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Nachrichten

Das E-Rezept kommt – häppchenweise
30.06.2022 | Marc Dannenbaum
Die Einführung des E-Rezepts im September findet nicht statt. Stattdessen wird es freiwillige Pilotpraxen in zwei Testregionen zur Einführung des E-Rezepts geben.

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Dr. med. Christopher Wild
Facharzt Innere Medizin - ZIAM Landshut

Praxisratgeber auf unserem Ärzteportal

Leistungserbringer: Die wichtigsten Fakten im Überblick
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zum Thema Leistungserbringer: gesetzliche Bestimmungen, die Beziehung zu Leistungsträgern etc.
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Leistungserbringer

Leistungserbringer: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Christian Wagner
01.06.2022

Definition: Leistungserbringer im Gesundheitswesen

Wer oder was ist eigentlich ein Leistungserbringer? Im deutschen Gesundheitswesen ist dieser Begriff synonym mit all denjenigen Personen- und Berufsgruppen, die im Rahmen einer Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen Leistungen für deren Versicherten erbringen. Dies sind z. B. Ärzte und Zahnärzte, aber auch Krankenhäuser und Apotheken zählen zu den Leistungserbringern im Gesundheitswesen.

Unter die Definition „sonstige Leistungserbringer“ fallen zusätzlich

  • Heilmittelerbringer (z. B. Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberater oder medizinische Fußpfleger)
  • Hilfsmittelerbringer (z. B. Sanitätshäuser oder Hersteller von Seh- oder Hörhilfen)
  • Krankentransport und Rettungsdienste
  • häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfen

 

Leistungserbringer versus Leistungsträger

Manche Erkrankungen lassen sich unkompliziert abklären und behandeln. Komplexere Fälle hingegen benötigen oftmals eine intensivere Betreuung, Nachbetreuung oder Rehabilitation.

Die Kosten der Leistungserbringung werden dabei nicht von den gesetzlich Versicherten selbst, sondern von den sogenannten Leistungsträgern (manchmal auch Leistungserbringer der sozialen Arbeit genannt), getragen. Je nach Art und Ausmaß der Erkrankung und den damit verbundenen, benötigten Leistungen kommen die Kranken- oder Pflegekasse, die Rentenversicherung, das Sozial-, Versorgungs- oder Integrationsamt, die Arbeitsagentur sowie ggf. die Unfallversicherung als zuständiger Leistungsträger im Gesundheitswesen in Betracht.

Die Koordination der sektorenübergreifenden Versorgung der Betroffenen ist Aufgabe der sozialen Arbeit, welche die involvierten Sektoren verknüpft und so die optimale Rundumversorgung der Patienten sichert.

 

Gesetzlicher Rahmen der Leistungserbringung

Die Ansprüche der Versicherten gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen sind im Sozialrecht verankert. Einen „Leistungskatalog“, der alle erstattungsfähigen Leistungen listet, findet man dort jedoch nicht. Vielmehr handelt es sich bei den Ausführungen des Sozialgesetzbuch Fünftes Buch – kurz SGB V– um die Vorgabe eines rechtlichen Rahmens.

Versicherte haben demnach Anspruch auf eine ausreichende, bedarfsgerechte und dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende Behandlung. Bei der Wahl der Behandlung sind die Leistungserbringer (z. B. der behandelnde Arzt) aber an das Wirtschaftlichkeitsgebot gebunden:

Die Versorgung der Versicherten muss ausreichend und zweckmäßig sein, darf das Maß des Notwendigen jedoch nicht überschreiten.

Zudem hält das SGB V die Krankenkassen und Leistungserbringer zum Handeln im Sinne von Humanität und Qualität an.

 

Erstattungsfähige Leistungen der Leistungserbringer

Der Leistungsanspruch gesetzlich Versicherter auf bestimmte Leistungen wird in den verbindlichen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) näher beschrieben. Die vom G-BA erlassenen Richtlinien in den einzelnen Leistungsbereichen sind für Leistungsträger, Leistungserbringer und die Versicherten verbindlich.

Welche Leistungen im Einzelnen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden sowie die Höhe deren Vergütung legt wiederum der Bewertungsausschuss im Einheitlichen Bewertungsmaßstab fest.

Die Krankenkasse der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See – kurz Knappschaft – vergütet über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen hinaus in einigen Bereichen Mehrleistungen, erhebt dafür aber auch einen Zusatzbeitrag.

Bundesärztekammer und Gemeinsamer Bundesausschuss: Welche Funktion haben sie?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über die Bundesärztekammer und den Gemeinsamen Bundesausschuss.
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Bundesärztekammer und Gemeinsamer Bundesausschuss: Welche Funktion haben sie?

Christian Wagner
13.05.2022

Bundesärztekammer Berlin bestätigt: Gesundheit ist ein Menschenrecht

Die Wahrung der Menschenrechte in der medizinischen Versorgung in Deutschland ist ein Kernanliegen der Bundesärztekammer mit Sitz in der deutschen Hauptstadt. Das bedeutet, dass alle Bürger ein Anrecht auf eine vorurteilsfreie Gesundheitsversorgung haben – und das unabhängig von der Art ihrer Erkrankung, ihrem sozialen Status (wie z. B. bei Wohnungslosigkeit), ihrer Herkunft oder Nationalität (Deutscher, EU-Bürger, Migrant etc.) und ihrem Aufenthaltsstatus (z. B. anerkannter Flüchtling oder abgelehnter Asylbewerber).

Damit dieses „Gesundheitsgrundrecht“ in der Praxis tatsächlich wahrgenommen werden kann, dürfen Ärzte nicht an der Ausübung ihres Berufes gehindert werden. Das bedeutet auch, dass es ihnen ermöglicht werden muss, ihre Aufgaben in der medizinischen Versorgung überhaupt optimal erfüllen zu können. Für eine erfolgreiche Bewältigung der stetig steigenden Herausforderungen in der Arztpraxis sind wiederum fundierte und aktuelle Informationen entscheidend. Zuverlässige Quellen für medizinische Fachinformationen und relevante, verbindliche Regelungen bieten z. B. die Deutsche Ärztekammer, die Bundeszahnärztekammer sowie der gemeinsame Bundesausschuss.

 

Gemeinsamer Bundesausschuss: Das sind seine Aufgaben

Als Gemeinsamer Bundesausschuss beschließt der GBA alle Richtlinien für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten in Deutschland, die zur Sicherung der ärztlichen Versorgung erforderlich sind (§92 SGB V). Das Beschlussgremium des G-BA setzt sich aus dreizehn stimmberechtigten Mitgliedern zusammen. Dringend notwendig wäre eine bessere Interessenvertretung für Ärzte, aber auch Patienten. So besitzen z. B. Patientenvertreter ein Mitberatungs- und Antragsrecht, aber kein eigenes Stimmrecht. Ein gemeinsamer Ausschuss also, bei dem noch Potenzial offen ist für eine bessere, weil gleichwertigere Vertretung der verschiedenen Interessengruppen.

 

Bundesärztekammer a245: aufwendige Hygienemaßnahmen

Nr. 245 GOÄ klärt die Berechnung aufwendiger Hygienemaßnahmen zum 1-fachen Satz in Höhe von 6,41 Euro. Diese Abrechnung ist nur bei einem unmittelbaren, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt möglich und kann je Sitzung einmal erfolgen. Diese GOÄ-Ziffer kann z. B. nicht angewendet werden bei einer Leichenschau (Voraussetzung Arzt-Patienten-Kontakt, Leiche ist kein Patient). Ein erhöhter (Zeit-)Aufwand bei besonderen Todesumständen ist eventuell nach Nr. 102 GOÄ berechnungsfähig.

 

Bundesärztekammer – Patientenverfügung

Mithilfe einer Patientenverfügung kann jede einwilligungsfähige, volljährige Person dafür Sorge tragen, dass im Notfall die medizinischen Entscheidungen getroffen werden, die sie selbst befürworten würde. Eine rechtsichere Vorlage steht u. a. auf den Internetseiten der jeweiligen Landesärztekammer zur Verfügung (bundesaertzekammer.de).

