Was ist Dronabinol?

Dronabinol, auch bekannt als Tetrahydrocannabinol (THC), ist eine Substanz, die in Pflanzen der Gattung Hanf vorkommt. Es handelt sich um einen Wirkstoff aus der Gruppe der Cannabinoide. Dronabinol wirkt antiphlogistisch, analgetisch, anxiolytisch, antiemetisch, muskelrelaxierend, sedierend und appetitanregend.

Dronabinol (Delta-9-THC) mag nicht für jeden chronisch Kranken der Heilsbringer sein. Aber die Cannabis-Schmerztherapie ist als wichtige Option in der breiten Palette an therapeutischen Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität, Funktion und Schmerzreduktion zu betrachten.

Der Abschlussbericht der Begleiterhebung nach § 31 Absatz 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zur Verschreibung und Anwendung von Cannabisarzneimitteln des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kommt zu dem Schluss, dass in mehr als 70 % der gemeldeten Fälle Dronabinol zu einer Verbesserung der Symptomatik geführt hat: Bei 30 % der Patienten trat eine deutliche Verbesserung ein, bei 41,3 % eine moderate Verbesserung.

In Deutschland ist die Bereitstellung von Dronabinol als Rezepturarzneimittel üblich: Apotheker beziehen dafür das Dronabinol als Herstellungs-Set und mischen das Endprodukt individuell bei sich vor Ort. Der Patient nimmt das Dronabinol dann in Tropfenform oder als Kapseln oral ein. Andere Darreichungsformen für Cannabis-Extrakt sind neben den Dronabinol-Tropfen und -Kapseln als Rezepturarzneimittel auch Dronabinol-Kapseln und Tetrahydrocannabinol-Spray als Fertigarzneimittel.

Dieser Ratgeber bietet einen kompakten Überblick zum Thema Dronabinol und liefert Antworten auf Fragen wie:

  • Ist die Dronabinol-Wirkung immer psychoaktiv?
  • Was ist bei der Dronabinol-Dosierung zu beachten?
  • Worin besteht der THC / CBD-Unterschied?
  • Ist Dronabinol in Hanföl gegen Rückenschmerzen enthalten?
  • Bewirkt die Einnahme von Dronabinol eine Gewichtszunahme?
  • und vieles mehr

Übersicht: Dronabinol und andere Produkte

PRODUKTEHerstellungEinsatzgebiet WirkungDarreichungsform
DronabinolTetrahydrocannabinol (THC) – Cannabinoide  Schmerzen Spastiken Appetitlosigkeit Übelkeit neurologische Erkrankungenin Verbindung mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem wird das zentrale und periphere Nervensystem positiv angesprochenTropfen, Kapseln, ethanolische Lösung
CBD (Cannabidiol)Cannabinoid der Hanfpflanze Cannabis sativaSchmerzen
Stress Schlafprobleme Hauterkrankungen nervöse Zustände Depressionen Allergien
entzündungshemmend schmerzstillend angstlösend
beruhigend
regulierend
Öl, Kapseln
Medizinales Cannabisgetrocknete Blüten der Hanfpflanze Cannabis sativaneuropathische Schmerzen Tumorschmerzenschmerzstillend (chronische Schmerzen)  Blüten, Extrakt
Marinol®synthetische Version von THCverhindert Gewichtsverlust (Wasting-Syndrom) Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie  appetitsteigernd, hilft Kalorien aufzunehmen und Muskelmasse zu erhaltenKapseln
Sativex®Wirkstoff Nabiximols aus pflanzlichem THC und CBD, Dickextrakt der Hanfpflanze CannabisSpastiken (z. B. bei Multipler Sklerose)wirkt antispastisch und psychotrop, hilft die Motorik zu verbessernMundspray
Canemes®Wirkstoff Nabilon – vollsynthetische Variante von THC (Cannabinoid)Übelkeit Erbrechen (bei Patienten der Chemotherapie)verhindert Übelkeit und Erbrechen Kapseln

Tetrahydrocannabinol

Chemikerin hält eine Probe von Tetrahydrocannabinol (THC) in der Hand
Tetrahydrocannabinol (THC) wird durch aufwendige Verfahren hergestellt.

Tetrahydrocannabinol (THC) zählt wie Cannabidiol (CBD) zu den Cannabinoiden, die in der Hanfpflanze enthalten sind. Das unterschiedliche Wirkungsspektrum bei Cannabisblüten verschiedener Sorten, ist darauf zurückzuführen, dass die Indica-Wirkung auf einem höheren CBD-Gehalt basiert, die Sativa-Wirkung auf einem höheren THC-Gehalt. Davon abgesehen erkennen Sie den wesentlichen Unterschied zwischen CBD und THC schon daran, dass CBD-Produkte legal rezeptfrei erhältlich sind. THC-haltige Produkte hingegen sind rezeptpflichtig. Denn THC ist eine psychoaktive Substanz.

