Was ist die Sativa-Wirkung?

Sativa-Wirkung bei Freizeitkonsum: geistig stimulierend, zerebraler und energiegeladener Rausch, der beispielsweise Lachanfälle auslösen kann und kreative Ideen fördert. Sativa-Wirkung in der medizinischen Anwendung: förderlich für das Wohlbefinden, stimmungserhebend, Übelkeit-reduzierend und Appetit-anregend, soll unter anderem Kopfschmerzen lindern.

Für den kontrollierten Anbau medizinischen Cannabis‘ sind in Deutschland Hanfpflanzen zugelassen, die einen möglichst gleichbleibend niedrigen Tetrahydrocannabinol (THC)-Anteil aufweisen. Dies trifft auf eine Reihe von Indica-Pflanzen zu. In der Cannabis-Therapie kann in vielen Fällen aber auch die belebende und euphorisierende Sativa-Wirkung sinnvoll eingesetzt werden, so zum Beispiel bei der Behandlung von Depressionen.

Die beiden natürlichen Cannabispflanzen Sativa und Indica haben einen unterschiedlichen geografischen Ursprung. Sie werden gekreuzt, um durch diese Hybride auf den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) Einfluss zu nehmen. Ausgeprägte Sativa-Sorten kommen nämlich durchaus auf einen THC-Gehalt von über 25 %, wohingegen Indica-Sorten bei 1 % THC liegen können. Neben unterschiedlichen Darreichungsformen gibt es sowohl Rezepturarzneimittel auf Cannabis-Basis als auch fertige Medikamente wie Dronabinol, die in der Schmerztherapie auf die Sativa-Wirkung setzen.

Cannabis Sativa: Indica- vs. Sativa-Wirkung

Sativa-Wirkung ist gut erforscht.
Die Sativa-Wirkung wird auch für therapeutische Zwecke eingesetzt.

Reine Sativa-Sorten sind eher bei der Verwendung als Marihuana denn im medizinischen Bereich gefragt, da der hohe THC-Gehalt von bis zu 25 % einen geistigen kreativen und euphorischen Energieschub hervorrufen kann. Alltagstauglich ist die hingegen körperlich als couchlastig beschriebene Sativa-Wirkung nicht. Nach dem Konsum reiner Sativas kann man weder Auto fahren, noch beruflich Maschinen bedienen. Diese Wirkung lassen auch die bekannten Haze-Sorten erkennen, mit einem ebenfalls hohen THC-Anteil. Die Behandlung chronischer Schmerzen oder Depressionen setzt hingegen auf eine Wirkung von Cannabis in einem ausgewogenen Sativa-Indica-Verhältnis. 

Der THC-Wirkstoff findet sich konzentriert im Harz der Sativa-Blüte. Im Gegensatz zur Indica- hat die Sativa-Pflanze größere Blütenstände und wächst höher. Im direkten Vergleich von Sativa und Indica wächst die Indica-Pflanze mit ihren kurzen Blütenständen eher gedrungen und kompakt. In der Cannabis-Therapie bestimmen jedoch, neben dem Sativa- und Indica-Unterschied, das die Wirkung steigernde Terpen- und Flavonoid-Verhältnis den medizinischen Einsatz.

Einfach irgendwo irgendwelches Cannabis kaufen und rauchen – wenn das bei den Beschwerden hilft, kann man nur sagen „Glück gehabt!“. Voll ausgeschöpft wird das therapeutische Potenzial nur, wenn gezielt eine auf das Krankheitsbild abgestimmte Cannabisblüte oder ein entsprechendes Cannabis-Arzneimittel konsumiert wird.

Die charakteristische Cannabis-Wirkung der Sativa 

Indica vs Sativa-Wirkung
Die Sativa-Wirkung ist gut erforscht: Cannabis wird auch bei Depressionen verwendet.