Podcast von Dr. Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer: Darf es auch einmal was auf die Ohren sein? In seinem Podcast „Sprechende Medizin“ diskutiert Dr. Klaus Reinhardt (Präsident Bundesärztekammer) mit dem Moderator Daniel Finger über die Entwicklungen und besondere Herausforderungen im Gesundheitswesen. Dabei lässt er seine besondere Perspektive als Präsident der Ärztekammer genauso einfließen, wie medizinische Fachkenntnisse. Die Podcast-Folgen mit dem Bundesärztekammer-Präsident findet man über die Website der Ärztekammer Deutschland.

 

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Alles, was Ärzte darüber wissen müssen
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zum ärztlichen Bereitschaftdienst: Pflichten, Zuständigkeiten, Entlohnung etc.
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Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Alles, was Ärzte darüber wissen müssen

Christian Wagner
28.04.2022

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Pflicht und Mehrwert für alle

Dem ärztlichen Bereitschaftsdienst kommt in Deutschland eine wichtige Rolle zu, denn er stellt eine durchgängige und reibungslose Patientenversorgung im ambulanten Bereich sicher. Rechtlich begründet ist der ambulante Notdienst in der Berufsordnung der Ärztekammern und den kassenärztlichen Notdienstordnungen.

 

Kassenärztlicher Notdienst ist Pflicht für Vertragsärzte

Als in Deutschland zugelassener Vertragsarzt, niedergelassener Haus- und Facharzt sowie als Mediziner in einem zugelassenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sind Sie demnach zur Teilnahme am Ärztlichen Bereitschaftsdienst verpflichtet – damit Patienten auch ambulant rund um die Uhr optimal versorgt werden.

Als Bereitschaftsarzt können Sie Ihren Notdienst in Form von Präsenz in einer Notfallpraxis, Telefonberatung sowie auch durch Hausbesuchsfahrten erbringen. Der Notdienst muss dabei nicht zwangsläufig als hausärztlicher Notdienst erbracht werden. Als Facharzt können Sie sich beispielsweise als HNO-Notdienst, kinderärztlicher Notdienst oder augenärztlicher Notdienst einteilen lassen. Auch für Zahnheilkunde und Psychotherapie werden fachlich ausgerichtete Notdienste angeboten.

Eine Befreiung vom Notdienst ist nur bei schwerwiegenden, etwa gesundheitlichen oder familiären Gründen, sowie in den ersten drei Jahren der Kindererziehung möglich.

Ob an Weihnachten, Neujahr oder anderen Feiertagen – immer dann, wenn die Praxen geschlossen haben, ist kassenärztlicher Dienst gefragt. Wenn Sie Ihrer Verpflichtung zum Notdienst einmal nicht nachkommen können, besteht jedoch die Möglichkeit, diesen mit anderen Bereitschaftsärzten zu tauschen oder sich vertreten zu lassen.


Reibungslos versorgt durch die kassenärztliche Vereinigung

Die positive Kehrseite der Pflicht ist: Wenn Sie auf Grund von Urlaub oder Abwesenheit einmal Vertretung für Ihre Praxis benötigen, hilft Ihnen die kassenärztliche Vereinigung Ihres jeweiligen Bundeslandes dabei, schnell Unterstützung zu finden – unabhängig davon, ob Sie als niedergelassener Vertragsarzt oder an einem zugelassenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) als Mediziner tätig sind.

 

Den Patienten im Blick – als ärztlicher Notdienst
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist über die bundesweit einheitliche Nummer 116 117 für Patienten auch außerhalb Ihrer Sprechstunden erreichbar – rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche. So erhalten Patienten auch am Abend, in der Nacht oder am Wochenende schnellstmöglich eine Beratung und Behandlungsempfehlungen.

Als ärztlicher Bereitschaftsdienst tragen Sie somit dazu bei, dass Patienten sich durchgehend und zuverlässig betreut fühlen. Über die Telefonberatung durch Bereitschaftsärzte werden auch diejenigen Patienten optimal versorgt, die auf Grund ihres gesundheitlichen Zustands nicht in Ihre Praxis kommen können oder dürfen.

Weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, dass sie außerhalb Ihrer Sprechzeiten über die Notarztnummer 116 117 und die gleichnamige App erfahren können, welche Notarztpraxen in Ihrer Stadt oder Region gerade geöffnet sind. So können diese bei dringenden medizinischen Fällen ohne vorherige Anmeldung direkt eine geeignete Notfallpraxis aufsuchen.

Medizinische Informatik: Ein Studiengang der digitalen Zukunft?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Medizinische Informatik: worum geht es und wo wird sie eingesetzt ...
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Medizinische Informatik: Ein Studiengang der digitalen Zukunft?

Nabil Khayat
02.03.2022

Medizinische Informatik

Die medizinische Informatik (medical informatics) hilft, Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen zu verbessern und Abläufe effektiver zu gestalten. Dafür werden in der Medizininformatik medizinische Daten verarbeitet, optimiert, archiviert und analysiert. Die medizinische Informatik fungiert als Schnittstelle zwischen Medizin und Informatik. Egal ob im OP-Saal, bei der Kostenerfassung in der Arztpraxis oder Gen-Sequenzierung im Labor, ohne medizinische Informatik kommen Ärzte, Wissenschaftler und Pharmafirmen nicht mehr aus. Als ein Teilgebiet der Informatik wird medizinische Informatik als eigenständiger Bachelor-Studiengang an Universitäten und Fachhochschulen angeboten. An manchen Hochschulen heißt der Lehrgang „Gesundheitsinformatik“. Darauf aufbauend ist es möglich, in medizinischer Informatik den Master zu machen. Auch medizinische Informatik als Fernstudium wird angeboten.

 

Wie lange studiert man medizinische Informatik?

Medizinische Informatik als Studium dauert sechs bis sieben Semester und schließt mit dem Bachelor of Science ab: BSc. Medizinische Informatik. Für den Master „Medizinische Informatik“ benötigt man noch einmal drei bis vier Semester. Bei einem Fernstudium „Medizinische Informatik“ kann es auch fünf Semester dauern. Um in Medizininformatik den Master zu machen, muss eine abschließende Masterarbeit geschrieben werden. Ein Numerus Clausus (NC) wird teilweise gefordert.

Wer medizinische Informatik studieren möchte, kann sich auch nach einem Informatikstudium umschauen. Hier kann man sich spezialisieren, z. B. auf medizinische Informatik oder biomedizinische Informatik. Je nach Hochschule wird manchmal auch bei Informatik ein NC gefordert.

 

Medizinische Informatik: Jobs

Medizininformatiker sind gefragt: In IT-Unternehmen und Software-Firmen ebenso wie an Krankenhäusern, in Gesundheitsämtern, bei Krankenkassen, Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Berufsaussichten sind gut. Vor allem, weil der Studiengang so vielfältig ist. Vermittelt werden u. a.:

  • Medizinische Grundlagen
  • Informationssysteme und -technologien im Gesundheitswesen
  • Naturwissenschaftlich-technische Grundlagen
  • BWL mit Fokus auf betriebswirtschaftlichen Fragen im Gesundheitswesen
  • Prozessgestaltung im Gesundheitswesen

Wer in Medizininformatik den Master gemacht hat, ist dazu befähigt, in der Wissenschaft Fuß zu fassen oder kann eine Kariere in der Führungsebene anstreben. Auch in der Bioinformatik sind die Berufsaussichten hervorragend. Grundsätzlich sind Bioinformatiker spezialisiert. Zum Beispiel in der Software-Entwicklung für Biologie oder der Entwicklung von 3D-Modellen von Proteinen.

 

Medizinische Informatik: Gehalt

Je nachdem ob ein Bachelorabschluss oder der Master in medizinischer Informatik vorliegt, variiert das Gehalt. Auch Erfahrung, Branche, Größe des Unternehmens und Bundesland sind Faktoren, die in der Gesundheitsinformatik das Gehalt beeinflussen. Das Einstiegsgehalt nach einem Abschluss im Fach medizinische Informatik liegt im Durchschnitt bei 3.000 bis 3.250 Euro brutto im Monat. Mit einem Master medizinische Informatik verdient man mehr als mit einem Bachelor of Science. Bioinformatiker mit Bachelor-Abschluss können mit einem Anfangsgehalt von 2.400 Euro brutto rechnen. Wer in medizinischer Bioinformatik den Master hat, steigt bei rund 2.800 Euro brutto ein.