Freizeit-Konsumenten, bei denen Cannabis gerade wegen seiner berauschenden Tetrahydrocannabinol-Wirkung gefragt ist, wählen dementsprechend bewusst Cannabis-Sorten mit hohem THC-Gehalt. Aber auch für die medizinische Anwendung ist sogenanntes Delta-9-THC von Interesse – alles eine Frage der Dosierung. Dennoch muss das psychoaktive Wirkungsspektrum von Dronabinol bei einer Verschreibung natürlich immer berücksichtigt werden. Sind allerdings andere Therapiemaßnahmen gescheitert oder konnten den gewünschten Effekt nicht vollumfänglich erzielen, kann medizinisches Cannabis und speziell Dronabinol eine wertvolle Option für Betroffene sein.

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Dass Dronabinol Nebenwirkungen haben kann, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Zu den sogenannten akuten unerwünschten Begleiterscheinungen zählen beispielsweise:

  • Mundtrockenheit
  • gerötete Augen
  • Tachykardie (Herzrasen)
  • niedriger Blutdruck

Zudem kann THC auch Appetit, Stimmung und Zeitgefühl beeinflussen. Seltener treten Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Halluzination auf. In diesem Zusammenhang sollte aber auf jeden Fall bedacht werden, dass es quasi bei jeder medizinisch eingesetzten Substanz mögliche Nebenwirkungen gibt. Hierzu ein treffendes Zitat des deutschen Pharmakologen Prof. Dr. med. Gustav Kuschinsky (1904–1992):

Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat.

Mal ganz davon abgesehen, dass in manchen Fällen sogenannte Nebenwirkungen von Tetrahydrocannabinol ja gar nicht unerwünscht sein müssen, sondern einen positiven Effekt auf ein Krankheitsgeschehen haben können. Stichwort ‚Dronabinol / Gewichtszunahme‘.

Wofür steht Delta-9-THC?

In einem Labor überprüft ein Mitarbeiter den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC), auch Delta-9-THC genannt
Tetrahydrocannabinol wird auch Delta-9-THC genannt; der Wirkstoff soll Schmerzen lindern.

Delta-9-THC – auch Δ-9-THC oder Δ9-THC – ist die Abkürzung für Delta-9-Tetrahydrocannabinol. Andere Namen oder Schreibweisen sind zudem:

  • Δ9-Tetrahydrocannabinol
  • (–)-Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol
  • (6aR,10aR)-6,6,9-Trimethyl-3-pentyl-6a,7,8,10a-tetrahydro-6H-benzo[c]chromen-1-ol

Chemisch betrachtet liegen die beiden Substanzen THC und CBD übrigens so nah beieinander, dass sich sogar ihre Summenformeln gleichen: Die chemische Formel von Delta-9-THC ebenso wie die Formel von Cannabidiol (CBD) lautet C21H30O2. Im Gegensatz dazu ist die Cannabinol-Formel C21H26O2. Cannabinol (CBN) ist wie THC und CBD ein Cannabinoid und hat zwar eine leicht psychoaktive Wirkung, kommt jedoch nur in Spuren und hauptsächlich in gealtertem Cannabis vor.

Dronabinol ist der Internationale Freiname (INN, Abkürzung von englisch International Nonproprietary Name) für Delta-9-THC. Bei Freinamen handelt es sich um von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergebene, gemeinfreie Namen für Arzneimittelwirkstoffe. Wenn THC als Dronabinol bezeichnet wird, ist das demzufolge nicht mit einem Marken- oder Warennamen für bestimmte Cannabis-Tropfen zu verwechseln. Ein Freiname ist demzufolge grundsätzlich nicht an einen Hersteller gebunden.

THC / CBD: Unterschied zweier Cannabinoide

Apothekerin erklärt Kundin den Unterschied zwischen THC und CBD
Der Hauptunterschied zwischen THC und CBD liegt in der Wirkung: Tetrahydrocannabinol wirkt berauschend.

Vereinfacht ausgedrückt besteht der THC / CBD-Unterschied vor allem darin, dass CBD über keinerlei berauschende Komponente verfügt.

THCCBD
Psychoaktiv > ruft Rauschzustände hervor (‚high sein‘)Nicht psychoaktiv > kann keine Rauschzustände hervorrufen
Unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz > medizinisches THC deshalb nur über ärztlich verschriebenes Betäubungsmittelrezept in Apotheken erhältlichNicht rezeptpflichtig > CBD-Produkte sind in Apotheken, Drogeriemärkten und Online-Shops frei erhältlich
Kann die Reaktionsfähigkeit wegen seiner Wirkung auf das Zentralnervensystem beeinträchtigen, z. B. beim Führen von Fahrzeugen und Bedienen von MaschinenVon der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als sicher eingestuft
Von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als verbotene Substanz gelistetVon der WADA nicht als verbotene Substanz gelistet
Der THC-CBD-Unterschied im Überblick.

Dass THC und CBD unterschiedlich wirken, ist auf das Endocannabinoid-System unseres Körpers zurückzuführen. Das ECS ist wiederum ein Teil unseres Nervensystems und mit sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren ausgestattet. Allerdings interagiert CBD nur sehr schwach mit den Rezeptoren des ECS, während THC sehr gut andocken kann.

