Ärzteberatung: Kompass zum Praxiserfolg

Möchten Sie wissen, weshalb Ärzteberater ein wichtiger Teil des Ärzte-Ökosystems sind? Dieser Artikel über die Ärzteberatung in Deutschland soll Ihnen als Arzt vermitteln, was Ärzteberater leisten und vor allen Dingen für Sie leisten können. Sie erfahren von drei konkreten Beratungsfällen, bekommen Einblick in die Aufgaben eines Ärzteberaters und lernen die größten Beratungsunternehmen in Deutschland kennen. Zusätzlich haben wir ein Interview mit drei Ärzteberatern geführt, die uns etwas Einblick in ihren Berufsalltag gewährt haben. So wird klare, weshalb es ich bei Ärzteberatungen um einen Kompass zum Praxiserfolg handelt.

heiberuflicher Berater Mario Ammer

Ärzteberatung: Inhalte dieses Artikels

Was leistet eine Ärzteberatung?

Drei Fälle von ärztlichen Fachberatern aus der Praxis

Aufgaben bei der Ärzteberatung

Große Ärzteberatungsunternehmen in Deutschland

Praxis der Ärzteberatung: Drei heilberufliche Berater im Interview

  • Seit wann sind Sie als Ärzteberater in der Ärzteberatung tätig?
  • Wie würden Sie ihre Aufgabe in drei Sätzen beschreiben?
  • Welche Rolle spielt ein Expertennetzwerk bei der Betreuung Ihrer Mandanten?
  • Wie rechnen Sie bei der Ärzteberatung mit Ihren Mandanten ab?
  • Wie helfen Sie angestellten Ärzten, die sich niederlassen möchten?
  • Wie helfen Sie niedergelassenen Ärzten bei der Praxisabgabe?
  • Wie unterstützen Sie ihre Mandanten bei der Wahl der Praxissoftware?
  • Können Sie uns die Bereiche der Ärzteberatung in chronologischer Relevanz benennen, die in Ihrer Beratungspraxis relevant sind?

    • Was leistet eine Beratung von Heilberufen?

      Was leistet eine Ärzteberatung?

      Grundsätzlich kann die Bezeichnung Ärzteberatung als Sammelbegriff für jegliche Berater verstanden werden, die Ihre Beratungsdienstleistungen im Gebiet der Heilberufe ausüben. Das sind sowohl Anwälte, Steuerberater, Versicherungsberater, Praxisberater, Bankberater als auch Finanzberater und Praxisgutachter. Enger gefasst wird unter einem Ärzteberater ein Berater verstanden, der sich mit einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund um alle praxisrelevanten Belange des Arztes kümmert und dabei auf ein Expertennetzwerk von Fachanwälten, Steuerberatern und weiteren Spezialisten zugreifen kann.

      Die Beratung von Heilberufen trägt dem Umstand Rechnung, dass ein Medizinstudium keine betriebswirtschaftlichen Inhalte vermittelt und somit den heutigen Herausforderungen eines selbstständigen Arztes nicht gerecht wird. Die daraus resultierende Unsicherheit stellt bei vielen angestellten Ärzten eine Barriere zur Selbstständigkeit dar. Die Hinzunahme von Ärzteberatern bedeutet den Zukauf von betriebswirtschaftlichem Know-how, um die Arztpraxis, bei der es sich um ein komplexes Unternehmen handelt, gut aufzustellen.


      mediSearchÄrzteberatung

      Der Arzt wird beim Übergangsprozess in die Selbstständigkeit und darüber hinaus im laufenden Betrieb begleitet. Ein gutes Beispiel für den Einsatz eines Ärzteberaters oder Praxisberaters ist der Praxisankauf oder die Übernahme einer bereits bestehenden Arztpraxis. Er unterstützt den Arzt bei der Auswahl der geeigneten Praxis, bei der Prüfung der entsprechenden Unterlagen, der Praxisübernahme sowie der Erstellung eines Businessplans und der Kommunikation mit der Kassenärztlichen Vereinigung.