Was ist die Bayerische Ärzteversorgung?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Bayerischen Ärzteversorgung: was sie leistet und wann sie es leistet.
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Was ist die Bayerische Ärzteversorgung?

Sebastian Hütter
11.03.2022

Wofür steht die Bayerische Ärzteversorgung?

Die Bayerische Ärzteversorgung ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie ist gleichzeitig auch Deutschlands größte berufsständische Pflichtversorgungseinrichtung, die die Altersversorgung für Ärzte sicherstellt. Für die Ärzte im Bundesland Bayern bedeutet dies, dass sie beim Versorgungswerk für Ärzte automatisch pflichtversichert sind, d. h. eine Mitgliedschaft muss nicht extra beantragt oder per Vertrag abgeschlossen werden.

Zu den einzelnen Versorgungsleistungen im Rahmen der Aerzteversorgung gehören die Alters-, Berufsunfähigkeits- und die Hinterbliebenenversorgung. Das Versorgungswerk in Bayern bietet seinen mehr als 150.000 Mitgliedern bzw. den Hinterbliebenen sogar freiwillige Leistungen wie z. B. Unterhaltsbeiträge für Ehegatten und Kinder an. Als Bayerisches Versorgungswerk ist es neben Bayern zudem für die Bezirke Pfalz, Rheinhessen des Landes Rheinland-Pfalz als auch für das Saarland (Tierärzte) zuständig.

 

Was ist die Aufgabe der Versorgungskammer Bayern?

Die Versorgungskammer Bayern übernimmt im Freistaat die Aufgaben einer staatlichen Oberbehörde und tritt zugleich geschäftsführend als modernes Wirtschaftsunternehmen für zwölf berufsständische, kommunale Altersversorgungseinrichtungen in Erscheinung. Die Bayerische Versorgungskammer mit Sitz in München verwaltet demnach neben der Ärzteversorgung Bayern u. a. auch die Bayerische Apothekerversorgung oder die Bayerische Architektenversorgung.

Als Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt ist man natürlich auch bei der Bayerischen Versorgungskammer Pflichtmitglied. Dies ist immer dann der Fall, sobald der Arzt im Zuständigkeitsbereich der Bayerischen Ärzteversorgung die ärztliche Tätigkeit aufnimmt. So müssen sich die bayerischen Ärzte um ihre Versorgung keine Sorgen machen – auch wenn die bayrischen Sätze bei den Beitragszahlungen in den vergangenen Jahren etwas angehoben wurden.

 

Was sagt die Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung aus?

Apropos Beitragszahlungen: Der vom Arzt an die Bayerische Ärzteversorgung zu zahlende Beitrag orientiert sich an der Bemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung. Damit hat auch für den Arzt die Beitragsbemessungsgrenze die Bedeutung wie für jeden angestellten Arbeitnehmer, dessen Einkommen bestimmt, welchen Beitrag er an die Rentenkasse zu zahlen hat.

Für den Arzt, der die Rente später von der Bayerischen Ärzteversorgung erhält, liegt die Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung Bund im Westen bei jährlich 84.600 € und im Osten bei 81.000 €. Auch wenn bayerische Sätze steigen mögen, so ist die Rente für den Arzt in Bayern ausreichend hoch, um den Lebensabend auch wirklich genießen zu können.

 

Wie hoch ist der Rentenversicherung Prozentsatz?        

Für das Jahr 2022 (und danach) ist bei der Rentenversicherung der Prozentsatz des Pflichtbeitrages bei 18 % festgelegt. Dies bedeutet, dass niedergelassene, selbstständige Ärzte 18 % des reinen Berufseinkommens an Beitrag zu zahlen haben. Dieser Prozentsatz der Rentenversicherung gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Ärzte, deren jährliches Einkommen darüber liegt, müssen für den übersteigenden Teil weitere 7 % des reinen Berufseinkommens Beiträge leisten.

Betrachtet man allerdings die umfangreichen Versorgungsleistungen der Bayerischen Ärzteversorgung, so ist auch bei vielleicht relativ hohen Beitragszahlungen durchaus der Wert der „Gegenleistungen“ z. B. in Form von freiwilligen Leistungen zu erkennen. So kann die Ärzteversorgung die Unterhaltsbeiträge für Ehegatten ohne Anspruch übernehmen. Bei der Deutschen Rentenversicherung wiederum kann ein Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten gestellt werden, um zusätzliche Rentenzahlungen in der erwerbslosen oder erwerbsgeminderten Zeit während Kindererziehung beanspruchen zu können.

Niedergelassener Arzt: Tipps zur Selbstständigkeit!
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Niederlassung als Arzt: Voraussetzungen und Möglichkeiten.
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Niedergelassener Arzt: Tipps zur Selbstständigkeit!

Sebastian Hütter
04.03.2022

Niedergelassener Arzt werden: Ein Überblick

Sich in der eigenen Praxis als Arzt niederlassen: Viele Mediziner stellen sich im Laufe ihres Werdeganges die Frage, ob die Eröffnung einer eigenen Arzt-Praxis für sie eine Option darstellt. In dem Zusammenhang entstehen nicht selten Unklarheiten: Was kommt auf mich zu, wenn ich niedergelassener Arzt werden möchte? Wie hoch ist das Netto Gehalt eines niedergelassenen Arztes? Was bedeutet es, eine Privatpraxis zu führen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie in den folgenden Zeilen.

Was ist eine Niederlassung und was bedeutet niedergelassener Arzt? Die Neugründung oder Übernahme einer Arzt-Praxis wird als Niederlassung bezeichnet. Der niedergelassene Arzt führt seine eigene Praxis und ist selbstständig. Aus verschiedenen Gründen schließen sich oft mehrere Ärzte zusammen, die niedergelassen sind, um eine Praxisgemeinschaft oder Gemeinschaftspraxis zu gründen.

Voraussetzung zur Niederlassung ist zunächst das erfolgreich abgeschlossene Studium der Humanmedizin und die anschließende Approbation zum Arzt.

 

Was ist ein Vertragsarzt?

Als Vertragsarzt wird ein Arzt bezeichnet, der dazu ermächtigt ist, gesetzlich versicherte Patienten zu behandeln und die dabei entstehenden Kosten über die gesetzliche Krankenkasse abzurechnen.

Wichtige Bedingung zur Niederlassung als Vertragsarzt ist nach der Approbation eine mehrjährige Weiterbildung zum Facharzt – meist für Innere und Allgemeinmedizin (umgangssprachlich Hausarzt). Andere Fachrichtungen sind ebenfalls möglich. Abgeschlossen wird die Weiterbildung durch das Ablegen der sogenannten Facharztprüfung in der jeweiligen Spezialisierung.

 

Die Zulassung: Voraussetzung, um niedergelassener Vertragsarzt zu werden

Um als niedergelassener Arzt gesetzlich versicherte Patienten behandeln und die erbrachten Leistungen über deren Krankenkasse abrechnen zu können, ist eine Zulassung erforderlich. Diese wird durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ausgestellt.

Ein niedergelassener Arzt, der diese Kassenzulassung durch die KV erhalten hat, wird auch als Vertragsarzt bezeichnet. Er kann fortan in seiner Praxis sowohl gesetzlich Versicherte als auch Privatpatienten und sogenannte Selbstzahler behandeln.

Was bedeutet Privatpraxis? Niedergelassene Ärzte ohne kassenärztliche Zulassung werden als Privatärzte bezeichnet und führen eine Privatpraxis. Sie dürfen nur privat versicherte Patienten und Selbstzahler behandeln, da gesetzliche Krankenkassen nicht für die Therapiekosten aufkommen. Die einzige Voraussetzung zum Niederlassen in einer Privatpraxis ist die Approbation als Arzt.

