Stimmungsbild Heilberufe

Getrübte Stimmung

Redaktion Mediorbis
19.05.2022

Mehr Privatleben, finanzielle Sicherheit und weniger Bürokratie – die Pandemie hat die Sicht der Menschen, die in Heilberufen arbeiten, weiter verändert. Und: Die Stimmungsverschiebung schlägt sich auch auf den Nachwuchs nieder.

Studie „Inside Heilberufe“

Bereits zum dritten Mal hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank Ärzte, Zahnärzte und Apotheker sowie Studenten der Heilberufe zu ihren Prioritäten mit Blick auf den eigenen privaten und beruflichen Alltag befragt. Den höchsten Stellenwert hat danach wieder das Familienleben. Das geben 92 Prozent der Befragten an. Doch in den vergangenen Jahren wurde die finanzielle Sicherheit zunehmend wichtiger: 2016 waren es 85 Prozent, sechs Jahre später schon 91 Prozent. 

Die Autoren der Studie vermuten, dass für die steigende Bedeutung der finanziellen Sicherheit nicht nur die Coronakrise verantwortlich ist. Dazu zeigt sich, dass vor allem das Privatleben gelitten hat: Die Befragten sehen sich nicht nur beim Reisen (80 Prozent), sondern vor allem in ihrer Freizeit (60 Prozent), bei der gesunden Lebensweise und Fitness (37 Prozent) sowie beim Familienleben (31 Prozent) und ihrem gesellschaftlichen Engagement (28 Prozent) beeinträchtigt.

Jeder 5. Angestellte plant eine Niederlassung

Nach den Vorhaben für die nächsten drei Jahre gefragt, antworten 22 Prozent der angestellten Heilberufler der eigenen Niederlassung oder Selbständigkeit. In Summe planen 32 Prozent einen Karrieresprung, aber für ein Drittel spielt auch die Kindererziehung eine wichtige Rolle. Die Pläne der Älteren sehen (naturgmäß) anders aus: 29 Prozent bereiten sich auf den Ruhestand vor.

Bürokratie, Digitalisierung, Fachkräftemangel 

Der Wunsch nach weniger Dokumentation und Verwaltungsarbeit bleibt weiterhin ganz oben auf der Liste – vor allem für selbständige Heilberufler (91 Prozent). Dazu sind weniger staatliche Regulierung und mehr Unabhängigkeit für die beruflichen Entscheidungen gefragt.

Digitales Datenmanagement und innovative Gesundheitsleistungen werden für immer mehr Medizinschaffende notwendig. Im Vergleich zu 2019 ist der Anteil der Befragten, die sich mehr davon wünschen, um 9 Prozentpunkte gestiegen. Und: Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin ein Riesenthema. 67 Prozent der Befragten zählen ihn zu den größten Herausforderungen im Gesundheitssystem.

Für Studenten steht der Patient im Mittelpunkt

Auf die Frage nach Wünschen für die berufliche Zukunft nennen die meisten Studenten (75 Prozent) genug Zeit für die Patienten. An zweiter Stelle steht die Weiterbildung gefolgt vom Wunsch nach freier und flexibler Arbeitszeitgestaltung. Doch zunächst muss das Studium bewältigt werden und das scheint in den vergangenen Jahren immer frustrierender zu sein: Die Zufriedenheitswerte mit der Ausbildungssituation sind seit 2016 von 71 Prozent auf 44 Prozent drastisch zurückgegangen. Dabei sind 22 Prozent der Studenten sogar ausdrücklich unzufrieden. Zuletzt war es vor allem die Pandemie, die das Studieren erheblich erschwert hat, wie 62 Prozent der angehenden Akademiker sagen.

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„Die Zahlen machen deutlich, dass es vielfach darauf ankommt, die guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten und dafür zu sorgen, dass die geleistete Arbeit geschätzt, unterstützt und honoriert wird“, sagt Anne Hätty, die als Headhunterin im medizinischen Bereich bei mediorbis arbeitet. Einen Blick in die Studie der apoBank legt sie allen Personalverantwortlichen an Herz: „Zu wissen, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegt, ist die zentrale Grundlage für eine gute Zusammenarbeit und eine hohe Zufriedenheit. Wenn es einen häufigen Wechsel gibt, dann wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an individuellen Problemen einer Praxis liegen. Die lassen sich in der Regel sehr gut durch ein Coaching identifizieren.“

Bild 1: ©iStock / PeopleImages, Bild 2: ©iStock / Cecilie_Arcurs

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