Achtung: Schon 2020 kam die Stiftung Warentest zu dem Ergebnis, dass CBD-Öl oder andere CBD-Produkte regelmäßig von 12 Prozent der Deutschen verwendet werden. In 2021 wurde CBD-Öl von der Stiftung Warentest zusammen mit CBD-Kapseln unter die Lupe genommen – das Testfazit fiel wegen starker qualitativer Unterschiede kritisch aus.

Beispielsweise war nicht immer auf den ausgelobten CBD-Gehalt Verlass. So fiel er teils niedriger aus als angegeben oder ließ sich gar nicht erst eindeutig aus den Zutaten ableiten, sodass eine gezielte CBD-Dosierung erschwert oder gar unmöglich ist. Des weiteren wurden in manchen Produkten kritische THC-Mengen, also mehr als die zugelassenen 0,2 Prozent, nachgewiesen.

Cannabis-Extrakt – die Herstellung

Laborärztin wendet Extraktionsmethode an, um Cannabis-Extrakt zu erhalten
Cannabis-Extrakt wird über verschiedene Extraktionsmethoden aus der Hanfpflanze gewonnen.

Für die medizinische Nutzung von Hanf werden die Blüten der Pflanze getrocknet und direkt verwendet oder es werden Extrakte aus der Pflanze hergestellt. Es handelt sich dann um Cannabisölharze natürlicher Cannabinoide. Die gelbliche bis gelbbraune Flüssigkeit enthält 5 % Δ9-Tetrahydrocannabidol (Δ9-THC) und unterschiedliche Mengen an Cannabidiol (CBD), die deklariert werden müssen. Cannabisölharz wird ebenfalls als Cannabisextrakt (5 % THC) bezeichnet.

Cannabinoide lassen sich auch synthetisch oder teilsynthetisch herstellen. Aus rechtlichen Gründen muss Dronabinol aus THC-armem Nutzhanf teilsynthetisch produziert werden. Die Extraktion von Cannabidiol und die anschließende Umwandlung in THC ist ein aufwendiges Verfahren. Ein Cannabis-Extrakt auf diese Weise herzustellen ist deshalb deutlich teurer, als es die Extraktion aus potentem „Rauschhanf“ wäre.

Cannabisextrakte sind meist auf öliger Basis, da Cannabinoide nicht wasser-, sondern fettlöslich sind. Die Extrakte können zum Beispiel in Oliven- oder Erdnussöl vermischt werden. Aber auch Ethanol kommt als Lösungsmittel für Cannabis-Extrakt infrage. Der ölige Cannabis-Extrakt ist jedenfalls nicht zur Inhalation geeignet. Welche Art Cannabis-Extrakt eine Apotheke dem Patienten zubereitet, gibt der verschreibende Arzt zuvor auf dem Rezept vor. Denn mit der Wahl des Lösungsmittels gehen durchaus auch unterschiedliche Konzentrationen einher.

Tipp: Ein sogenanntes Vollspektrum-Extrakt enthält neben THC und CBD weitere Inhaltsstoffe der Cannabisblüte. Es handelt sich dabei vor allem um Terpene und Flavonoide. Denn diese sollen sich positiv auf die Verträglichkeit und Wirksamkeit auswirken – der sogenannte Entourage-Effekt. Demnach besitzt ein Pflanzenstoffgemisch eine höhere biologische Aktivität als die isolierte Reinsubstanz allein.

Dronabinol: Wirkung, die Hoffnung macht

Kugeln in einer Reihe, die zeigen, dass Dronabinol seine Wirkung über Rezeptoren erzeugt
Dronabinol entfaltet seine Wirkung über das körpereigene Endocannabinoidsystem und sogenannte Cannabinoid-Rezeptoren.

Wenn Patienten ihre chronischen Schmerzen mit den angewendeten Schmerzmitteln nicht (mehr) in den Griff bekommen, suchen sie verzweifelt nach geeigneten Alternativen. Dass dann vielleicht Dronabinol Wirkung zeigen könnte, ist für nicht wenige Betroffene tatsächlich die letzte Hoffnung auf ein bisschen Lebensqualität.

Die Wirkung von Dronabinol ist über das Endocannabinoidsystem zu erklären, über das jeder Mensch verfügt. In diesem System, das zum Beispiel den Appetit, die Motivation oder auch das Immunsystem beeinflussen kann, werden vom THC-Wirkstoff sogenannte Cannabinoid-Rezeptoren (CB) angesprochen. Während CB1-Rezeptoren das zentrale und periphere Nervensystem betreffen, regulieren CB2-Rezeptoren die degenerativen und entzündlichen Erkrankungen.

Im Allgemeinen werden Dronabinol Wirkungen folgender Art zugesprochen:

  • antiphlogistisch (entzündungshemmend)
  • analgetisch (schmerzstillend)
  • anxiolytisch (angstlösend)
  • antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen)
  • sedierend (beruhigend)
  • muskelrelaxierend
  • appetitanregend

Da die Dronabinol-Wirkung darauf zurückzuführen ist, dass die Substanz an die Cannabinoid-Rezeptoren anknüpft, dauert es circa 30–120 Minuten bis zum Wirkungseintritt. Die psychotropen Effekte setzen sich dabei erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von 4–6 Stunden frei. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass medizinisches Cannabis mit einem geringen Abhängigkeits- oder Suchtpotenzial in Verbindung gebracht wird, sodass dieser Aspekt bei therapeutischer Dronabinol-Dosierung zu vernachlässigen ist. Denn es wurden bisher keine Entzugssymptome bei Patienten beschrieben, die chronisch mit THC behandelt wurden. Bis zu 24 Stunden sollen die appetitanregenden Eigenschaften der Dronabinol-Wirkung anhalten können.