 

Netto Gehalt: Was verdient ein niedergelassener Arzt?

Die Frage nach dem Einkommen ist keine einfache. Je nach Fachgruppe unterscheidet es sich teils drastisch. Auch die Größe der Praxis und das Einzugsgebiet, die Arbeitszeiten und die laufenden Kosten sind variabel.

Das Statistische Bundesamt berichtete 2017 in einer Pressemitteilung, dass der durchschnittliche Reinertrag einer Arzt-Praxis im Jahre 2015 bei 258.000 Euro lag. Diese Summe beschreibt die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben (Personal- und Sachaufwendungen) und würde einem Netto Gehalt von ca. 10 – 12.000 Euro pro Monat entsprechen.

Telematikinfrastruktur: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Ärzte
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Telematikinfrastruktur: von DVG über DiGA bis gematik CERT.
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Telematikinfrastruktur: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Ärzte

Nabil Khayat
07.06.2021

Telematikinfrastruktur als zentrales digitales Netzwerk des Gesundheitswesens

 

Was genau ist Telematik? Telematik setzt sich in seiner Definition aus den Bereichen Telekommunikation und Informatik zusammen. Die Telematikinfrastruktur treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Sie vernetzt Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker, Krankenkassen, Gesundheitsamt und Patienten miteinander. So bietet sie große Chancen für einen optimierten Ablauf der Behandlung. Zentrale Themen der Datensicherheit sind zu beachten, denn es geht um sensible Daten. Die gematik dient dabei als überwachende Technik-Instanz. Grundlage für die Schaffung der Telematik in der Medizin bildet das E-Health-Gesetz des Bundesministeriums. Um die Digitalisierung zusätzlich voranzutreiben, wurde 2019 das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) verabschiedet. Hier ist auch geregelt, dass sich Apotheken und Ärzte an die Telematikinfrastruktur anbinden lassen müssen.

 

Ärzte sind zentrale Akteure beim E-Health-Gesetz

 

Die Pflicht der Datenerfassung und -pflege liegt im E-Health-Gesetz bei den Ärzten. Ärzte sind nach dem DVG dazu verpflichtet, ihren Patienten neue digitale Dienste zugänglich zu machen. Telematik in der Arztpraxis setzt voraus, dass die Praxissoftware auf einen aktuellen Stand gebracht wird. Der Zugang zu digitalen Angeboten wie Video-Sprechstunden muss hergestellt werden. Zusätzlich kann ein E-Medikationsplan angelegt werden. So können auch mögliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten schnell ausfindig gemacht werden. Patienten sollen sich außerdem z. B. problemlos Gesundheits- und Medizin-Apps verschreiben lassen können. Generell muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden, die Gesundheitsdaten in einer elektronischen Patientenakte (ePA) speichern zu lassen.

 

Patientendaten-Schutz-Gesetz: Der Patient entscheidet, was gespeichert wird

 

Die ePA wird seit Januar 2021 den Versicherten angeboten. Sie wird von den Krankenkassen als Telematik-App für Smartphones und Tablets bereitgestellt. Grundlage der ePA ist es, dass die gespeicherten Daten bei berechtigtem Interesse zugänglich gemacht werden können. Es dürfen ausschließlich Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheker auf diese Daten zugreifen. Neben der Gesundheitskarte ist dafür ein Heilberufsausweis notwendig. Welche Daten grundsätzlich dort gespeichert und weitergegeben werden, entscheidet der Patient. Ihm obliegt die Datenhoheit. Im Gegensatz zu den Arztpraxen ist die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur für Patienten freiwillig. Sie müssen schriftlich zustimmen, bevor ihre Daten verwendet werden dürfen. Die Daten werden in der elektronischen Gesundheitsakte gespeichert, die seitens der Krankenkassen angelegt wird. Diese Genehmigung kann jedoch jederzeit zurückgenommen werden.

 

gematik wacht über die Datensicherheit

 

Für den Datenschutz der Telematikinfrastruktur und die Datensicherheit allgemein ist die gematik zuständig. Sie stellt sicher, dass die Datenschutzvorschriften der Akteure eingehalten werden. Die Daten befinden sich zentral in einem Virtuellen Privaten Netzwerk (VPN). Sollte es einem Angreifer gelingen, dort einzudringen, sind die vorliegenden Daten zusätzlich verschlüsselt. Ziel ist eine hohe Datensicherheit bei gleichzeitig zumutbarem Aufwand für die Nutzer der Dienste. Das Team der gematik ist in der Lage, bei einer Cyberattacke schnell zu reagieren, um die sensiblen Daten erfolgreich zu schützen.

E-Health
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über E-Health.
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eHealth

E-Health

Nabil Khayat
10.06.2021

E-Health – die digitale Seite unserer Gesundheit

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist auf dem Vormarsch. Die Begriffe E-Health – auch ehealth oder eHealth – und Telemedizin sind in aller Munde. Wer versucht herauszufinden, welche  Definition der Gesundheitssektor für diese Begriffe bereithält, ist aber häufig erstmal noch verwirrter. Denn E-Health bezeichnet alle Anwendungen von elektronischen Technologien und Medien im Bereich der Gesundheit.

 

Hierzu gehören nicht nur die elektronische Gesundheitsakte bzw. Patientenakte. Das ist auch die Telemedizin als solche. Und das umfasst die steigende Anzahl an Gesundheits-Apps, auch E-Health-Apps genannt. Kurz: Alle Informations- und Kommunikationstechnologien, die im Patientenumfeld oder Gesundheitssektor eingesetzt werden.

 

E-Health-Gesetz – Ausbau der medizinischen Datenautobahn

Die Ursprünge von E-Health finden sich in den 1970er Jahren. Damals hielten die Computer Einzug in den Medizinsektor und die Digitalisierung der Medizin nahm Fahrt auf. Heutzutage regelt das Digitale-Versorgung-Gesetz die Anbindung von Arztpraxen an die Telematik-Infrastruktur. Und es ist als Schutzgesetz in Sachen Patientendaten zu verstehen.

 

Das E-Health-Gesetz ist Ende 2015 in Kraft getreten, um den Ausbau der medizinischen Telematik-Infrastruktur voranzutreiben. Es sorgt dafür, dass sich Praxen und Krankenhäuser sicher verbinden und so schneller miteinander kommunizieren können. Es enthält außerdem einen konkreten Fahrplan für den Aufbau einer sicheren Telematik-Infrastruktur sowie die Einführung verschiedener medizinischer Anwendungen. So sollen bislang papiergestützte Verfahren schrittweise durch digitale Prozesse ersetzt werden.

 

Vor- und Nachteile der Digitalisierung für Patienten

Telematik steht für den digitalen Spagat zwischen Telekommunikation und Informatik. Die Telemedizin ist ein Teilbereich der Telematik und beschäftigt sich mit dem gezielten Einsatz von Telematikanwendungen (Apps) für Mediziner und Patienten. Beispielsweise sollen damit große Distanzen zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten überbrückt werden.

 

Gerade auf dem Land macht sich der Ärztemangel bereits bemerkbar und stellt den Medizinsektor vor ein Problem. Hier soll der Einsatz von E-Health eine flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherstellen, sodass sich Experten über größere Distanzen hinweg austauschen und so die medizinische Versorgung in Regionen mit niedriger Facharztdichte gewährleisten können.

 

Doch noch immer gibt es unbeantwortete rechtliche Fragen zum Thema E-Health und die Unsicherheiten auf Seiten der Leistungserbringer sowie der Medizintechnik-Industrie sind hoch. Ein wesentlicher Faktor sind dabei Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Datensicherheit.

 

E-Health im Ausland – ein Beispiel

In Estland ist man bereits sehr gut vernetzt. Mithilfe eines zentralen, digitalen Gesundheitsinformationssystems sind rund 98 Prozent der estnischen Bevölkerung und über 750 Einrichtungen im ganzen Land miteinander verbunden. Weniger als ein Prozent der Esten lehnt die Verwendung der digitalen Möglichkeiten im Gesundheitssektor ab.

