MFA-Kündigung-Recruiting

Wenn die MFA kündigt: Seid nett zur künftigen Ex

Ansgar Sadeghi
24.08.2022

Medizinische Fachangestellte (MFA) sind gefragt. Kündigt eine gute und ins Team integrierte MFA, bedeutet das oft einen herben Verlust. Lässt sich die Kündigung nicht verhindern, ist eine möglichst freundschaftliche Trennung wichtig. Manchmal kehren die Fachkräfte dann zurück. Zudem gewinnen Praxen Erkenntnisse, die ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern.

Arbeitsloe MFA? Mangelware

Auf 100 zu besetzende Stellen bei Berufen der Arzt- und Praxishilfe kamen im Jahr 2021 durchschnittlich nur 103 Bewerber (Quelle). Noch etwas dramatischer sind (aus Arbeitgebersicht) die Zahlen des Verbands medizinischer Fachberufe (VmF). 100 freien MFA-Stellen standen im Januar 2022 rechnerisch im Bundesgebiet nur 75 arbeitslose MFA gegenüber (VmF-Quelle).

Zugleich ist die Zahl derjenigen MFA gestiegen, die über eine Kündigung nachdenken. Das ergab eine Umfrage unter 3.900 Fachkräften. 46 Prozent der Befragten hatten in den zwölf Monaten vor der Umfrage mindestens mehrere Male im Monat daran gedacht, „aus dem Beruf MFA auszusteigen“. 2017 lag der Anteil nur bei 22 Prozent. VmF-Präsidentin Hannelore König sieht in diesem Anstieg eine „sehr beängstigende Entwicklung“.

Auch für Anne Hätty, Medical Headhunterin beim Dienstleister für den medizinischen Sektor mediorbis, sind die Zahlen ein Alarmsignal. „Praxisinhaber müssen jede Kündigung als persönliche Herausforderung sehen und kritisch beurteilen, ob der Arbeitsalltag in der Praxis Einfluss auf die Entscheidung des Mitarbeitenden hatte“, sagt sie. Zudem sollte die Kündigung aus ihrer Sicht durch ein intensives Gespräch ebenso begleitet werden wie eine Bewerbungsphase.

Boomerang-Recruiting: So kommt die Ex zurück

Boomerang Recruiting - Ehemalige wiedergewinnen

Um frei gewordene Stellen zu besetzen, können Personalverantwortliche gezielt ehemalige Mitarbeiter ansprechen. Für diese Strategie existiert der Begriff „Boomerang Recruiting“. Es kostet oft weniger als die Suche nach völlig neuem Personal. Zudem kennt man den Mitarbeiter bereits gut, was u. a. auch eine kürzere Einarbeitung erfordert. Für ein effizientes Boomerang-Recruiting sollten Arbeitgeber mit ehemaligen Mitarbeitern zumindest lose Kontakt halten. Möglich ist das zum Beispiel über soziale Netzwerke, durch Geburtstags- und Weihnachtsgrüße oder Einladungen zu Firmenevents.

Alles steht und fällt aber mit einer freundschaftlichen Trennung. Dann hat Boomerang-Recruiting laut einer aktuellen Umfrage durchaus Chancen. Immerhin können sich branchenübergreifend knapp vier von zehn Arbeitnehmer in Deutschland eine Rückkehr zum alten Arbeitgeber vorstellen. Und etwa ein Drittel hat genau das bereits einmal getan. Für Anne Hätty ist Boomerang Recruiting kein Königsweg auf der Suche nach Personal in Zeiten des Fachkräftemangels. Aber es kann ein Baustein von vielen für eine erfolgreiche Recruiting-Strategie sein.

Jede Trennung ist eine Chance

„Lässt sich eine Kündigung nicht verhindern, hilft ein gutes Abschlussgespräch, sich als Arbeitgeber weiter zu verbessern“, sagt Anne Hätty. Gemeinsam kann man analysieren, wo Stärken und Schwächen in der Teamarbeit der Praxis liegen. Das kann dem Praxisinhaber wichtige Erkenntnisse bringen und stärkt das Gefühl, dass die Wertschätzung durch den Arbeitgeber nicht mit der Kündigung des Arbeitnehmers endet.

Ein möglichst wohlwollendes Zeugnis trägt ebenfalls zu einer positiven Trennungskultur bei. Und die ist wichtig. Selbst, wenn eine Rückkehr der MFA in die Praxis zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann, bringt ein freundschaftlicher Abschied Vorteile. „Medizinisch Technische Assistenten sind oft gut untereinander vernetzt“, weiß Anne Hätty. Das bedeutet nicht zuletzt: Die Wertschätzung des Arbeitgebers, die selbst in einer Kündigungsphase erlebbar bleibt, spricht sich bei jungen Talenten und erfahrenen Kräften herum. Dadurch steigt für Praxen die Chance, sie in herausfordernden Zeiten für sich zu gewinnen.

Bild 1: ©iStock/kynesher, Bild 2: ©iStock/valentinrussanov

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