      Zusätzlich bieten manche Ärzteberatungen Unterstützung im Personalmanagement, dem Versicherungswesen, der Praxismodernisierung und der Ablaufoptimierung. In turbulenten Zeiten erweisen sich Ärzteberater als verlässliche Krisenmanager und liefern Kosteneinsparungskonzepte, wie die Gründung von gemeinsam genutzten Laboren. Bei Finanzierungen von weiteren Praxen übernehmen manche Ärzteberater die Verhandlung mit der Bank, was auch bei Finanzierungen von Immobilien zur Eigennutzung oder Kapitalanlage zutrifft. Somit spielt die Ärzteberatung auch eine wichtige Rolle bei der Altersvorsorge, der Vermögensplanung und der Vermögensbildung.

      Drei Beratungsfälle von Ärzteberatern aus der Praxis

      Drei Beratungsfälle von Ärzteberatern aus der Praxis

      Die folgenden drei Beratungsfälle reflektieren die Vielseitigkeit eines Ärzteberaters und die Fähigkeit, seinen heilberuflichen Mandanten in unternehmerischen Entscheidungen zu unterstützen. Dabei gewinnt man ein Verständnis für den hohen Aufwand, der in der Ärzteberatung betrieben wird, um den Praxisbetrieb zu optimieren oder die Expansion zu begleiten. Hierbei handelt es sich um echte Fälle aus der Praxis, die etwas anonymisiert worden sind.

      Endlich als Zahnarzt niederlassen

      Noch vor fünf Jahren praktizierte Jürgen als Oralchirurg in einer Klinik für ästhetische Zahnheilkunde. Auf einem abendlichen Fachvortrag zum Thema Selbstständigkeit lernte er bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank einen Ärzteberater kennen, der ihm zunächst half, eine zahnärztliche Praxis in Berlin zu finden und anschließend die Übergabe begleitete. Darüber hinaus hat Jürgen über das Netzwerk des Ärzteberaters seine Fachanwälte, seinen Steuerberater, seinen Personalvermittler und seinen Praxisvermarkter kennen gelernt. Jürgens Praxis gehört heute zu den erfolgreichsten Praxen für ästhetische Zahnheilkunde in Berlin mit einem hohen Anteil privater Patienten. Maßgeblich für seinen Erfolg ist laut Jürgen seine hohe Grundmotivation gewesen. Das Fundament für den wirtschaftlichen Betrieb der Praxis sei jedoch durch seinen Berater und dessen Netzwerk gelegt worden.

      Einsparungen durch ein Gemeinschaftslabor

      Stefan ist seit sieben Jahren niedergelassener Zahnarzt in München. Vor drei Jahren kam sein Berater auf ihn zu und empfahl ihm den Betrieb eines Gemeinschaftslabors zusammen mit einem zahnärztlichen Kollegen. Die Entscheidung, den Rat seines Ärzteberaters umzusetzen und in ein Gemeinschaftslabor zu investieren, hat in den vergangenen zwei Jahren zu einer Kosteneinsparung von zwanzig Prozent bei gleichbleibendem Umsatz geführt. Stefan profitiert vom Netzwerkeffekt seines Beraters. Den Weg, der zu dieser Kosteneinsparung geführt hat, ging Stefan vor allem deshalb, weil von Beginn an klar war, dass sich sein Praxisberater gemeinsam mit seinem Steuerberater und seinem Fachanwalt um die Gründung des Labors und die Einstellung des Zahntechnikers kümmert. Der zeitliche Aufwand war laut Stefan äußerst überschaubar und betraf überwiegend Vertragsbesprechungen. Den Rest erledigten größtenteils seine Berater für ihn. Die Kosten für das Labor, die Beratung und das Hinzuziehen der Experten, haben sich in 26 Monaten amortisiert.