Was ist Digitalisierung im Gesundheitswesen?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Digitalisierung im Gesundheitswesen: Telemedizin, Digital Due Diligence, ePA ...
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Was ist Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Nabil Khayat
31.05.2021

Aufholbedarf bei Digitalisierung im Gesundheitswesen

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland nur im mittleren Feld, was die Digitalisierung im Gesundheitswesen angeht. International fällt das Ergebnis sogar schlechter aus. Mit Beginn des Pandemiegeschehens hat diese zwar in einigen Bereichen wie der Telemedizin Fahrt aufgenommen, allerdings besteht weiterhin Aufholbedarf. Dies betrifft insbesondere die digitale Vernetzung zwischen Ärzten, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen.

Obwohl aktuell mehr als acht von zehn Ärzten an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind, tauscht der überwiegende Teil seine Gesundheitsdaten weiterhin per Post, Fax oder Telefon aus. Da Patienten mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePa) ein Recht auf die Übertragung ihrer Daten haben, ist das Gesundheitswesen im Zugzwang.

Telemedizin im Fokus

Im Bereich E-Health sticht die Telemedizin hervor. Als Teilgebiet der Telematik umfasst sie die Diagnostik und Therapie unabhängig von Ort und Zeit. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Es lassen sich größere Distanzen, beispielsweise im ländlichen Raum, überbrücken oder Anfahrtswege bei eingeschränkter Mobilität, z. B. nach einer Operation, vermeiden. Dies wirkt sich positiv auf die Genesung aus. Ferner können Ärzte und Gesundheitseinrichtungen Daten zu Untersuchungsergebnissen, Krankheitsbildern oder Medikationsplänen einfach elektronisch austauschen.

Das E-Health-Gesetz, auch als Telemedizingesetz bezeichnet, schafft die gesetzlichen Rahmenbedingungen und stellt die Weichen für eine sichere digitale Kommunikation sowie Anwendungen im Gesundheitswesen.

IT-Berater unterstützen bei Umsetzung

Ein Blick auf die Gegenwart zeigt, dass die Videosprechstunde deutlich öfter angeboten wird als noch vor einem Jahr, insbesondere in Kombination mit der Online-Buchung eines Arzttermins. Andere digitale Angebote wie Apps auf Rezept sind auf dem Vormarsch. Um Stolperfallen bei der Umsetzung zu umgehen, stehen IT-Consulter beratend zur Seite hinsichtlich Umsetzung der IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit, gesetzlichen Anforderungen und des Datenschutzes. Letzteres ist aufgrund der sensiblen Gesundheitsdaten ein großes Thema und stellt Praxen vor Herausforderungen. Bei der Auswahl geeigneter E-Health-Lösungen ist auf eine entsprechende Zertifizierung zu achten. Nur dann übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Leistungen.

Onlinemarketing: Vertrauen in digitale Anwendungen stärken

Der erste Berührungspunkt bei der Arztsuche führt meist über Internetrecherche auf die Praxis-Website. Je mehr Informationen der Besucher dort zu seinem Behandlungsbedarf findet, desto eher entscheidet er sich für die Praxis. Um eventuelle Skepsis gegenüber digitalen Gesundheitsanwendungen abzubauen, bieten sich themenbezogene Artikel oder Blogbeiträge gleichermaßen als Aufklärungs- und Content Marketing-Instrument an.

Die erstellten Inhalte sollen weit oben in Suchergebnissen erscheinen, damit potenzielle Patienten sie schnell finden. Hierfür ist die SEO-Optimierung als ein Element des Onlinemarketings eine Maßnahme. Das heißt Struktur und Aufbereitung der Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie von Suchmaschinen erkannt und als relevant eingestuft werden.

Datenschutz-Praxis: Was Ärzte beachten müssen?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zu Praxis-Datenschutz: Ersteinrichtung und fortlaufenden DSGVO-Betreuung.
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Datenschutz-Praxis: Was Ärzte beachten müssen?

Torsten Doppler
31.05.2021

Damit Datenschutz Praxis macht!

Datenschutz in der Gesundheitsbranche ist wichtig und unerlässlich. Leider wird Thema immer noch häufig von Praxis-Inhabern unterschätzt. Es handelt sich um einen sehr komplexen Bereich, der in der Tat für praktizierende Ärzte nur schwer einzuordnen ist.

Sind Datenschutz und Datensicherheit Ihrer Praxis auf dem Stand, auf dem sie sein sollten? Hinterfragen Sie doch einfach mal, ob Sie sich mit folgenden exemplarischen Bereichen bereits adäquat auseinander gesetzt haben:

  • Welche Software wird in der Arztpraxis eingesetzt?
  • Welche Personen / Dienstleister haben Zugriff auf die verarbeiteten Daten?
  • Ist die interne IT-Struktur in Sachen Sicherheit gut aufgestellt?
  • Sind die Mitarbeiter entsprechend geschult und unterwiesen?
  • Liegen Lösch- und Berechtigungskonzepte vor?
  • Liegen Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung vor?
  • Wurden TOMs erstellt und werden diese laufend angepasst und aktualisiert?

Web-DSGVO? Das sind die häufigsten Fehler!

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) macht klare Vorgaben für den Internetauftritt einer Arztpraxis. Leider wird die DSGVO in diesem Bereich sehr oft unterschätzt. Häufige Fehler sind:

  • kopierte Datenschutzerklärungen
  • generierte Datenschutzerklärungen unter Einsatz von Tools deren Anwendung fraglich ist bzw. deren Ergebnisse nicht DSGVO-konform sind
  • fehlende Verträge zur Auftragsdatenvereinbarung
  • fehlende Verarbeitungsverzeichnisse

Checkliste: Web-DSGVO für die Arztpraxis

Damit Ihre Praxis-Website die gesetzlichen Anforderungen erfüllt müssen folgende Aspekte DSGVO-konform umgesetzt sein:

  • Hosting und Domain
  • E-Mail und Kontaktformular
  • Impressum auf der Website
  • Datenschutzerklärung auf der Website
  • Nutzungsrechte der Bilder, Texte & Videos
  • Newsletter und E-Mail-Marketing
  • Social-Media-Einbindung und -Profile
  • Tracking und Marketing (externe Tools, Plug-Ins, Cookies)
  • Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung
  • Erstellung und Aktualisierung vom Verfahrensverzeichnis
  • Dokumentation der Technischen und Organisatorischen Maßnahmen (TOMs)
  • Erstellung vom Lösch- und Berechtigungskonzept

Wie hoch sind die Kosten für Datenschutz-Dienstleister?

Professionelle Unterstützung in Datenschutz-Fragen für die Praxis zeichnet sich dadurch aus, dass sie unkompliziert, fachkundig, beratend und stimmig ist. Große Unternehmen haben natürlich interne Datenschutzbeauftragte. Einer Praxis kann man nur raten, für den richtigen Datenschutz externe Dienstleister hinzuziehen.

Hinsichtlich der Kosten bei Umsetzung der DSGVO-Vorgaben für eine Praxis-Website durch entsprechende IT-Dienstleister muss man in zwei Kategorien denken:

  1. die Ersteinrichtung der Umsetzung aller DSGVO-Bestimmungen für den Internetauftritt der Arztpraxis
  2. die fortlaufende Betreuung aller DSGVO-Elemente, um mit der Praxis-Website up do date zu bleiben

Die Kosten für die einmalige Ersteinrichtung aller wesentlichen Elemente zur Erfüllung der Webseiten-DSGVO sind schon zum Pauschalpreis von 300 Euro zzgl. MwSt. erhältlich.

Die Kosten für eine solche monatliche Betreuung für den Datenschutz Ihrer Praxis-Website betragen 59 Euro zzgl. MwSt.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), was ist das?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): von BGM-Maßnahmen bis Job-Optionen.
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Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), was ist das?

Mira Ross-Büttgen
09.06.2021

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Darum geht’s beim BGM!

Wenngleich sich im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, kurz BGM, Maßnahmen und Methoden in den vergangenen Jahren teils signifikant verändert haben: Die Gesundheitsmanagement-Aufgaben, die Zielsetzung ist dieselbe geblieben.

