhin Aufholbedarf. Dies betrifft insbesondere die digitale Vernetzung zwischen Ärzten, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen.

Obwohl aktuell mehr als acht von zehn Ärzten an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind, tauscht der überwiegende Teil seine Gesundheitsdaten weiterhin per Post, Fax oder Telefon aus. Da Patienten mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePa) ein Recht auf die Übertragung ihrer Daten haben, ist das Gesundheitswesen im Zugzwang.

Telemedizin im Fokus

Im Bereich E-Health sticht die Telemedizin hervor. Als Teilgebiet der Telematik umfasst sie die Diagnostik und Therapie unabhängig von Ort und Zeit. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Es lassen sich größere Distanzen, beispielsweise im ländlichen Raum, überbrücken oder Anfahrtswege bei eingeschränkter Mobilität, z. B. nach einer Operation, vermeiden. Dies wirkt sich positiv auf die Genesung aus. Ferner können Ärzte und Gesundheitseinrichtungen Daten zu Untersuchungsergebnissen, Krankheitsbildern oder Medikationsplänen einfach elektronisch austauschen.

Das E-Health-Gesetz, auch als Telemedizingesetz bezeichnet, schafft die gesetzlichen Rahmenbedingungen und stellt die Weichen für eine sichere digitale Kommunikation sowie Anwendungen im Gesundheitswesen.

IT-Berater unterstützen bei Umsetzung

Ein Blick auf die Gegenwart zeigt, dass die Videosprechstunde deutlich öfter angeboten wird als noch vor einem Jahr, insbesondere in Kombination mit der Online-Buchung eines Arzttermins. Andere digitale Angebote wie Apps auf Rezept sind auf dem Vormarsch. Um Stolperfallen bei der Umsetzung zu umgehen, stehen IT-Consulter beratend zur Seite hinsichtlich Umsetzung der IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit, gesetzlichen Anforderungen und des Datenschutzes. Letzteres ist aufgrund der sensiblen Gesundheitsdaten ein großes Thema und stellt Praxen vor Herausforderungen. Bei der Auswahl geeigneter E-Health-Lösungen ist auf eine entsprechende Zertifizierung zu achten. Nur dann übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Leistungen.

Onlinemarketing: Vertrauen in digitale Anwendungen stärken

Der erste Berührungspunkt bei der Arztsuche führt meist über Internetrecherche auf die Praxis-Website. Je mehr Informationen der Besucher dort zu seinem Behandlungsbedarf findet, desto eher entscheidet er sich für die Praxis. Um eventuelle Skepsis gegenüber digitalen Gesundheitsanwendungen abzubauen, bieten sich themenbezogene Artikel oder Blogbeiträge gleichermaßen als Aufklärungs- und Content Marketing-Instrument an.

Die erstellten Inhalte sollen weit oben in Suchergebnissen erscheinen, damit potenzielle Patienten sie schnell finden. Hierfür ist die SEO-Optimierung als ein Element des Onlinemarketings eine Maßnahme. Das heißt Struktur und Aufbereitung der Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie von Suchmaschinen erkannt und als relevant eingestuft werden.

Datenschutz-Praxis: Was Ärzte beachten müssen?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zu Praxis-Datenschutz: Ersteinrichtung und fortlaufenden DSGVO-Betreuung.
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Datenschutz-Praxis: Was Ärzte beachten müssen?

Torsten Doppler
31.05.2021

Damit Datenschutz Praxis macht!

Datenschutz in der Gesundheitsbranche ist wichtig und unerlässlich. Leider wird Thema immer noch häufig von Praxis-Inhabern unterschätzt. Es handelt sich um einen sehr komplexen Bereich, der in der Tat für praktizierende Ärzte nur schwer einzuordnen ist.

Sind Datenschutz und Datensicherheit Ihrer Praxis auf dem Stand, auf dem sie sein sollten? Hinterfragen Sie doch einfach mal, ob Sie sich mit folgenden exemplarischen Bereichen bereits adäquat auseinander gesetzt haben:

  • Welche Software wird in der Arztpraxis eingesetzt?
  • Welche Personen / Dienstleister haben Zugriff auf die verarbeiteten Daten?
  • Ist die interne IT-Struktur in Sachen Sicherheit gut aufgestellt?
  • Sind die Mitarbeiter entsprechend geschult und unterwiesen?
  • Liegen Lösch- und Berechtigungskonzepte vor?
  • Liegen Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung vor?
  • Wurden TOMs erstellt und werden diese laufend angepasst und aktualisiert?

Web-DSGVO? Das sind die häufigsten Fehler!

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) macht klare Vorgaben für den Internetauftritt einer Arztpraxis. Leider wird die DSGVO in diesem Bereich sehr oft unterschätzt. Häufige Fehler sind:

  • kopierte Datenschutzerklärungen
  • generierte Datenschutzerklärungen unter Einsatz von Tools deren Anwendung fraglich ist bzw. deren Ergebnisse nicht DSGVO-konform sind
  • fehlende Verträge zur Auftragsdatenvereinbarung
  • fehlende Verarbeitungsverzeichnisse

Checkliste: Web-DSGVO für die Arztpraxis

Damit Ihre Praxis-Website die gesetzlichen Anforderungen erfüllt müssen folgende Aspekte DSGVO-konform umgesetzt sein:

  • Hosting und Domain
  • E-Mail und Kontaktformular
  • Impressum auf der Website
  • Datenschutzerklärung auf der Website
  • Nutzungsrechte der Bilder, Texte & Videos
  • Newsletter und E-Mail-Marketing
  • Social-Media-Einbindung und -Profile
  • Tracking und Marketing (externe Tools, Plug-Ins, Cookies)
  • Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung
  • Erstellung und Aktualisierung vom Verfahrensverzeichnis
  • Dokumentation der Technischen und Organisatorischen Maßnahmen (TOMs)
  • Erstellung vom Lösch- und Berechtigungskonzept

Wie hoch sind die Kosten für Datenschutz-Dienstleister?

Professionelle Unterstützung in Datenschutz-Fragen für die Praxis zeichnet sich dadurch aus, dass sie unkompliziert, fachkundig, beratend und stimmig ist. Große Unternehmen haben natürlich interne Datenschutzbeauftragte. Einer Praxis kann man nur raten, für den richtigen Datenschutz externe Dienstleister hinzuziehen.

Hinsichtlich der Kosten bei Umsetzung der DSGVO-Vorgaben für eine Praxis-Website durch entsprechende IT-Dienstleister muss man in zwei Kategorien denken:

  1. die Ersteinrichtung der Umsetzung aller DSGVO-Bestimmungen für den Internetauftritt der Arztpraxis
  2. die fortlaufende Betreuung aller DSGVO-Elemente, um mit der Praxis-Website up do date zu bleiben

Die Kosten für die einmalige Ersteinrichtung aller wesentlichen Elemente zur Erfüllung der Webseiten-DSGVO sind schon zum Pauschalpreis von 300 Euro zzgl. MwSt. erhältlich.

Die Kosten für eine solche monatliche Betreuung für den Datenschutz Ihrer Praxis-Website betragen 59 Euro zzgl. MwSt.

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