      Zweigpraxis in Berlin

      Als erfolgreiche Kieferorthopädin liegt Renate ein guter betriebswirtschaftlicher Spürsinn zugrunde. Mit 42 Jahren liebte sie ihren Beruf und verspürte den Reiz nach einer zweiten kieferorthopädischen Praxis. Sie hatte dieses Vorhaben bereits ausführlich mit ihrem Ärzteberater besprochen. Es dauerte jedoch etwas länger, bis die passende Praxis in der Nähe ihrer Erstpraxis gefunden werden konnte. Um die Anstellung von einem weiteren angestellten Zahnarzt zu vermeiden, wollte Renate in beiden Praxen arbeiten, weshalb ihr die fußläufige Nähe wichtig war. Ihr Ärzteberater hat gemeinsam mit dem Fachanwalt und ihrem Steuerberater die gesamte Praxissuche und die anschließende Übernahme koordiniert. Darüber hinaus begleitete ihr Ärzteberater gemeinsam mit einer ihrer Praxishelferinnen die Einstellung eines angestellten Kieferorthopäden. Ohne ihre Berater hätte sich Renate schon allein aus zeitlichen Gründen niemals in der Lage gesehen, eine zweite Praxis zu übernehmen. Den Praxiskauf empfindet sie heute als eine der besten Entscheidungen, die sie treffen konnte.

      Aufgaben bei der heilberuflichen Beratung

      Aufgaben bei der Ärzteberatung

      Consulting – Koordination – Controlling

      Die Beratung durch einen Ärzteberater erstreckt sich auf alle Fragen von Praxisgründung oder Praxisübernahme über Finanzierung, Versicherungen, Modernisierung usw. bis hin zum täglichen Praxisbetrieb. Der Berater koordiniert dabei die nötigen Fachanwälte, Steuerberater und gegebenenfalls weitere Berater. Gemeinsam mit dem Steuerberater kann der Ärzteberater das Controlling übernehmen und seinem Mandanten regelmäßig Bericht erstatten bzw. im Rahmen seiner Beratung Optimierungsmaßnahmen vorschlagen. Diese werden dann im Falle einer gewünschten Umsetzung überwacht und zum Gegenstand des zukünftigen Controllings. Dieser Kreislauf reflektiert die Beratungsleistung anschaulich, bildet die Basis für den stetigen Erfolg vieler Praxen und verkörpert den offensichtlichsten Vorteil der Zusammenarbeit mit Ärzteberatern.

      Ausbildung – Kompetenz – Vertrauensebene

      Gut informierte Akademiker mit betriebswirtschaftlichem Verständnis

      Klassische Ärzteberater haben eine akademische Ausbildung mit dem Fokus auf Wirtschafts-, Rechtswissenschaften oder Steuerrecht. Die Spezialisierung auf die Beratung von Heilberufen findet meist durch den Anschluss an ein Ärzteberatungsunternehmen statt. Solche Unternehmen bieten eine Vielzahl von Fortbildungsmaßnahmen, um ihren angebundenen Beratern relevante Inhalte für eine hochwertige Beratung zu vermitteln. Besonders wenn es um Veränderungen in der Steuerrechtsprechung, dem Gesundheitswesen oder den Anforderungen der Kassenärztlichen Vereinigungen geht, halten Ärzteberatungsunternehmen Ihre Ärzteberater auf dem aktuellsten Wissensstand. Dadurch können die entsprechenden Ärtzeberater eine hohe Beratungskompetenz abliefern sowie die Praxen ihrer Mandanten rasch und versiert an die neuen Anforderungen anpassen.

      Eine Vielzahl von Kompetenzgebieten erfordert entsprechende Erfahrung

      Nur wenige Berufe setzen ein derart breites Wissensspektrum voraus wie der des Ärzteberaters. Neben einer soliden betriebswirtschaftlichen Ausbildung ist generalistisches Wissen aus dem Bereich der Steuerrechtsprechung, dem Gesellschaftsrecht und den Anforderungen im Rahmen des Gesundheitswesens eine wichtige Grundvoraussetzung. Darüber hinaus verfügen viele Ärzteberater über fundierte Kenntnisse aus dem Versicherungswesen, dem Kreditwesen und dem klassischen Vermögensaufbau unter Berücksichtigung verschiedener Anlageklassen.