Was ist BGM? Bei der betrieblichen Gesundheitsförderung geht es um die unternehmensübergreifende Entwicklung und Gestaltung von Strukturen, die gleichermaßen auf verhältnispräventiver Ebene ansetzen wie auch die Gesundheitssituation jedes einzelnen Beschäftigten berücksichtigen.

Somit entwickelt ein Fachberater für Betriebliches Gesundheitsmanagement Konzepte für ein gesundheitsförderndes Betriebsumfeld. Damit Beschäftigte ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht nur bis zum Ruhestand behalten, sondern im Idealfall sogar noch verbessern können.

Gesundheitsmanager – Aufgaben

Der Gesundheitsmanager entwickelt Maßnahmen und Programme zur Förderung der Motivation, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Er setzt die Maßnahmen selbst um und leitet sie an. Des Weiteren sensibilisiert er die Belegschaft für das Thema Gesundheit und fördert die individuellen Fähigkeiten.

Als Grundlage für gesundheitsfördernde Schulungen und Trainingseinheiten erhebt er beispielsweise durch Umfragen entsprechende Daten und analysiert diese.

Hinzu kommt die Kontrollfunktion eines Gesundheitsmanagers, z. B. in Form der Arbeitsplatzbegehung mit Checkliste.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Auch das betriebliche Eingliederungsmanagement, kurz BEM, gehört zum Aufgabenbereich eines BGM-Verantwortlichen. Denn es ist rechtlich festgelegt: Wenn ein Arbeitnehmer im Laufe eines Jahres länger als sechs Wochen ohne Unterbrechung oder wiederholt arbeitsunfähig ist, muss der Arbeitgeber gemeinsam mit dem Betroffenen und dem Betriebsrat bzw. Personalrat klären, wie die Arbeitsunfähigkeit mit Unterstützung durch den Arbeitgeber überwunden und ihr künftig vorgebeugt werden kann.

Die Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements ist nicht gesetzlich geregelt. Folgender BEM-Ablauf ist üblich:

  1. offizielles Einladungsschreiben des Arbeitsgebers mit allen relevanten Informationen an den Arbeitnehmer
  2. kurzes erstes BEM-Gespräch (sofern der Arbeitnehmer einverstanden ist)
  3. weitere Gespräche in Anhängigkeit der fallspezifischen Vorschläge der Beteiligten
  4. Beendigung des BEM mit einer Abschluss-Erklärung, ggf. inklusive der beschlossenen Maßnahmen

Ein Job im Gesundheitsmanagement?

Aufgrund der demografischen Entwicklung sind effektive Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung wichtiger denn je. Auch die Bundesregierung hat das erkannt und Gesundheitsförderung über das Präventionsgesetz zur nationalen Aufgabe gemacht. Entsprechend viele Stellenangebote für Betriebliches Gesundheitsmanagement gibt es.

Wie wird man Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement? Sie können Betriebliches Gesundheitsmanagement studieren, Sie können eine Ausbildung in Betrieblichem Gesundheitsmanagement machen und es gibt jede Menge Weiterbildungen und Angebote für ein Praktikum in Betrieblichem Gesundheitsmanagement.

Die Zulassungsvoraussetzungen sind entsprechend unterschiedlich. Teilweise sind gar keine speziellen Voraussetzungen zu erfüllen, teilweise wird eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium und mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorausgesetzt.

Elektronische Patientenakte: Was kann die neue Gesundheitskarte?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur elektronischen Patientenakte: ePa / eGa und Health Digital.
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Elektronische Patientenakte: Was kann die neue Gesundheitskarte?

Nabil Khayat
09.06.2021

Elektronische Patientenakte – ePA: Gesundheit geht digital

Die Vernetzung von Ärzten und anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen ist kein einfaches Unterfangen. Eine der Herausforderungen ist die Synchronisation unterschiedlicher technischer Infrastrukturen in den einzelnen Praxen und medizinischen Einrichtungen. Die Verwaltungssysteme von Hausarztpraxen müssen beispielsweise reibungslos mit den PVS der Facharztpraxen kommunizieren. Das mag auf den ersten Blick nicht als großes Problem erscheinen, die über hundert verschiedenen Praxisverwaltungssysteme am deutschen Markt komplizieren die Aufgabe jedoch aufgrund uneinheitlicher Datenübertragungsstandards.

Spätestens bis zum 1. Juli dieses Jahres muss jede Praxis die technischen Voraussetzungen für die elektronische Gesundheitsakte geschaffen haben. Bis zu diesem Stichtag gilt es, die technologischen Hürden der ePA-Einführung zu überwinden.

Was bedeutet ePA für meine Praxis?

Digitalisierung hat Vor- und Nachteile, vor allem bedarf sie einiger Vorbereitung. Um elektronische Patientenakten nutzen zu können, müssen Praxen ihren eHealth-Konnektor beispielsweise mit einem Update zum ePA-Konnektor aufrüsten.

Was ist der ePA-Konnektor?

Die Gesellschaft für Telematik gematik ist für die Bereitstellung der Infrastrukturen zuständig und wird im zweiten Jahresquartal Software-Updates für diese Aufrüstung zulassen. Ein spezielles ePA-Modul ermöglicht die Datenübertragung vom PVS in die elektronische Kartei. Die Telematik-Infrastruktur stellt Anwendungen zur Verfügung, die Arztbriefe oder Notfalldaten auf die elektronische Patientenkarte transferieren. Mit seinem elektronischen Heilberufsausweis eHBA kann der Arzt rechtssichere Unterschriften auf elektronischen Attesten oder E-Rezepten leisten.

Digitale Patientenakte und Datensicherheit

Die ePA-Definition beschreibt die elektronische Patientenakte als zentrales Element der Telematik-Infrastruktur und somit der digitalisierten Gesundheitsversorgung. Versprengte elektronische Informationen zu medizinischen Daten sollen mittels ePA an einem zentralen Ort zusammengeführt werden. Da es sich um besonders sensibles Material handelt, wurde dazu ein gesondertes Datenschutzgesetz lanciert.

Das Patientendaten-Schutzgesetz soll die Datensicherheit der elektronischen Patientenakte gewährleisten. Seine Vorgaben verlangen eine unterschriebene Datenfreigabe des Patienten. Der Arzt muss sich elektronisch identifizieren, bevor er auf die digitale Gesundheitsakte zugreifen kann.

Sowohl der ePA-Konnektor als auch das ePA-Modul müssen von der gematik zugelassen sein, bevor diese Systeme in der Arztpraxis zur Anwendung kommen dürfen.  

Health digital und die Finanzen

Eine elektronische Information einfach und schnell übertragen zu können, kann die Qualität der medizinischen Versorgung optimieren. Patienten haben darauf einen rechtlichen Anspruch. Der Arzt muss die elektronische Krankenakte korrekt befüllen.

Für die erste Befüllung wird eine Pauschale berechnet, Krankenhäuser bekommen einen Zuschlag für die Eintragung der stationären Behandlung in die elektronische Patientenakte. Für die weitere Datenerfassung können niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten verschiedene Gebührenordnungspositionen abrechnen.

Darüber hinaus erhalten die Praxen Pauschalen für technologische Aufrüstungen:

ePA-Konnektor Update                                                                        400,00 Euro

Anpassung des PVS                                                                               150,00 Euro

Betriebskostenzuschlag pro Quartal                                                    4,50 Euro

eHBA pro Quartal                                                                                     11,63 Euro

 

Praxiseröffnung: Tipps zur Praxisgründung
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Praxiseröffnung: Praxisgründung versus Praxisübernahme.
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Praxiseröffnung: Tipps zur Praxisgründung

Sebastian Hütter
09.06.2021

Denken Sie an eine Praxisgründung? Hier einige Tipps zur Vorbereitung

 

Sie wollen ihre eigene Praxis eröffnen oder eine bestehende Praxis übernehmen? Zwischen der ersten Idee, eine Arztpraxis, eine psychologische Praxis oder eine Praxis als psychologischer Berater zu eröffnen bis zu den Glückwünschen und Gratulationstexten zur tatsächlichen Praxiseröffnung können schon mal ein paar Jahre vergehen. Viele Ärzte und Therapeuten haben sich noch nicht umfassend mit wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten einer Praxisgründung beschäftigt. Es gibt z. B. zahlreiche Fördermöglichkeiten auf Bundes- oder Landesebene. Etwa für eine Praxisgründung für Psychotherapie oder eine Praxisgründung im Bereich Logopädie.