Wann wirkt THC?

Ärzte als Symbol die Kassenärztliche Bundesvereinigung und ihr Statement zur THC-Wirkung
Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat sich bereits zur Wirkung von THC beziehungsweise Dronabinol geäußert.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung schreibt zur Wirkung von Dronabinol:

Dronabinol enthält THC. Die Pharmakokinetik von THC ist je nach Verabreichungsweg unterschiedlich. Die Plasmakonzentration bei inhaliertem THC erreicht innerhalb von Minuten ihr Maximum, psychotrope Effekte beginnen wenige Sekunden nach der Absorption in der Lunge und erreichen den Maximalwert nach 15–30 Minuten. Bei oraler Einnahme setzen die psychotropen Effekte nach 30–120 Minuten ein, erreichen ihr Maximum nach 2–3 Stunden und halten abhängig von der Dosis und von spezifischen Effekten für ca. 4–12 Stunden an. Im Gegensatz zur Inhalation wird THC nach oraler Einnahme nur langsam und mit einer Verzögerung von 30–120 Minuten aufgenommen. Bei der Absorption im Gastrointestinaltrakt wird THC in der Leber metabolisiert. Es wird durch Cytochrom P450 biotransformiert, was die Verfügbarkeit von THC für die systemische Verteilung auf 2–14 % reduziert. Die maximale Plasmakonzentration bei oraler Einnahme ist geringer als bei der Inhalation und wird erst nach 1–2 (4–6) Stunden erreicht.

WirkstoffAktuell, Ausgabe 3-2019

Dronabinol-Dosierung – darauf müssen Sie achten!

Ältere Frau achtet bei der Einnahme auf die richtige Dronabinol-Dosierung
Wer unangenehme Nebenwirkungen vermeiden will, muss stets auf die richtige Dronabinol-Dosierung achten.

Es gibt zwar Richtwerte für die Dronabinol-Dosierung im medizinischen Gebrauch, allerdings sind Wirkung sowie Verträglichkeit und damit auch die optimale Dosierung von Dronabinol individuell sehr unterschiedlich.

Deshalb erfolgt die Dronabinol-Dosierung stets patientenspezifisch nach Vorgabe des behandelnden Arztes. Üblicherweise beträgt die Anfangsdosierung 2,5 mg oral ausgehend von einer Dronabinol-Lösung 2,5 % als Darreichungsform. Denn diese geringe Anfangsdosierung von Dronabinol ist erfahrungsgemäß gut verträglich. Patienten nehmen dabei normalerweise keine psychotropen Effekte wahr. Der behandelnde Arzt wird später bei Bedarf – in Abhängigkeit von den Beschwerden und therapeutischen Zielen – eine Steigerung der Dronabinol-Dosierung vorgeben.

Wer nach einem Joint schon mal Herzrasen und Übelkeit verspürt hat, befürchtet gegebenenfalls eine ähnliche Dronabinol-Nebenwirkung bei sich. Ausgeschlossen ist das tatsächlich nicht: Der Dosierung von Dronabinol kommt in Hinblick auf unerwünschte Nebenwirkungen eine zentrale Rolle zu, denn häufig nehmen entsprechende Beschwerden bei steigender Dronabinol-Dosierung zu. Aber um unerwünschte Begleiterscheinungen möglichst zu vermeiden, wird Ihr behandelnder Arzt Ihre Reaktion auf eine Änderung der Dronabinol-Dosierung grundsätzlich engmaschig kontrollieren.

THC-Überdosis: Wie gefährlich ist Dronabinol?

Patient kuriert sich aus nach THC-Überdosis
THC-Überdosis: Kein Filmriss wie bei Alkoholrausch.

Eine toxische Wirkung kann bei korrekter Dronabinol-Dosierung ausgeschlossen werden. Die letale Dosis von Cannabis beträgt immerhin 1.500 Pfund, die innerhalb von 15 Minuten konsumiert werden müssten. Wer eine THC-Überdosis erleidet, hat – von Fall zu Fall unterschiedlich – mit folgenden Symptomen zu rechnen:

  • Halluzinationen
  • Wahnvorstellungen
  • Angstzustände
  • Kreislaufprobleme
  • empfundene Lähmung oder Taubheit von Gliedmaßen
  • Erbrechen

Wird ärztliche Hilfe bei einer THC-Überdosis hinzugezogen, beschränken sich die Maßnahmen zumeist auf die Gabe eines Beruhigungsmittels wie Diazepam oder eines Betablocker, um den Puls zu beruhigen. Im Krankenhaus kann der Betroffene seinen Rausch dann ausschlafen. Mit einem Filmriss wie von Alkoholvergiftungen bekannt ist bei einer THC-Überdosis jedoch nicht zu rechnen. Am folgenden Tag wird allerdings häufig noch von einer leichten Desorientierung und Mundtrockenheit berichtet.