      Da dieses Wissen nicht innerhalb eines einzigen Studiengangs zu erlangen ist, sondern vielmehr durch Weiterbildungsmaßnahmen und Praxisfälle im Laufe der Zeit erworben wird, liegt die Berufserfahrung eines Ärzteberaters meist bei zehn Jahren und mehr. Nicht selten spiegelt die Berufslaufbahn die Kompetenzbildung auf den wichtigsten Gebieten wieder. Beispielsweise hat ein Ärzteberater und Jurist aus Karlsruhe Medizin studiert, um heute als Allgemeinmediziner seine Mandanten im Rahmen eines eigenen Beratungsunternehmens optimal unterstützen zu können.

      Gemeinsame Erfolgsmotivation

      Der Arzt und sein Ärzteberater bilden eine Symbiose, deren Fortbestehen durch die gemeinsame Erfolgsmotivation geprägt ist. Der Erfolg der Praxis spiegelt sich beim Ärzteberater durch höhere Einnahmen wieder, weshalb er ein hohes Interesse am wirtschaftlichen Erfolg seines Mandanten hat. Bei Versicherungsarten, deren Beitrag sich beispielsweise am Praxisumsatz orientiert, steigen und fallen die Vermittlungserträge des Ärzteberaters mit dem Mandantenumsatz. Die Vermittlungserträge aus dem Vermögensaufbau des Arztes hängen wiederum vom Praxisgewinn ab. Der erfolgreiche Ärzteberater verdankt seinen Erfolg, dem seiner Mandanten und vice versa. Eine derartige Symbiose dauert in vielen Fällen vom Beginn der Selbstständigkeit bis zur Praxisabgabe und darüber hinaus. Sie bringt gleichermaßen eine steigende Reputation des Ärzteberaters mit sich wie ein zunehmendes Vertrauen zwischen Berater und Arzt.

      Große Ärzteberatungsunternehmen in Deutschland

      Große Ärzteberatungsunternehmen in Deutschland

      Überregional tätige Ärzteberatungsunternehmen vereinen regional tätige Ärzteberater unter einem Kompetenz- und Dienstleistungsschirm. Sie bieten ihren angebundenen Ärzteberatern die entsprechenden Softwarelösungen, die sie zur Beratung ihrer Ärzte benötigen und halten sie gleichzeitig auf dem aktuellsten Stand zu Themen wie Rechtsprechung oder Gesundheitswesen. Darüber hinaus bieten Ärzteberatungsunternehmen eine Abwicklungsplattform für Versicherungen und ein Haftungsdach für Finanzprodukte. Der Löwenanteil des Beratermarktes verteilt sich auf die großen Beratungsunternehmen mit mehr als fünfzig angebundenen Ärzteberatern

      apoBank

      Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG verfügt sowohl über angestellte Berater als auch über angebundene Ärzteberater. Dabei konnte die Bank in den letzten Jahren große Fortschritte in der Ausrichtung des Beratergeschäftes erzielen, indem sie den Fokus auf die Wünsche Ihrer Kunden und der Ärzteberater richtete. Ein Marktanteil von 50 % macht die apoBank zu einem zentralen Bestandteil der Ärzteberatung in Deutschland. Mit einer Hauptniederlassung in Düsseldorf und 81 weiteren Niederlassungen in ganz Deutschland beschäftigt das Unternehmen ca. 2.600 Mitarbeiter und gehört aktuell 109.680 Genossenschaftsmitgliedern.

      MLP

      Die MLP Finanzberatung SE hat sich als Beratungsunternehmen auf die akademischen Berufe spezialisiert. Die Heilberufe nehmen dabei einen Teil der Beratungszielgruppe ein. Angebundene Ärzteberater befinden sich bundessweit in allen deutschen Großstädten und sind auf das weitere Bundesgebiet verteilt. Mit 1.976 Mitarbeitern zählt MLP zu den größten Ärzteberatungen in Deutschland.

