Wo kann man Medizinische Informatik studieren?

Medizinische Informatik: In ganz Deutschland stehen den Absolventen elf Studiengänge an acht verschiedenen Hochschulen zur Verfügung, darunter sechs Fachhoschulen und zwei Universitäten. Die Studienorte Augsburg, Dortmund, Essen, Heidelberg, Lübeck, Mannheim, Gießen, Heilbronn, Krefeld und Regensburg sind über das ganze Bundesgebiet verteilt.

Marie befand sich bei ihrer Berufswahl zunächst in einem Zwiespalt. Einerseits wollte sie in die medizinische Richtung gehen, aber nicht gerade Chirurgin oder Hausärztin werden. Andererseits interessierte sie sich sehr für IT-Themen und konnte sich gut vorstellen, die bereits vorhandenen Kenntnisse auf diesem Gebiet auch beruflich einzusetzen. Ihr Zwiespalt löste sich auf, als sie den Studiengang Medizininformatik entdeckte – dieser schien die ideale Verknüpfung ihrer ursprünglich so gegensätzlich erscheinenden Interessen zu bieten.

In der Medizin-Informatik würde Marie ihr hervorragendes technisches Verständnis mit ihrer ausgeprägten Neugier auf medizinische Zusammenhänge verbinden können. Aber auch die Arbeit im interdisziplinären Team aus Ärzten und Technikern reizte sie. Während sich Marie näher mit den Aufgaben der Informatik in der Medizin beschäftigte, entdeckte sie immer spannendere Herausforderungen für ihren Berufsweg.

Themen wie Softwareanwendungen in den Bereichen Diagnose und Therapie, Simulationen, E-Health, Telemedizin sowie Datenmanagement in Praxis und Forschung machten der Abiturientin immer mehr Lust auf das medizinische Informatik-Studium. Der Entschluss war gefasst, Marie wollte definitiv Gesundheitsinformatik studieren. Bevor sie sich endgültig zur Bewerbung entschloss, wollte sie aber noch einige wichtige Fragen klären.

Für Maries Wunschstudiengang gibt es verschiedene Bezeichnungen:

  • Medizininformatik
  • Medizintechnische Informatik
  • Gesundheitsinformatik

Was verbindet Medizin und Informatik?

Medizin und Informatik
Auch im OP kommt der Arzt heute nicht mehr ohne Hightech aus.

Die Frage ‚Was ist Medizininformatik?‘ war für Marie noch nicht abschließend geklärt. Schließlich ist der Beruf Medizininformatiker noch relativ neu und die angehende Studentin wollte ganz genau wissen, was die IT in der Medizin heutzutage für eine Rolle spielt. Was kann mir die medizinische Informatik für Berufsaussichten bieten, fragte sich Marie.

Noch bis vor etwa zehn Jahren hatten Medizin und Informatik noch nicht sehr viel gemeinsam. Die Computertechnologie ist auf dem medizinischen Gebiet in den letzten Jahrzehnten aber rasant fortgeschritten. Big Data ist dabei ein Stichwort von herausragender Wichtigkeit. Informatiker wissen schon seit jeher, was es bedeutet, riesige Datenmengen bewältigen beziehungsweise speichern zu müssen. Die medizintechnische Informatik steht dabei vor der speziellen Herausforderung, besonders sensible Daten zu schützen, aber gleichzeitig schnell wiederauffindbar vorzuhalten. Die Verarbeitung, Optimierung, Archivierung und Analyse medizinischer Daten ist ein wichtiger Bestandteil des Studiengangs Medizinische Informatik. Aber dieses interessante Fach hat noch viel mehr zu bieten, wie Marie nach und nach herausfindet.

Welche Bedeutung kommt der Gesundheitsinformatik heute zu?

Medizinische Informatik: Gesundheitsinformatik
Medizin und Informatik sind heute untrennbar miteinander verbunden.