Darreichungsformen von Dronabinol

Die Dronabinol-Kapseln auf dem Tisch sind nur eine der verschiedenen Darreichungsformen.
Die Darreichungsformen von Dronabinol reichen von Tropfen und Kapseln bis hin zu THC-Spray.

Arzneimittel können in flüssiger oder fester Form zur Verfügung stehen. Die Darreichungsform von Medikamenten wählt der Arzt unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Wirkgeschwindigkeit, Wirkdauer und Wirkort. Mögliche Darreichungsformen sind ganz allgemein:

  • Tabletten, Kapseln, Dragees, Saft, Tropfen und ähnliches für eine orale Einnahme
  • Injektionen für eine parentale Gabe
  • Zäpfchen für eine rektale Zufuhr
  • Salben, Gels, Lotionen und ähnliches für eine lokal begrenzte äußerliche Anwendung

Medizinalcannabis lässt sich unter anderem in Form von getrockneten Cannabisblüten und auch in Form eines Cannabisextrakts verordnen. Laut deutschem Betäubungsmittelgesetz dürfen bestimmte Medikamente wie Morphium, Kokain, Opium, Pethidin, Methadon etc. auf einem speziellen Rezept, einem sogenannten Betäubungsmittelrezept, abgegeben werden. Sie sind in Anlage III des BtMG aufgelistet. Auch Cannabisextrakt ist der Anlage III der Betäubungsmittelgesetzgebung zugeordnet. Das synthetische Dronabinol-Derivat Nabilon wird hier seit 1983 aufgeführt, Dronabinol (THC) seit 1998.

Üblicherweise bereiten Apotheken Dronabinol als Rezepturarzneimittel nach Verschreibung durch einen Arzt individuell zu, entweder als ölige Dronabinol-Tropfen (Dosierung 2,5 %) oder als Dronabinol-Kapseln mit flüssiger Kapselfüllung (2,5 mg; 5 mg; 10 mg). Daneben gibt es zudem noch die Fertigarznei Canemes in Form von Kapseln (Wirkstoff Nabilon) und das Mundspray Sativex (THC-Spray) als mögliche Darreichungsformen von medizinischem THC.

BtM-Rezept für Dronabinol

Würfel mit §-Zeichen auf Tastatur als Symbol für die strengen Vorschriften bei BtM-Rezepten
Ein BtM-Rezept für Dronabinol hat strenge Auflagen zu erfüllen.

Wenn Sie bei Ihrer Apotheke ein BtM-Rezept für Dronabinol-Tropfen oder ähnliches einreichen, unterliegen dort folgende Punkte der Prüfung:

  • Ausstellungdatum > Denn ein BtM-Rezept verliert nach 8 Tagen seine Gültigkeit.
  • eindeutige Verordnung > Es ist eine die Angabe der Blütensorte und des spezifischen Cannabisextraktes notwendig sowie die Menge in Milliliter bei flüssiger Darreichungsform, sonst die Gewichtsmenge des Produktes je Packungseinheit in Gramm oder die Stückzahl bei abgeteilter Form.
  • Dosierungsangabe > Anstatt einer Dosierungsangabe auf dem Rezept ist hier der Vermerk „Gemäß schriftlicher Anweisung“ zulässig, sofern diese der Apotheke vorliegt oder vom Patienten vorgezeigt wird.
  • Arztstempel > Auf einem Rezept für Dronabinol-Medikamente haben Name, Vorname, Berufsbezeichnung der ärztlichen Person und Anschrift der Praxis oder der Klinik einschließlich einer Telefonnummer zur Kontaktaufnahme zu stehen.

Des Weiteren wird der Apotheker darauf achten, dass die vorgeschriebene Höchstmenge eingehalten wird. Die Höchstmenge für Dronabinol beträgt 500 mg. Diese darf pro Patient in einem Zeitraum von 30 Tagen verordnet werden. Wünscht der verordnende Ärzte allerdings eine Überschreitung, ist dies mit dem Buchstaben „A“ auf dem Dronabinol-Rezept zu kennzeichnen. Wird das Rezept als plausibel eingestuft, ist noch die Substanz vor der Herstellung mindestens auf Identität zu prüfen und die Apotheke wird ein Herstellungsprotokoll anfertigen sowie die Herstellung in der BtM-Kartei dementsprechend dokumentieren.

Dronabinol-Tropfen

Dronabinol-Tropfen werden vorsichtig mit einer Pipette dosiert
Die geruch- und geschmacklosen Dronabinol-Tropfen werden vom Arzt verschrieben.

Cannabinoide-Tropfen können Dronabinol-Tropfen (Wirkstoff THC) oder Cannabidiol-Tropfen (Wirkstoff CBD) sein. Während CBD-Tropfen mit einen THC-Anteil von unter 0,2 Prozent rezeptfrei erhältlich sind, sind THC-Tropfen rezeptpflichtig.