      Horbach

      Die 1983 gegründete Horbach Wirtschaftsberatung GmbH hat sich auf Akademiker spezialisiert. Die Beratung von Ärzten ist ein fester Bestandteil des Unternehmens. Mit 251 Mitarbeitern zählt Horbach zu den erfolgreichsten Spezialisten im Bereich der Ärzteberatung. Die tätigen Berater verfügen meist über eine akademische Ausbildung. Weitere Beratungsqualifizierungen werden durch Fortbildungsmaßnahmen sichergestellt.

      A.S.I. Wirtschaftsberatung

      Die A.S.I. Wirtschaftsberatung AG ist seit 1969 als Beratungsunternehmen mit den Schwerpunkten Existenzgründung, Praxisführung und Praxisübertragung sowie Finanzplanung tätig. Mit rund 150 Partnern deutschlandweit bietet die A.S.I. Betreuung und Beratung durch Experten, die durch das Weiterbildungsangebot des Unternehmens über aktuelle Änderungen informiert werden.

      Auch die Unicredit und die Deutsche Bank verfügen über eigene Sparten, die sich auf die Beratung von Heilberufen spezialisiert haben.

      Praxis der heilberuflichen Beratung: 3 Berater im Interview

      Interview mit drei Ärzteberatern: Mann mit Mikrofon

      Wir haben drei Ärzteberater für Sie interviewt und ihnen acht Fragen gestellt. Monika Dumont ist Ärzteberaterin aus München und Autorin des Buches “Die erfolgreiche Arztpraxis”. Sven Seiler ist Ärzteberater aus Lingen und betreibt selbstständige Beratung für Heilberufe, während sich Heinz-Peter Fischer auf die Ärzteberatung von Radiologen und Nuklearmediziner im gesamten Bundesgebiet spezialisiert hat und das Unternehmen Proconcept in Bamberg leitet.

      Seit wann sind Sie als Ärzteberater in der Ärzteberatung tätig?

      Monika Dumont: “Seit über zwanzig Jahren”

      Sven Seiler: “Ich bin seit neun Jahren als Ärzteberater tätig.”

      Heinz-Peter Fischer: “Direkt nach dem Ende meines abgeschlossenen Studiums der Betriebswirtschaftslehre Mitte 1992 begann meine Arbeit mit den Ärzten. Damals noch als Mitarbeiter einer mittelständischen Firma mit dem Schwerpunkt für Praxisfinanzierungen. Dort reifte die Idee eine eigene Beratungsfirma aufzubauen, die sich nur durch Beratungshonorare tragen sollte. Diese Idee konnte ich dann im Juli 1995 in Bamberg umsetzen.”

      Wie würden Sie ihre Aufgabe in drei Sätzen beschreiben?

      Monika Dumont: “Ich analysiere die Ist Situation, liefere Motivation zur qualitativen Verbesserung von nicht förderlichem Arbeitsablauf und Verhalten des Teams und entwickele Strategie für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Praxisbetriebes.”

      Sven Seiler: “Ich helfe Ärzten mit individuellen Versicherungs- und Finanzkonzepten Mehrwerte zu realisieren. Diese Mehrwerte können Zeitersparnis, Geldersparnis oder auch Leistungsverbesserung im Versicherungsbereich sein. Ähnlich wie Ärzte arbeite ich dabei mit einer entsprechenden Analyse der IST-Situation (Anamnese), über die Durchführung (OP) bis hin zum wiederkehrenden Finanzcheck (Kontrolluntersuchung).”

      Heinz-Peter Fischer: “Da unser Schwerpunkt bei der Ärzteberatung auf den technisch lastigen Fächern Strahlentherapie, Radiologie und Nuklearmedizin liegt, müssen mein Team und ich die Problemlöser für die Kunden sein. Die Aufgaben sind sehr anspruchsvoll und so unterschiedlich wie die Fächer und die Kunden selbst sind. Es gibt keine Fragestellung, die wir in den letzten 24 Jahren im eigenen Büro noch nicht bearbeitet hätten – daher sind wir z.B. in der Strahlentherapie deutschlandweit Marktführer in der Beratung. “

      Welche Rolle spielt ein Expertennetzwerk bei der Betreuung Ihrer Mandanten?

