Mit Pizza zum perfekten Passwort

Ein kleines Rätsel: Was wird mit Passwörtern gemacht?

Die richtige Antwort: Oft das, was nicht damit gemacht werden sollte. Oder ernsthaft betrachtet: Wer eine Haftnotiz mit der Aufschrift „Passwort: hallo123“ an den Monitor klebt, hat womöglich schnell ein großes Problem – vor allem, wenn der Monitor in einer Arztpraxis steht.

Die Liste der Schande, die Daniels und Mark Zuckerberg

Alle Jahre wieder stellt das Hasso-Plattner-Institut im Dezember seine Liste der Schande ins Netz: Die beliebtesten deutschen Passwörter. Und jedes Jahr mit dem gleichen und schlechten Ergebnis: Passwörter wie „123456“, „ichliebedich“ oder „lol123“ liegen ganz weit vorne. Gut, es gibt auch immer wieder Ausreißer, die überraschen. In der vergangenen Aufstellung fand sich zum Beispiel der Name „Daniel“ auf Platz 20 der beliebtesten Passwörter. Gibt es so viele Daniels in Deutschland? Haben so viele Menschen ihr Herz an einen Daniel verloren? Es bleibt ein Rätsel. Dabei ist die Datenbasis der Untersuchung mit 3,1 Millionen Zugangsdaten breit und damit ein guter Spiegel.

Weniger schleierhaft dürften die Gründe für Simpel-Passwörter und Aufbewahrungsorte wie der Zettel unter dem Mauspad sein: Bequemlichkeit und Ignoranz. Aber damit jetzt wieder alle den Kopf heben können, die gerade daran denken, dass sie seit Jahren immer „Passwort“ als Passwort nutzen und der Zugangs-Pin zum Praxis-Handy in der obersten Schublade gleich vorne liegt, wollen wir kurz daran erinnern, dass auch die Großen der Faulheit nachgeben. Einer davon ist Mark Zuckerberg. In einer von Hackern gestohlenen Datenbank von LinkedIn wurde „dadada” als das Passwort des Facebook-Chefs identifiziert. So weit, so schlecht.

Ein Password wie 123456 ist kein Passwort

Die Haftung macht schnell Schluss mit lustig

Zugegeben, das ist alles auch ein bisschen unterhaltsam. Aber mit dem Sprung in den Praxisalltag ist schnell Schluss mit lustig. „Ein Arzt, der die Daten seiner Patienten nicht bestmöglich schützt, könnte unter Umständen datenschutzrechtlich, zivilrechtlich, strafrechtlich und berufsrechtlich belangt werden.“ Das sagt Christian Wagner, Co-Founder und Justiziar von mediorbis und ein Experte auf dem Gebiet des Datenschutzes.

Das ist auch richtig so, denn Daten über die Gesundheit gehören zu den schützenswertesten überhaupt. Ärzte wie Psychotherapeuten müssen die personenbezogenen Daten ihrer Patienten also mit allen Mitteln vor fremdem Zugriff bewahren. Ein wichtiger Basisbaustein dazu sind sichere Passwörter.

Sie mögen Pizza, die mit Grottenolmen belegt ist? Super!

Ein sicheres Passwort kann zum Beispiel so aussehen: u4dD!7.8FJRdMPt9A@pAinH4. Wer sich das merken kann? Keine Ahnung … Aber es gibt einen sehr guten Weg, sich schwer knackbare Passwörter auszudenken, die trotzdem als Satz oder Sätze im Gedächtnis bleiben. Beispiel: „Drei Pizzen mit jeweils vier Grottenolmen bitte! Geht das schnell?“ Als Passwort liest sich das dann so: „3Pmj4Gb!Gds?“. Sie mögen es lieber vegan? Kein Problem: „Achtung: In meinen Kuchen kommen nur vier Äpfel und auf die drei Eier verzichte ich lieber!“ macht „A:ImKkn4Äuad3Evil!“.

Wem jetzt immer noch der Angstschweiß vor dem Vergessen auf der Stirn steht, der schreibt das Passwort auf. Achtung, jetzt kommt ein so großes wie dickes „Aber“: und bewahrt diese Notiz räumlich weit getrennt und verschlossen auf.

Eine kleine Anmerkung der Redaktion …

Bitte benutzen Sie „3Pmj4Gb!Gds“ und „A:ImKkn4Äuad3Evil!“ nicht selbst als Passworte. Die nutzen schon Autor und Redaktion und wir wollen ja alle nicht auf der Liste des Hasso-Plattner-Instituts am Jahresende auftauchen 😉

Bild 1: ©iStock / Aslan Alphan, Bild 2: ©iStock / s-cphoto

Suche