Seit aus dem Fach Medical Informatics in Deutschland der Studiengang Medizinische Informatik hervorgegangen ist, hat sich im Gesundheitswesen viel getan. Medizinische Infos müssen für den Arzt so aufbereitet werden, dass er daraus eine Diagnose erstellen und Rückschlüsse für eine geeignete Therapie ziehen kann. Beides muss dann entsprechend sicher dokumentiert werden. In der Forschung kann die Auswertung klinischer Daten ganz neue Therapieansätze hervorbringen. Der medizinische Forscher erhebt diese Daten beispielsweise in einer Krebsstudie, die angewandte Informatik verknüpft das erhobene Datenmaterial dann mit den genetischen Profilen der Patienten und gewinnt daraus vielleicht Erkenntnisse, welche Chemotherapie für welchen Patienten am geeignetsten ist.

Die Frage ‚Was ist medizinische Informatik?‘ kann also nicht mit einem Satz beantwortet werden. Das Gebiet der Medical Computer Science ist zu breit gefächert und die technologische Entwicklung bringt immer wieder neue Aspekte dieser wissenschaftlichen Sparte mit sich. Die Zusatzbezeichnung ‚Medizinische Informatik‘ könnte also auch für jeden schon ausgebildeten Arzt von Interesse sein. Denn heute gibt es eigentlich kein Medizingebiet mehr, das nicht mit dem Fachbereich Informatik verknüpft wäre.

Wo kommt die Medizininformatik zur praktischen Anwendung?

Medizininformatik und praktischen Anwendung
Auch in der Praxis spielen Computer eine große Rolle.

Wer die medizinische Informatik als Ausbildung wählt, erhält im praktischen Beruf ein breit gefächertes Feld an Aufgabenstellungen zur Auswahl. Denn die Medizin-IT gehört heute nicht nur zum Alltag in der Hausarztpraxis, auch im klinischen Bereich, in der Pflege sowie in Wissenschaft und Forschung spielt dieses interdisziplinäre Fach eine bedeutende Rolle.

Je nachdem, welche Richtung Marie nach ihrem Studium einschlagen wird, könnten Aufgaben in folgenden Bereichen auf sie zukommen:

  • Datenverarbeitung und Dokumentation
  • Mobile Computing
  • Archivierung von patientenrelevanten Informationen
  • Qualitätsmanagement
  • Software und KI
  • Kommunikation und Interoperabilität
  • Bildverarbeitung
  • Telemedizin
  • Biomedizinische Informatik
  • Studienauswertung
  • Protokollierung von Forschungsreihen
  • Auswertung epidemiologischer Daten
  • Datenbanken wie das Krebsregister
  • Wissenschaftsprojekte

Das Spezialgebiet Biomedizinische Informatik macht einen großen Teil des Studiengangs aus. Deshalb sind in der Bioinformatik die Berufsaussichten der Absolventen auch besonders gut. Mit Hochdurchsatz-Analysen lassen sich sogenannte Omics-Daten gewinnen, mit denen ganze Genome in kurzer Zeit erfasst werden können. Omics-Analysen erkennen kleinste Veränderungen auf molekularer Ebene, die beispielsweise bei bestimmten Krebserkrankungen auftreten.

Absolventen des Fachs Medizinische Informatik können ihre Erfahrung in der angewandten Informatik mit ihren Kenntnissen auf den Gebieten von Biologie und Medizin verbinden. Gerade dieser disziplinübergreifende Ansatz macht den besonderen Reiz dieses Studiums aus.

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Was macht Informatik in der Medizin so zukunftsweisend?

Informatik in der Medizin zukunftsweisend
Der Blick in die medizinische Zukunft ist technisch geprägt.

Viele renommierte Gesundheitseinrichtungen haben die zukunftsweisende Bedeutung der IT-Medizin längst erkannt und ein eigenes Institut für Medizinische Informatik eingerichtet. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Charité in Berlin, wo nach eigener Aussage eine „Schnittstelle zwischen akademischem und operativem Tätigkeitsfeld“ geschaffen werden sollte. Das Institut für Medizinische Informatik der Charité verfolgt unter anderem das Ziel, „aus klinischen Routinedaten neues Wissen entstehen zu lassen“.