      Monika Dumont: “Keine.”

      Sven Seiler: “Ein Expertennetzwerk ist für bestimmte Themen wie z.B. Niederlassungsberatung von enormer Wichtigkeit! Hier tragen Steuerberater und Rechtsanwälte mit ihren Gewerken zur umfassenden Unterstützung bei.”

      Heinz-Peter Fischer: “Wir selbst sind Generalisten. Das hat sich bewährt, dennoch arbeiten wir in verschiedenen Bereichen mit anderen anerkannten Fachleuten zusammen, da unsere Kunden mit den von uns empfohlenen Personen sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Da wären verschiedenen Fachanwälte, Architekten, Steuerberater oder Bauunternehmer zu nennen.”

      Wie rechnen Sie bei der Ärzteberatung mit Ihren Mandanten ab?

      Monika Dumont: “Ich stelle Rechnung nach Aufwand, biete aber auch Angebote von Pauschalen mit Inhaltspaketen an.”

      Sven Seiler: “Es gibt für mich drei Bezahlungsarten: Provisionen (z.B. durch Versicherungsgesellschaften bei Vertragsabschlüssen), Honorarvereinbarungen (z.B.  bei überwiegend beratender Tätigkeit) und Kundenempfehlungen.”

      Heinz-Peter Fischer: “Wir arbeiten grundsätzlich auf der Basis von Honorarverträgen. Hier sind wir flexibel. Das kann von Stundensätzen, Tagespauschalen bis hin zu Gesamtpauschalen zuzüglich unserer Sachkosten gehen. Dabei ist der Stundensatz je nach Qualifikation der Bearbeiter abgestuft. Gerne sind wir bereit dies auf der Basis einer geringeren Pauschale – z.B. beim Medizintechnikeinkauf – mit einer Erfolgsprämie für uns zu kombinieren.”

      Wie helfen Sie angestellten Ärzten, die sich niederlassen möchten?

      Monika Dumont: “Unter Anderem biete ich Strategiegespräche, Unterstützung bei der Auswahl von Praxis und Personal und Training zur Entwicklung von Führungseigenschaften. Darüber schreibe ich auch in meinem Buch “Die erfolgreiche Arztpraxis” welches sich in der 5. Auflage befindet und vom Springer Verlag verlegt wird.”

      Sven Seiler: “Hier stelle ich zunächst die Frage nach Erwartungen an die mögliche Niederlassung. Im gemeinsamen Gespräch werden dann meist wichtige Fragen gestellt. Meine Aufgabe ist es die offenen Fragen zu klären, sowie auf Chancen und Risiken einer Niederlassung hinzuweisen.”

      Heinz-Peter Fischer: “Nach der Niederlassungssperre im Jahr 2012 für alle Fachrichtungen sind die freien Niederlassungsmöglichkeiten sehr beschränkt. Daher sprechen wir hier von der Suche nach Einstiegen. Hier liegt unsere Kompetenz auf der Hand – Einschätzung des zukünftigen strategischen Potentials der Praxis, Verhandlung beim Kaufpreis, Aufdeckung von „pitfalls“ bei den wirtschaftlichen Folgen von Gewinnverteilungen und natürlich der Einschätzung der vorhandenen Medizintechnik.”

      Wie helfen Sie niedergelassenen Ärzten bei der Praxisabgabe?

      Monika Dumont: “Ich entwickele Strategien zur bestmöglichen Weitergabe der Praxis an geeignete Kandidaten. Dabei arbeite ich Vorschläge zur Modernisierung der Praxis aus, um sie für Interessenten attraktiv zu gestalten und den bestmöglichen Preis zu erzielen.”

      Sven Seiler: “Bei der Praxisabgabe sollte man sich frühzeitig um eine Strategie kümmern. Für diese Strategie bin ich in der Ärzteberatung zuständig. Praxisabgaben unter Zeitdruck haben meistens eine schlechte Verhandlungsbasis für den Praxisabgeber. Ich möchte hier als Vermittler zwischen Praxisverkäufer und Praxisnachfolger tätig sein. Ein erfolgreiches Modell ist hier die Übernahmeoption aus dem Angestelltenverhältnis. So kann sich beispielsweise ein möglicher Praxisnachfolger zunächst ein Bild vom Alltag in einer Praxis machen.”