Dronabinol-Tropfen verschreibt der Arzt stets individuell. Und für Dronabinol-Rezepturen gelten sehr komplexe Vorschriften. Mediziner sind bei der Ausstellung der Rezepte für Dronabinol-Tropfen aber nicht auf ihre eigenen Erfahrungen angewiesen. Im NRF (Neues Rezeptur-Formularium), einem Sammelwerk der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind Formeln, Standardisierungen und apothekengerechte Herstellungstechniken für Arzneimittel erfasst; auch für THC-Tropfen.

Unter den NRF-Rezepturen finden sich beispielsweise Kapseln in verschiedenen Stärken, eine ethanolische Dronabinol-Lösung zur Inhalation, eine ölige Cannabisölharz-Lösung sowie ölige Dronabinol-Tropfen. Grundsätzlich kann der Arzt auf seinem Rezept aber natürlich von den im NRF angegebenen Grundlagen und Dosierungen abweichen.

Einen Eindruck der Dronabinol-Kosten im Vergleich zu anderen Cannabis-haltigen Arzneimitteln vermittelt dieses Anschreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein an Arztpraxen (Oktober 2021). Es umfasst eine Tabelle, welche die Preise für Dronabinol denen für andere Cannabis-Medikamente gegenüberstellt.

Tipp: Eine THC-Werte-Tabelle, die ausschließlich verschreibungsfähige Sorten von Cannabisblüten berücksichtigt, findet sich übrigens auf der Website vom Ärzteblatt. Auch in unserem Ratgeber über Cannabissorten sind Angaben zu den THC-Anteilen diverser Cannabissorten sowie viele weitere Zusatzinformationen zu finden.

Dronabinol-Kapseln

Laborant hält zwei kleine Dosen mit Dronabinol-Kapseln in der Hand
Dronabinol-Kapseln werden in der Apotheke in verschiedenen Dosierungen hergestellt.

Neben den oft verschriebenen Dronabinol-Tropfen sind in Deutschland Dronabinol-Kapseln genauso verschreibungsfähig. Sie sind nicht zu verwechseln mit frei verkäuflichen Cannabisöl-Kapseln, die zwar auch in Apotheken, aber ebenso in Drogerien, Bio-Supermärkten oder Online-Shops verkauft werden. Die Wirkung solcher Hanf-Kapseln beruht nicht auf dem Wirkstoff THC.

Dronabinol-Kapseln werden in Deutschland entweder als Fertigarzneimittel oder als Rezepturarzneimittel verschrieben. Das Fertigarzneimittel Canemes enthält den Wirkstoff Nabilon, eine vollsynthetische Variante des psychotropen Cannabisinhaltsstoffes Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC). Diese Dronabinol-Kapseln enthalten jeweils 1 mg Nabilon. Sie sind für die Behandlung von Chemotherapie-bedingter Emesis (Erbrechen) und Nausea (Übelkeit, Brechreiz) bei erwachsenen Krebspatienten indiziert, die auf andere antiemetische Behandlungen nicht adäquat ansprechen.

Bei Verschreibung von Dronabinol als Kapsel-Zubereitung erfolgt die Herstellung direkt in der Apotheke. Hierfür wird Hartfett geschmolzen und mit dem Dronabinol vermischt. Die Masse wird in eine Spritze aufgezogen und dann plan in Kapselhälften gefüllt. Nach dem vollständigen Erkalten, erfolgt der Verschluss der Kapseln.

Tetrahydrocannabinol-Spray

Frau benutzt Tetrahydrocannabinol-Spray für die Mundhöhle
Tetrahydrocannabinol-Spray enthält neben Dronabinol auch Cannabidiol (CBD).

Neben den Darreichungsformen Dronabinol-Tropfen, -Kapseln und einer zum Inhalieren geeigneten ethanolischen Dronabinol-Lösung existiert auf dem Markt noch ein weiteres Produkt: das Fertigarzneimittel Sativex. Hierbei handelt es sich um ein Cannabinoide-Spray, genauer um ein Tetrahydrocannabinol-Spray.

Sativex ist seit 2011 auf dem Markt. Das Cannabisextrakt ist eine Mischung aus Dronabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Das Tetrahydrocannabinol-Spray Sativex enthält pro Sprühstoß 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD. Durch die Beimischung von CBD soll die psychotrope Wirkung von THC aufgehoben oder zumindest vermindert werden. Zur Anwendung sprüht man das Spray direkt in die Mundhöhle. Da der Wirkstoff auf diese Weise schnell ins Blut übergehen kann, setzt die gewünschte Wirkung schneller ein, als es bei Dronabinol-Tropfen und Dronabinol-Kapseln der Fall ist.

Zugelassen ist das THC-Spray Sativex zur Symptomverbesserung bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von Multipler Sklerose. Voraussetzung für eine Verschreibung von Tetrahydrocannabinol-Spray zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist, dass der Patient zuvor nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimitteltherapie angesprochen hat und eine klinisch erhebliche Verbesserung von mit der Spastik verbundenen Symptomen während eines Anfangstherapieversuchs aufzeigt.

Cannabis-Schmerztherapie

Ärztin gibt Patienten begleitend zur Cannabis-Schmerztherapie Tropfen in den Mund
Mit einer Cannabis-Schmerztherapie wurden schon bei Patienten mit Morbus Crohn und Multipler Sklerose positve Erfahrungen gemacht.