Namhafte Organisationen wie die Charité sind wegweisend für das gesellschaftsrelevante Vorhaben, die medizinisch-technische Informatik als zukunftsweisende Wissenschaft für die allgemeine Gesundheitsversorgung einzusetzen. Das riesige Potenzial des interdisziplinären Fachs ist noch längst nicht ausgeschöpft. Die Medizin benötigt heutzutage innovative IT-Lösungen, um aus den wachsenden Datenpools praktisch umsetzbares Wissen schöpfen zu können. Solche Lösungen würden in Zukunft Therapieentscheidungen möglicherweise maßgeblich beeinflussen, weil alle im System verfügbaren Informationen mit einfließen könnten. Und genau darin besteht eine der größten Herausforderungen der modernen Medizin, denn aktuell sind noch längst nicht alle gespeicherten Daten optimal zugänglich beziehungsweise miteinander verknüpfbar.

Die Zukunft der digitalen Medizin will auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mitgestalten. Mit dem Förderkonzept Medizininformatik soll das Potenzial der Digitalisierung in der Medizin besser nutzbar gemacht werden. Es geht bei dieser Bundesinitiative unter anderem darum, „wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden, der mit den Werkzeugen der Informatik ebenso vertraut ist wie mit den zu lösenden medizinischen Fragestellungen“. Da trifft Marie mit ihrem Studienwunsch Medizinische Informatik genau ins Schwarze.

Medizinische Informatik: Welche Themen beinhaltet das Studium?

Medizinische Informatik Studium
Das Studium Medizinische Informatik ist sehr vielseitig.

Im fachübergreifenden Studiengang stehen neben medizinischen und IT-Themen auch Mathematik, Software Engineering und BWL auf dem Lehrplan. Neben biologischen Inhalten gehören aber auch Fächer wie medizinische Dokumentation zum Studium.

Weitere Inhalte beziehungsweise Schwerpunkte des Studienplans können, je nach Hochschule, sein:

  • Gesundheitssystem in Deutschland
  • Anatomie
  • Physiologie
  • Management von Praxen und Kliniken
  • Datenschutz
  • IT-Sicherheit
  • Bildgebende Diagnoseverfahren
  • Modellierungen in der Wissenschaft
  • Bildverarbeitung
  • Computerassistierte Detektion
  • Informationstechnische Werkzeuge
  • Biosignalverarbeitung
  • Dental Informatics
  • E-Health
  • Biometrie
  • BSC Medizin

Wie lange studiert man Informatik in der Medizin?

Die Studiendauer im Fach Medizinische Informatik hängt vom Ziel ab.

Der Bachelorabschluss im Fach Medizinische Informatik dauert sechs bis sieben Semester. Wer im Studiengang Medizinische Informatik den Master-Abschluss absolvieren möchte, muss weitere drei bis vier Semester in seine Ausbildung investieren. Im Fernstudium Medizinische Informatik kann der Masterabschluss auch ein Semester mehr beanspruchen.

Einen generellen NC für Informatik in der Medizin gibt es nicht. Eine eventuelle Zulassungsbeschränkung hängt von der Anzahl der aktuellen Bewerber ab. Bei hohen Bewerberzahlen legen einzelne Hochschulen einen NC fürs Informatik Studium fest.

Welchen Mehrwert bringt ein Medizininformatik-Master?

Marie plant von vornherein, nicht nur den Medizininformatik-Bachelor, sondern auch den Master-Abschluss zu absolvieren. Ein medizinischer Informatiker hat als Master den Vorteil, auch im Bereich der Wissenschaft Fuß fassen zu können. Marie strebt eine Karriere auf der Führungsebene an und hält deshalb einen Master-Titel für unverzichtbar.

Ob im Studiengang Medizinische Informatik der Bachelor-Abschluss ausreicht oder der Master nötig ist, hängt maßgeblich vom konkreten Berufswunsch des Studenten ab. Da die Berufsaussichten in diesem Bereich generell sehr gut sind, finden Absolventen auch als Bachelor mit hoher Wahrscheinlichkeit einen guten Job.

Wie und wo kann man Medizinische Informatik studieren?

Es gibt mehr als 30 Universitäten und Fachhochschulen, die in Deutschland den Studiengang Medizinische Informatik anbieten. Ein duales Studium Medizinische Informatik ist möglich. Darüber hinaus gibt es das Fach Medizinische Informatik auch als Fernstudium. So kann man den Studiengang Medizinische Informatik sogar berufsbegleitend durchlaufen. Wer Medizinische Informatik als duales Studium absolviert, hat den Vorteil der größeren Praxisorientierung. Bei allen anderen Ausbildungsgängen beinhaltet das Studium Medizinische Informatik ein Praktikum beziehungsweise ein Praxissemester. Ein duales Studium der Medizininformatik findet hingegen bereits in einem Unternehmen statt und erfordert deshalb kein separates Praktikum.