Die Cannabis-Wirkung ist für verschiedene Anwendungsgebiete gut erforscht. Dazu zählt die Unterdrückung von Übelkeit und Brechreiz, die Anregung von Appetit, aber auch der Umgang mit chronischen Schmerzen, die mit Krebserkrankungen einhergehen. Sativa wird gegen Depression genauso verwendet wie bei posttraumatischen Belastungsstörungen. Der Sativa-Indica-Unterschied wird häufig so beschrieben, dass Sativa auf den Geist und Indica auf den Körper wirkt. 

Medizinisches Cannabis kombiniert meist beide Wirkungen, also die eher euphorisierende der Sativa-Pflanzen, mit der beruhigenden und entzündungshemmenden der CBD-lastigen Indica-Pflanzen. Wobei der Name Sativa die Bedeutung hat: kultiviert, gezüchtet. Die Cannabis-Nebenwirkung, sich couchlastig zu fühlen, hängt hingegen mit dem psychoaktiven THC-Anteil zusammen. 

Sativa, Indica – ein echtes Gegensatzpaar? 

Das Gegensatzpaar Sativa-Indica.

Sativa und Indica bilden ein Gegensatzpaar der gleichen Cannabis-Pflanze, die nur an verschiedenen geographischen Orten ausgeprägt war. Auch die Cannabis Ruderalis und die Haze-Sorten werden der Sativa-Pflanze zugeordnet. Der optische Unterschied von Sativa und Indica ist ihr Wuchs, ihre Größe und die Blattfarbe. Die Indica-Sorten sind kleiner, kompakter und haben kurze Blütenstände.

Beim Vergleich „Sativa vs. Indica“ geht es zumeist um eine Gegenüberstellung von THC- und CBD-Anteil. Doch aufgrund der zahlreichen Kreuzungen verwischen die Grenzen und es müsste vielmehr von einer gemischten Sativa-Indica-Wirkung die Rede sein. Diese wiederum können dann entweder sativa- oder indicadominiert sein. Bestimmend für das angestrebte therapeutische Potenzial ist zudem das Terpen- und Flavonoid-Verhältnis.

Haze-Sorten setzen auf die Sativa-Wirkung

Sativa-Wirkung:  Haze-Sorten sind sativadominiert und besitzen reiche Blütentrauben
Haze-Sorten aus Kalifornien setzen auf die Sativa-Wirkung.

Die beliebten Haze-Sorten wurden ursprünglich in den USA, in Kalifornien, gezüchtet. Sie sind sativadominiert, besitzen ein gelb-grünliches Blatt und reiche Blütentrauben. Die meisten Sorten haben einen hohen Anteil stark aromatischer Terpene, welche die Haze-Wirkung mitbestimmen.

Während sich die Cannabissorte Super Silver Haze eher durch erdig-fruchtige Terpene auszeichnet, so besitzt der sehr ertragreiche Chocolope-Strain, eine fast 100%-ige Sativa, süße Schokoladenaromen. Einen noch intensiveren Schokoladengeschmack finden Konsumenten bei Chocolate Haze, einer 95%-igen Sativa. Mit starken Zitrus- und Minzdüften warten hingegen Cannabissorten wie Utopia Haze, eine 90%-ige Sativa, und die preisgekrönte ‚Königin der Sativas‘, der Kali Mist Strain auf.

Beliebte Gras-Sorten setzen auf die Sativa-Wirkung

Sativa-Wirkung: Grassorten
Die Sativa-Wirkung ist für die Gras-Sorten besonders interessant.

Für die Marihuanas, also das was man umgangssprachlich als Gras-Sorten bezeichnet, werden zerkleinerte Blütentrauben und die kleinen, blütennahen Blätter der Cannabispflanzen verwendet. Wobei die Sativas die größeren Blütenstände aufweisen und sich im Harz der Sativa-Blüten der THC-Gehalt konzentriert. THC ruft beim Konsum von Gras, Weed oder Dope die erwünschte psychoaktive Wirkung hervor. 