Wenn ein Arzt seinem Patienten eine Cannabis-Schmerztherapie verschreiben möchte, müssen für eine mögliche Kostenübernahme durch die Krankenkasse folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Der Patient leidet an einer schwerwiegenden Erkrankung.
  2. Eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung steht entweder nicht zur Verfügung oder kann nach Rücksprache mit dem Arzt nicht zur Anwendung kommen kann.
  3. Es besteht die Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome.

Dann haben Versicherte gemäß § 31 Abs. 6 SGB V (Sozialgesetzbuch V) Anspruch auf Versorgung mit medizinischem Cannabis oder einem Cannabis-Medikament wie etwa Dronabinol.

Wer im Internet nach den Stichworten „dronabinol schmerztherapie erfahrungen“ googelt, stößt auf zahlreiche positive Berichte von Anwendern. Dennoch sollte dabei nicht vergessen werden, dass Cannabis nicht das Mittel der ersten Wahl ist. Zwar gibt es bereits einige Studien, welche die positiven Einzelerfahrungen bestätigen, aber weitere Forschungsarbeit ist erforderlich, um eine adäquate Evidenz für medizinisches Cannabis im Allgemeinen und Dronabinol im Speziell zu manifestieren.

Grundsätzlich lässt sich aber schon heute festhalten, dass Cannabis beispielsweise gut gegen Nervenschmerzen (Neuropathie) helfen soll. Und auch bei MS-Patienten (Multiple Sklerose), Patienten mit starkem Gewichtsverlust durch eine Tumorerkrankung (Tumorkachexie) und in der Palliativmedizin scheinen Cannabis-Arzneimittel wirksam zu sein. Mit Blick auf eine Cannabis-Schmerztherapie bei älteren Menschen mit chronischen Schmerzen betonen Experten den Nutzen von Dronabinol-Tropfen in niedriger Dosis und ihre Wirkung sowohl auf den Körper als auch die Psyche. Mediziner sehen hier einen klaren Vorteil darin, dass Dronabinol in der Cannabis-Schmerztherapie nicht nur Schmerzen lindert, sondern auch die Stimmung aufhellen und für einen besseren Schlaf sorgen kann. Gleichzeitig schädigen Cannabis-Medikamente Leber und Nieren weniger als andere Medikamente.

Dronabinol: Schmerztherapie mit dem Wirkstoff THC

Frau träufelt im Rahmen einer Dronabinol-Schmerztherapie Tropfen auf die Zunge
Die Wirksamkeit einer Dronabinol-Schmerztherapie ist wissenschaftlich belegt.

Der Begriff Schmerztherapie ist ein Sammelbegriff für alle therapeutischen Maßnahmen, die eine Reduktion von Schmerz zum Ziel haben. Er umfasst damit auch die Dronabinol-Schmerztherapie. Vor allem die Behandlung chronischer Schmerzen erfordert häufig einen interdisziplinären Ansatz. Dem wird heutzutage gerne mit dem Begriff Schmerzmanagement Rechnung getragen. Der Begriff Schmerzmanagement umfasst sämtliche planenden, überwachenden und steuernden Maßnahmen, die für die Gestaltung einer effektiven Schmerztherapie erforderlich sind.

Dronabinol (Δ9-Tetrahydrocannabinol, Delta-9-THC oder THC), der Hauptwirkstoff der Cannabispflanze, ist in Deutschland seit Februar 1998 verkehrs- und verschreibungsfähig. Wenn Dronabinol gegen Schmerzen eingesetzt wird, handelt es sich eigentlich nie um eine Mono-Therapie. Die Dronabinol-Behandlung ist als ein (additiver) Baustein im Gesamtgefüge der Behandlung chronischer, multimorbider Schmerzkranker zu betrachten.

Die Wahl der Darreichungsform für Medikamente mit dem Wirkstoff THC obliegt dem Arzt. Er gibt die Darreichungsform für das Dronabinol auf dem BtM-Rezept vor. Die Dosierung für die Dronabinol-Schmerztherapie wird in aller Regel langsam gesteigert, um patientenspezifisch ein Optimum an Wirksamkeit bei gleichzeitig möglichst geringem Nebenwirkungslevel zu erzielen. Mit einer totalen Schmerzbeseitigung ist zwar nicht zu rechnen, aber immerhin kann eine signifikante Schmerzlinderung und Erhöhung der Lebensqualität eintreten.

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) tritt bei über 70 % der Patienten, die eine Dronabinol-Schmerztherapie durchlaufen, eine moderate bis deutliche Verbesserung der Symptomatik ein. (Quelle: Abschlussbericht der Begleiterhebung nach § 31 Absatz 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zur Verschreibung und Anwendung von Cannabisarzneimitteln.)

Dronabinol: Gewichtszunahme

Junge Frau mit Waage in den Armen, die sich wegen Gewichtszunahme durch Dronabinol keine Sorgen machen muss
Dass Dronabinol eine Gewichtszunahme unterstützt, kann neben der Schmerzreduktion für eine Dronabinol-Behandlung sprechen.