      Heinz-Peter Fischer: “Seit 2016 sind die institutionellen Investoren massiv auf den deutschen Markt getreten. Wer hier zukunftsfähig bleiben will, muss wissen was um ihn herum passiert. Wir kennen alle derzeitigen und potentiellen Marktteilnehmer aus diesem Segment und erzielen – wenn dies gewünscht ist – hervorragende Verkaufspreise. Ansonsten suchen wir natürlich auch mögliche Nachfolger, ermitteln sachgerecht einen Praxiswert und unterstützen durch stationäre Anbindungen die Tragfähigkeit der Einrichtung für die Zukunft.”

      Wie unterstützen Sie ihre Mandanten bei der Wahl der Praxissoftware?

      Monika Dumont: “Ich recherchiere den tatsächlich gelebten Bedarf an Praxissoftware, lasse die Auswahl durch die entsprechenden Anbieter präsentieren und verhandle den Preis. Zusätzlich biete ich ein Teamtraining „on Job“ zur optimalen und effizienten Nutzung der Praxissoftware an und empfehle sinnvolle weitere Softwaretools zur Entlastung von Empfang und Abrechnung.” 

      Sven Seiler: “Beim Thema Praxissoftware bin ich nicht der richtige Ansprechpartner. Hier habe ich noch Potenzial, mein Netzwerk zu erweitern.”

      Heinz-Peter Fischer: “Bei der Praxissoftware sind wir nicht eingeschränkt – das ist aber nicht unser Hauptthema, da wir fast nur Großgeräte für die Kunden beschaffen, denn dort geht es um richtig viel Geld. Da wir seit unserer Gründung 1995 mit Abstand die meisten Strahlentherapien in Deutschland gegründet und betreut haben, kennen wir dort die echten Marktpreise für Linearbeschleuniger, analog bei MRT`s oder Computertomographie. Dadurch erzielen wir nicht nur deutlich bessere Einkaufspreise, sondern auch günstigere Wartungs- und Ersatzteilkosten für unsere Kunden – die Praxissoftware für die Organisation und die Abrechnung ist dabei nur ein kleiner Nebenaspekt.”

      Können Sie uns die Bereiche der Ärzteberatung in chronologischer Relevanz benennen, die in Ihrer Beratungspraxis relevant sind?

      Sven Seiler: “Nach einem informativen Erstgespräch folgt meist ein Beratungstermin. Anschließend arbeite ich eine Strategie aus und stimme sie mit dem Mandanten ab. Bei der Umsetzung der Strategie versorge ich den Mandanten mit allen relevanten Dokumenten und Unterlagen. Ein jährliches Gespräch zur Bewertung unserer Zusammenarbeit soll im Nachgang helfen, meinen Service zu verbessern und etwas feinjustierter auf die Bedürfnisse des Mandanten anzupassen. Die sich im Übrigen immer wieder mal ändern können.”

      Heinz-Peter Fischer: “Derzeit sind es Verkäufe und Gespräche mit Investoren und Strategien zum Aufbau größerer Netze. Häufig geht es um Personalbeschaffungen von Fachärzten und Medizinphysikern, sowie Einkäufe oder Optimierungen bei der Medizintechnik. Derzeit ist sehr viel in Bewegung. Für die Strahlentherapie kann ich sagen, dass man davon ausgehen muss, dass in 10 Jahren nur noch maximal 15 bis 20 große Anbieter am Markt sein werden. Gleiches gilt selbstverständlich analog für die Radiologie und Nuklearmedizin.”


      Vielleicht hat Sie dieser Artikel dazu bewogen, einen Ärzteberater zu suchen oder Sie darin bestärkt. Sollte dies so sein, können Sie hier einen Berater für Mediziner finden, der für Sie die Praxisabgabe oder -übernahme auf Mediorbis organisiert.

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