Es gibt zahlreiche Studiengänge rund um das Fach Medizin, umso wichtiger ist es für Studenten, sich vorab eingehend zu informieren. Im Medizin-Studycheck stehen rund 40 Studiengänge an über 30 Hochschulen zur Auswahl. Die Medizininformatik-Ausbildung ist also nur eine unter vielen Möglichkeiten, die medizinisch interessierten Abiturienten wie Marie offenstehen.

Verspricht der Studiengang Medizinische Informatik gute Jobs?

Studiengang Medizinische Informatik
Mit einem Medizininformatik-Studium in der Tasche nimmt man die Karrierestufen mit Schwung.

Marie fragt sich nicht nur, ob sie mit ihrem Studium einen guten Job finden kann. Sie möchte auch wissen, ob sie nach dem Studiengang Medizinische Informatik ein gutes Gehalt erwartet. Beide Fragen konnte sie nach ihren Recherchen positiv beantworten.

Ein gut bezahlter Job im Bereich Medizinische Informatik ist Marie nach ihrem Studium so gut wie sicher. In der Gesundheitsinformatik ist ein Gehalt von bis zu 6.000 Euro im Monat möglich. In der Regel beginnt die Karriere als medizinischer Informatiker mit einem Gehalt von um die 3.000 Euro. Wie sich die Gehaltsstufen danach weiterentwickeln, hängt natürlich davon ab, ob man in einer großen Einrichtung oder einer kleinen Praxis angestellt ist. Maries Gehalt als Medizininformatiker wird jedoch auf jeden Fall im oberen Bereich medizinischer Vergleichsberufe liegen.

Bei einer Bewerbung im medizinischen Bereich stehen die Chancen bei den Gehaltsverhandlungen umso besser, wenn der Kandidat zusätzliche IT-Kenntnisse mitbringt. Die Kombination aus Medizin und Informatik in der Ausbildung optimiert die Karrieremöglichkeiten im Gesundheitswesen also erheblich. Im Bereich der Medizin steigen die Berufsaussichten generell mit den erworbenen Zusatzqualifikationen.

Medizinische Informatik: Wo finde ich Stellenangebote?

Medizinische Informatik -  Stellenangebote
Nach dem Studium der medizinischen Informatik sind die Jobaussichten sehr gut.

Qualifizierte Jobs im Bereich Medizinische Informatik findet Marie am besten auf einer spezialisierten Fach-Plattform wie mediorbis. Denn um im Bereich der Medizininformatik passende Stellen zu finden, ist ein allgemeines Jobportal nicht die richtige Anlaufstelle. Absolventen des Studiengangs Medizinische Informatik suchen Stellen, die ihrem hohen Ausbildungsstand entsprechen. Und die Abteilung Medizinische IT einer großen Klinik ist wiederum auf der Suche nach hochqualifizierten Fachkräften. Beide Ansprüche treffen sich bei mediorbis, weil hier die Zielgruppen übereinstimmen. Und weil entsprechende Fachberatung durch kompetente Experten gewährleistet ist.

Sie haben Medizinische Informatik studiert und wollen nun Ihre Karriere perfekt durchplanen? Dann wenden Sie sich doch an die Medical Headhunter von mediorbis. Die Experten sind bestens vernetzt und daher in der Lage, Absolventen mit dem passenden Arbeitgeber zusammenzuführen. Hier können Sie einen unverbindlichen Beratungstermin buchen.

Bildquellen zum Ratgeber „Medizinische Informatik: Ein Studiengang der digitalen Zukunft?“

Bild 1: iStock.com/janiecbros, Bild 2: iStock.com/shapecharge, Bild 3: iStock.com/poba, Bild 4: iStock.com/Nomad, Bild 5: iStock.com/bjdlzx, Bild 6: iStock.com/Maica, Bild 7: iStock.com/malerapaso, Bild 8: iStock.com/golero, Bild 9: iStock.com/deepblue4you

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