Die Ärzte in Deutschland, die Cannabisarzneimittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verschreiben, waren für einen Zeitraum von fünf Jahren bis zum Stichtag 31.03.2022 verpflichtet, an einer laufenden nichtinterventionellen Begleiterhebung zur Anwendung dieser Cannabisarzneimittel teilzunehmen. Es war unter anderem jeweils anzugeben, mit welcher Dosierung auf Rezept die Behandlung begonnen wurde und ob es während der Behandlung zu Therapieanpassungen gekommen ist.

Der Abschlussbericht steht online zur Verfügung. Die Ergebnisse entsprechen denen, die sich bereits bei den in 2019 und 2021 veröffentlichten Zwischenauswertungen der Begleiterhebung abgezeichnet hatten. Auch auf eine mögliche Gewichtszunahme unter Dronabinol-Einnahme wurde bereits 2021 von der Bundesopiumstelle des BfArM eingegangen:

Die Datensätze zur Verschreibung von Dronabinol zur Appetitförderung, bei denen nicht Anorexie / Wasting, sondern Sonstiges als Diagnose ausgewählt wurde, wurden zusammengefasst ausgewertet. Die Zuordnung der Diagnosen ergab sich aus den Freitextangaben, wie z. B. Inappetenz, Appetitsteigerung, Appetitlosigkeit, Appetitverlust. Bei einer Fallzahl von 125 wurde in 22 % der Fälle der Therapieerfolg als deutlich verbessert, bei 42 % als moderat verbessert und bei 36 % als unverändert eingeschätzt. Der Anteil der deutlichen Verbesserung war bei beiden Geschlechtern gleich, bei männlichem Geschlecht (n = 46) betrug der Anteil der moderaten Verbesserung 52 %, unverändert blieb die Symptomatik bei 26 %. Bei weiblichem Geschlecht (n = 79) betrug der Anteil der moderaten Verbesserung 37 %, unverändert blieb die Symptomatik bei 42 %.

Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2021; 64(3): 368–377. Published online 2021 Feb 9. German. doi: 10.1007/s00103-021-03285-1

Mittels Dronabinol eine Gewichtszunahme zu erzielen, war demnach bei 64 % der Patienten erfolgreich.

Hanföl gegen Rückenschmerzen – nur ein Trend-Beispiel von vielen

Blatt einer Hanfpflanze und Hanföl, das gegen Rückenschmerzen amngewandt werden kann
Hanföl gegen Rückenschmerzen liegt wie viele andere Cannabis-Produkte voll im Trend.

Schon vor mehr als 2.000 Jahren war bekannt, dass die Hanfpflanze eine Heilpflanze ist. Zwischenzeitlich geriet die heilende Wirkung von Cannabis aufgrund des missbräuchlichen Einsatzes als Droge ein wenig in Vergessenheit. In einer Zeit jedoch, in der Verbraucher zunehmend nach Produkten für einen gesunden und aktiven Lebensstil verlangen und eine Art Rückbesinnung auf natürlich-pflanzliche Inhaltsstoffe besteht, liegt die Hanfpflanze mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten voll im Trend: Von Hanföl gegen Rückenschmerzen über frei verkäufliche CBD-Tropfen gegen Schmerzen oder Einschlafprobleme bis hin zu verschreibungspflichtigen THC-Tropfen gegen Schmerzen (Dronabinol) für Betroffene schwerer Erkrankungen. Auch Cannabis-haltige Getränke, Gummibärchen und andere Lebensmittel boomen dementsprechend.

2020 wurden circa 230,7 Millionen Euro Umsatz mit CBD-Produkten gemacht. Bis zum Jahr 2025 sollen diese Erträge Prognosen zufolge auf über 3,1 Milliarden Euro wachsen. Der Umsatz von Medizinalcannabis betrug im Deutschland im ersten Halbjahr 2021 rund 89,76 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es rund 75,58 Millionen Euro, so der GKV-Spitzenverband. Mit der erwarteten Legalisierung von Cannabis wird ein weiteres riesiges Umsatz-Plus einhergehen.

Hanföl ist nicht gleich Hanföl

Wenn es um Cannabis-Produkte geht, bestehen viele Unsicherheiten in der Bevölkerung, weil das Thema negativ konnotiert ist. Dazu trägt auch ein missverständlicher Sprachgebrauch bei.

Wenn beispielsweise von Hanföl gegen Rückenschmerzen die Rede ist, kann verschiedenes gemeint sein. In der Regel wird es sich um ein frei verkäufliches CBD-Öl in Form von Tropfen gegen Schmerzen handeln. Hierbei liegt der Gehalt an THC, das für die psychoaktive Wirkung der Cannabispflanze verantwortlich ist, unter 0,2 %. Dennoch wird Konsumenten solcher und ähnlicher Produkte von Familie und Freunden nicht selten eine potenzielle Suchtgefahr unterstellt. Tatsächlich ist es aber so, dass selbst bei verschreibungspflichtigen THC-Tropfen gegen Schmerzen (Dronabinol) in ärztlich rezeptierter Dosierung kein Suchtrisiko besteht.


Dieser Artikel beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zu einem Gesundheitsthema und dient somit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls einen Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen unsere Redakteure nicht beantworten.

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