                                                                                                                                    

Wer die eigene Praxis eröffnen möchte, muss erst ein paar "Hausaufgaben" erledigen

Wenn Sie eine bereits bestehende Praxis übernehmen, wird zunächst der aktuelle Wert bestimmt. Hier ist eine professionelle Analyse durch einen Berater hilfreich. Außerdem erwartet die Bank einen überzeugenden Businessplan für die weitere Finanzierung. Das beinhaltet eine genaue Kostenaufstellung ebenso wie die Errechnung realistischer Umsätze. Wer eine Praxis eröffnen will, muss auch bestimmte formelle Voraussetzungen nachweisen, z. B. die Facharztanerkennung. Wer als Heilpraktiker eine Praxis eröffnen möchte, muss u. a. den Abschluss der Heilpraktikerprüfung nachweisen. Um eine Physiotherapie-Praxis zu eröffnen, gehört natürlich der Nachweis einer anerkannten physiotherapeutischen Ausbildung zu den Voraussetzungen.

 

Strukturiertes Vorgehen bei der Praxisgründung

Egal ob Sie einer ärztliche Privatpraxis oder eine Psychologie-Praxis eröffnen wollen: Schon während des Studiums können Sie mithilfe einer fachlichen Spezialisierung die Grundlage dafür legen, eine spätere Gründung zu erleichtern. Zu der üblichen Checkliste für die Praxisgründung zählt die Wahl des richtigen Standortes. Hier sind nicht nur professionelle Fragen entscheidend, sondern auch private Aspekte. Zum Beispiel die vorhandene Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen.

 

Die eigene Praxis gründen – welche Varianten gibt es?

Praxis ist nicht gleich Praxis. Wer ökonomisch und organisatorisch sein eigener Boss sein möchte, wird mit der Einzelpraxis gut beraten sein. Man genießt zum einen volle Gestaltungsfreiheit, zum anderen trägt man auch das alleinige geschäftliche Risiko. In einer Praxisgemeinschaft hingegen hat man die Möglichkeit, Ressourcen gemeinsam mit Partnern zu nutzen – bleibt aber in seinem Bereich wirtschaftlich autonom. Eine weitere Variante wäre die Gemeinschaftspraxis, sie kann auch von Ärzten verschiedener Fachrichtungen betrieben werden. Manche Ärzte sind z. B. halbtags in einem Krankenhaus tätig, die andere Zeit arbeiten sie selbstständig in einer eigenen Praxis. Diese Variante wird als Teilzulassung bezeichnet. Sie fördert u. a. die Vereinbarkeit von Familie und Job. Für welche Variante Sie sich auch entscheiden: Das schönste Geschenk zur eigenen Praxiseröffnung ist die Freude auf den neuen Abschnitt in Ihrem beruflichen Leben.

Zahnarztpraxis kaufen: Welche Praxisbörse für den Zahnarzt?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zum Kauf einer Zahnarztpraxis: von Praxisbörse bis Praxisübernahmevertrag.
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Zahnarztpraxis kaufen: Welche Praxisbörse für den Zahnarzt?

Mario Ammer
07.06.2021

Zahnarztpraxis kaufen: Der Weg in die Selbstständigkeit!

Manch ein Zahnarzt möchte gleich nach seiner abgeschlossenen Ausbildung sein eigener Chef sein. Andere Zahnmediziner sammeln zunächst Erfahrungen als angestellter Arzt. So oder so: Wenn der Wunsch nach einer eigenen Niederlassung umgesetzt werden soll, muss der Zahnarzt sich entscheiden: eine moderne Zahnarztpraxis neu gründen? Oder eine Zahnarztpraxis zur Übernahme suchen?

Die Entscheidung zwischen der Einrichtung einer eigenen Zahnarztpraxis und einer Zahnarztpraxis-Übernahme will wohl überlegt sein. In den meisten Fällen fassen Zahnärzte letztlich aber den Entschluss, eine Praxis zu kaufen. Denn die Übernahme eines bestehenden Patientenstamms erscheint weniger risikoreich, als bei Null anzufangen. Und die Übernahme von Einrichtung und Praxispersonal weniger aufwendig.

Welche Rechtsform soll die zahnmedizinische Arztpraxis haben?

Wenn Sie eine Zahnarztpraxis kaufen möchten, sollten Sie sich zunächst für eine Praxisform entscheiden. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Einzelpraxis
  • Praxisgemeinschaft
  • Örtliche Berufsausübungsgemeinschaft (Gemeinschaftspraxis)
  • Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft
  • Teil-Berufsausübungsgemeinschaft
  • KV-übergreifende Berufsausübungsgemeinschaft
  • (Zahn-)Medizinisches Versorgungszentrum (ZMVZ)

Eine rein private Zahnarztpraxis als Niederlassung ist in Deutschland übrigens eine Seltenheit.

Welche Praxisbörse für die Suche nach einer Zahnarztpraxis?

Sie müssen Ihre künftige Zahnarztpraxis nicht zwangsläufig in einer Online-Börse suchen. Inserate zum Thema „Praxisnachfolger gesucht“ finden sich auch beispielsweise in Fachzeitschriften. Der Vorteil einer Praxisbörse ist, dass Sie hier leichter aus vielen Angeboten die richtige Zahnarztpraxis für Ihre Anforderungen herausfiltern können.

Die zehn größten Praxisbörsen mit Spezialisierung auf Zahnärzte stellen gemeinsam ein Angebot von weit über tausend Praxisobjekten. Die Anbieter unterscheiden sich in den Kosten und dem Service. Als Faustformel gilt „je mehr Service, desto höher die Kosten”. Die mediorbis-Praxisbörse fällt dabei aus dem üblichen Raster, da es sich um eine zentralisierte Praxisbörse mit überregionalem Angebot handelt. Hier stellen Ärzteberater, andere Praxisbörsen und auch Zahnärzte selbst ihre Angebote ein.

Tipp: Wenn Sie eine Zahnarztpraxis kaufen möchten, sollten Sie sich vorher über die verschiedenen Optionen der Praxisbewertung wie Ärztekammer-Methode und modifizierte Ertragswert-Methode informieren.

Ab wann lohnt sich eine Unternehmensberatung für Zahnärzte?

Wenn Sie nicht selbst recherchieren möchte, wer wo die richtige Zahnarztpraxis für Sie zum Verkauf anbietet, können Sie schon die Suche an einen Ärzteberater delegieren. Denn was die Terminservicestelle der kassenärztlichen Vereinigung für Patienten ist, ist sozusagen der Ärzteberater für Sie.

Ein Berater kann Sie auch dabei unterstützen frühzeitig das Thema Zahnarzt-Marketing anzugehen. Ein Zahnarzt ohne Website ist heutzutage ein No-Go. Damit die Internetpräsenz nicht nur dekorative Zwekcke erfüllt, lohnt es, bei der Umsetzung auf Profis zu setzen. Wichtige Stichpunkte sind hier Suchmaschinenoptimierung für Zahnärzte, UI- / UX-Design, Content Marketing, Webdesign für Zahnärzte etc.

Was ist die Patient Journey?
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte zur Patient Journey: die digitale Patientenreise im Fokus.
Kompletter Ratgeber
Patient-Journey

Was ist die Patient Journey?

Fabian Engelhardt
07.06.2021

Patient Journey

Der Begriff der Patient Journey taucht im Gesundheitswesen allgemein oder im Praxismarketing immer häufiger auf. Wer z. B. das Wort „Patient“ in Kombination mit „Journey deutsch“ in die Maske der Suchmaschine tippt, wird vielfach und vielseitig fündig.