Aber je nach Pflanzenart kann die Cannabis-Wirkung auch zu größerer Kreativität anregen oder die eigene Schüchternheit überwinden helfen. Medizinisches Cannabis kann, wie einige Gras-Sorten auch, die Symptome von Epilepsie, Spastiken und dem Tourette-Syndrom lindern.

Wem es hingegen um die eher beruhigenden und entzündungshemmenden CBD-Wirkungen geht, die zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erwünscht sind, der muss keine Cannabisblüten verdampfen (Grinder + Vaporizer), sondern kann auf die Cannabisöl-Wirkung vertrauen. Ohne klassische Gras-Nebenwirkungen, zum Beispiel die Couchlastigkeit oder die Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit, kann durch man die Einnahme von Cannabis als Öl, Kapseln oder als Mundspray die gewünschte Wirkung erzielen. Frei verkäuflich sind solche CBR-Produkte, so lange der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt.

Die medizinische Wirkung von Cannabis 

Behandlung von Psychosen und Schizophrenie mit Sativa
Durch die Sativa-Wirkung von Cannabis können Psychosen und Schizophrenie behandelt werden.

Bekannt ist die Heilpflanze seit Jahrtausenden, aber die Wirkung von Cannabis wird erst in den letzten Jahren wieder zunehmend unter dem therapeutischen Gesichtspunkt gesehen. Der Cannabis-Pflanze hängt das Image der Gras-Wirkung an, also einer psychedelischen Partydroge. Dabei können ungewollte Nebenwirkungen bei Cannabis durch gezielte Pflanzenkreuzungen und eine ärztlich verordnete individuelle Dosierung weitestgehend ausgeschlossen werden.

Bei der medizinischen Wirkung von Cannabis kommt es auf den Unterschied Indica-Sativa an, aber auch auf die fördernde oder steigernde Wirkung bekannter Terpene. Die unterschiedliche Cannabis-Sorten-Wirkungschafft neue Anwendungsfelder. Einer der Hoffnungsträger ist der Wirkstoff Cannabidiol bei Psychose und Schizophrenie.

Dronabinol: Nebenwirkungen Rausch oder Sucht?

Dronabinol: die Dosierung ist entscheidend
Ist Dronabinol nebenwirkungsarm? Wenn die Dosierung stimmt ja.

Dronabinol ist nur in Apotheken – Stichwort Cannabis-Apotheke – und nur gegen Vorlage eines BtM-Rezepts (= Cannabis-Rezept) erhältlich. Zu den bekanntesten Dronabinol-Nebenwirkungen zählt eine psychoaktive Wirkung. Hervorgerufen wird sie durch den THC-Anteil, der dazu führt, dass die Fahrtüchtigkeit eigeschränkt ist und das Bedienen von Maschinen. Die THC-Halbwertszeit hängt dabei von der individuellen Disposition und der Dosierung ab. Eine Suchtgefahr kann bei der Einnahme von Dronabinol hingegen ausgeschlossen werden. 

Demgegenüber steht die Frage: Wie wirkt das THC im Medikament Dronabinol? Es wirkt schmerzstillend, angstlösend und appetitfördernd und wird insbesondere in der Krebstherapie eingesetzt. Im Bereich chronischer Rückenschmerzen kann die ausbalancierte Sativa- oder Indica-Wirkung wiederum maßgeblich sein. So helfen hier oftmals bereits CBD-Öle.


Dieser Artikel beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zu einem Gesundheitsthema und dient somit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls einen Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen unsere Redakteure nicht beantworten.

Bildquellen zum Ratgeber: „Sativa-Wirkung: So schätzen Sie sie richtig ein.“

Beitragsbild: iStock.com/Bill Oxford, Bild 1: iStock.com/coffeekai, Bild 2: IStock.com/Marjan_Apostolovic, Bild 3: iStock.com/OlegPhotoR, Bild 4: iStock.com/Yarygin, Bild 5: iStock.com/Rocky89, Bild 6: iStock.com/LPETTET, Bild 7: iStock.com/ClaudioValdes

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