Oft wird mit der Reise des Patienten die Telematik im Gesundheitswesens in den Vordergrund gestellt, also etwa die Übermittlung medizinischer Daten und Befunde oder auch Online-Konsultationen. Dazu gibt es Ansätze, administrative Belange oder verschiedene Akteure im Gesundheitswesen miteinzubeziehen. All das firmiert im Web auch unter dem Begriff „ehealth“.

Der erste Schritt der Patient Journey beginnt lange vor dem Einsatz der Telematik

Wichtiger ist aber, dass es bei der Patient Journey vor allem um die Sicht des Patienten geht. Es geht nicht um die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit Stichworten wie „ehealth“ oder „health digital“ oder darum, entsprechende Patienten-Apps oder ehealth-Apps miteinzubeziehen. Auch die Frage „Was ist Telematik?“ spielt am Beginn der Reise keine Rolle – weder für die Patienten noch für die Arztpraxen. Die Sicht des Patienten ist die auf seine Symptome beziehungsweise auf die Symptomsuche im Internet. Dabei spielt nicht nur die Recherche bei Google eine große Rolle, sondern auch auf YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp, bei Bloggern oder in speziellen Foren.

Die Praxis-Website als Scheideweg auf der Patient Journey

Nach dem ersten folgt der zweite Schritt und damit die Suche nach der Ärztin, dem Arzt. Dabei ist die Praxis – genauer die Praxiswebsite – in der Pflicht, in der Reiseplanung möglichst vieler Patient Journeys aufzutauchen. Das bedeutet, dass die Website für die betroffenen Patienten sofort auffindbar ist. Dazu muss die Patientenkommunikation im Web so angelegt sein, dass sie einlädt. Struktur, Gestaltung und Suchmaschinenoptimierung der Praxisseiten spielen hier allesentscheidende Rollen. Nur wenn alles „passt“, finden die Patienten die Praxis oder Klinik, die sie für ihre Erkrankung oder für die Prävention suchen. Den nächsten Schritt ihrer Reise, die Terminvereinbarung, werden sie aber nur dann machen, wenn sie sich – auch durch den Vergleich mit anderen Websites – sicher sind, die richtige Arztpraxis gefunden zu haben. Im Rahmen ihrer Reise stellen sich Patienten Fragen und für diese Fragen muss die Arzt-Website ganz praktische und überzeugende Antwort bieten. So ist auch im Wettbewerbsvergleich die Praxis-Website eine ganz entscheidende Weggabelung auf der Patient Journey. Denn Patienten besuchen nicht nur eine Arztseite.

Nach der Terminbuchung wird die Patient Journey zum Reisetagebuch

Ist die Praxis gefunden, dann geht die Patient Journey weiter, denn auch der Weg der Patienten mit Überweisung zu weiteren Behandlern und die Versorgung mit Medikamenten gehören dazu. Hier spielen die erstgenannten Themen wie Telematik, ehealth, Krankenhaus-Apps, Digital Health Apps oder die Digitalisierung der Medizin allgemein eine Rolle – lange nachdem der Patient das erste Mal die Suchmaschine bemüht hat.

Offene MFA-Jobs und ZFA-Jobs? So finden Sie das passende Praxispersonal!
Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wissenswerte über MFA-Jobs und ZFA-Jobs: Personalsuche und Personalerwartungen.
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Offene MFA-Jobs und ZFA-Jobs? So finden Sie das passende Praxispersonal!

Anne Hätty
09.06.2021

MFA- und ZFA-Jobs: Spannende Karrieren im medizinischen Bereich

Ohne sie geht im deutschen Gesundheitswesen nicht viel: Medizinische Fachangestellte (MFA) und Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) halten den Ärzten den Rücken frei, versorgen Patienten und organisieren Teile des Praxis- oder Klinikablaufs. Dazu zählen Aufgaben wie Terminvergabe, allgemeine Verwaltungsaufgaben, Blutabnahmen, Injektionen, Verbände anlegen, Zahnreinigungen und Labortätigkeiten.

Beide Jobs sind anerkannte Ausbildungsberufe. Ein spezieller Berufsabschluss wird für sie nicht benötigt. Oft bevorzugt die ausschreibende Stelle Bewerber mit Realschulabschluss oder Abitur. Doch auch Hauptschulabgänger haben bei Eignung eine faire Chance. In der dreijährigen Ausbildung reicht die Höhe der Ausbildungsvergütung von 600 Euro bis zu rund 1.000 Euro. Tendenziell verdienen Zahnmedizinische Fachangestellte in Ausbildung weniger als MFA-Auszubildende.

Tarifverträge für MFA regeln Gehälter

Nach der Ausbildung wird das MFA-Gehalt durch unterschiedliche Tarifverträge geregelt. In Deutschland richtet sich die Vergütung im Job nach dem Manteltarifvertrag des Verbandes medizinischer Fachberufe e. V. (VMF) oder dem Tarifvertrag TVöD, also dem öffentlichen Dienst. In den ersten Jahren nach der Ausbildung bringt der MFA-Job ein Gehalt zwischen knapp 2.100 Euro und 2.500 Euro ein. Der Verdienst kann in den Folgejahren – je nach Tarifvertrag – auf bis zu 3.000 Euro pro Monat ansteigen.

Durch teils interdisziplinäre MFA-Weiterbildung können die Fachkräfte ihre Kenntnisse stark erweitern und ihren Marktwert erhöhen. Zahlreiche Maßnahmen und Studiengänge eröffnen Möglichkeiten. Manche MFA-Jobs führen in Kombination mit entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen schnell ins mittlere Management von Gesundheitsanbietern, in den Public Health-Bereich sowie ins Pflegemanagement. Die passenden Aus- und Weiterbildungen, aber auch aktuelle MFA-Stellenangebote, sind auf Internet-Stellenbörsen und Jobportalen zu finden, etwa bei mediorbis.

Vergütung und berufliche Perspektiven für ZFA

Auf einen bundesweit geregelten Tarifvertrag können Zahnmedizinische Fachangestellte bei der Festlegung ihres ZFA-Gehalts nicht vertrauen. Es gibt zwar in einigen Bundesländern entsprechende Vereinbarungen, die sind aber für andere Länder nicht bindend. Öffentliche Einrichtungen halten sich mehrheitlich an den oben erwähnten TVöD. Zahnmedizinische Fachangestellte können ein Gehalt zwischen 1.800 Euro und 2.500 Euro in den ersten Berufsjahren erzielen. Manche ZFA-Stellenangebote versprechen sogar noch höhere Verdienstmöglichkeiten, sind aber mit der nötigen Skepsis zu betrachten. Die Gehaltsspanne im öffentlichen Dienst reicht von 2.500 Euro bis zu rund 3.100 Euro.

Wer ein Stellenangebot für Zahnmedizinische Fachangestellte sucht, findet dies entweder in der lokalen Presse oder aber auf den zahlreichen Fachseiten im Internet unter „Zahnmedizinische Fachangestellte Jobs“. Das Jobportal mediorbis-Jobbörse verbindet z. B. wichtiges Hintergrundwissen mit Jobs für Zahnmedizinische Fachangestellte.

MFA und ZFA: Das Rückgrat des Gesundheitswesens

Für welchen der beiden Berufe Interessenten sich auch entscheiden, spannend sind beide. Beide sind Stützpfeiler eines funktionierenden Gesundheitssystems. Ausgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte, die einen Job suchen, werden schnell erkennen, dass ihre Arbeit etwas schlechter bezahlt wird. Hier bleibt es jedem überlassen, die Lücke zum MFA-Gehalt durch Weiterbildungsmaßnahmen zu verringern. Treffen Zahnmedizinische Fachangestellte auf ein Stellenangebot, das sie interessiert, hilft die einfache Nachfrage nach einem höheren Gehalt. Dabei dürfen die Fachkräfte die eigene Gehaltsvorstellung nennen. Zusätzliches Interesse auf der anderen Seite wecken Branchenbeispiele und Hinweise auf erworbene Zusatzqualifikationen.

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