Die Marihuana- oder Cannabis-Therapie

Die Marihuana- oder Cannabis-Therapie ist vielversprechend, stößt aber immer noch auf Vorbehalte. Cannabis- oder Haschisch-Konsum wird in Deutschland oft mit illegalem Drogenkonsum gleichgesetzt. Dabei ist die positive Wirkung von Produkten der Hanfpflanze wissenschaftlich belegt und kann in weniger schweren Fällen z. B. den Einsatz von schnell süchtig-machenden Opiaten ersetzen.

Der Anbau von medizinischem Marihuana

Der Anbau von medizinischem Cannabis unterliegt strengen behördlichen Kontrollen. Darum ist die Qualität nicht zu vergleichen mit Gras, das auf der Straße verkauft wird. Immerhin ist der Anteil des psychoaktiven und Therapie-relevanten Tetrahydrocannabinols (THC) in den Cannabis-Blüten keine Glücksache, sondern wird exakt ausgewiesen, sodass eine Überdosierung ausgeschlossen werden kann. Auch der Anteil des Cannabidiols (CBD) im Cannabis wird genau bestimmt, sodass Patienten immer auf die für sie individuell erforderliche Dosierung der beiden Hauptwirkstoffe der Hanfpflanze zugreifen können.

Cannabis-Produkte, die kein THC, sondern nur CBD enthalten, sind frei verkäuflich, aber nicht zu vergleichen mit medizinischem Cannabis.

Cannabis-Fakten und Cannabis-Infos

Cannabis gehört zur Gruppe der Hanfgewächse (Cannabaceae) und ist ferner eine der ältesten bekannten Nutz- und Kulturpflanzen der Menschheit. In der Natur können die einjährigen Pflanzen zwar bis zu fünf Meter hoch werden. Trotzdem sind sie anspruchslos, was den Boden betrifft. Zudem können sie problemlos auch indoor in Töpfen gezüchtet werden.

Nachdem die Keimphase abgeschlossen ist, beginnt mit dem Wachsen der ersten Blätter die je nach Art etwa vier- bis achtwöchige Vegetationsphase. In dieser Zeit benötigt die Cannabis-Pflanze für optimale Ergebnisse übrigens pro Tag etwa 18 Stunden Licht und sechs Stunden Dunkelheit.

Cannabis-Herkunft

Übrigens wurde in China Hanf schon im frühen dritten Jahrtausend v. Chr. angebaut, um aus den Fasern sowohl Kleidung als auch Seile herzustellen.

Cannabis-Geschichte

Außerdem wurde Gras als Rauschmittel und Droge in Europa im 19. Jahrhundert bekannt und schon damals ebenfalls in der Schmerztherapie eingesetzt. 1929 wurden Konsum, Besitz und Handel von Cannabis schließlich gesetzlich verboten. Trotzdem ist Cannabis in Deutschland seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Alkohol das am häufigsten konsumierte Rauschmittel.

Cannabis-Konsumenten rauchen entweder die getrockneten Blüten der weiblichen Pflanze (Marihuana) oder das aus dem Harz der Blütenstände gewonnene Haschisch (Dope, Shit, Piece). Seltener ist hingegen Haschischöl, ein Extrakt des Cannabis-Harzes.

Wie wirkt Cannabis?

Im Grunde genommen ist die Wirkung von Cannabis abhängig von der Zusammensetzung der enthaltenen Cannabinoide. Von denen sind immerhin mehr als 85 verschiedene mit sehr unterschiedlichen Wirkspektren bekannt.

Es gibt zig unterschiedliche Wirkspektren.

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Chemische Formel von THC.
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Chemische Formel von CBD.
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Die wichtigsten Cannabinoide

Tetrahydrocannabinol (THC)

wirkt u. a. antiemetisch (Brechreiz-unterdrückend), relaxierend und überdies sedierend.

Cannabidiol (CBD)

hat u. a. eine anti-psychotische, anxiolytsche (angstlösende), anti-inflammatorische (entzündungshemmende) und weiterhin spasmolytische (krampflösende) Wirkung.

Rezeptoren und Wirkungsspektrum

Der menschliche Körper indes hat Rezeptoren für endogene (körpereigene) Cannabinoide, die sogenannten Cannabisrezeptoren (z. B. CB1 oder auch CB1 Crew). Und zwar halten diese Rezeptoren das Nervensystem im Gleichgewicht. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn es ein Problem gibt. Gibt es hingegen kein Problem, werden sie auch nicht aktiviert.

Diese Rezeptoren sind jedenfalls verantwortlich für:

  • Bewegung
  • Gedächtnis
  • Zeit- und Sinneswahrnehmung
  • Stimmung
  • Koordination
  • Konzentration
  • Appetit

THC dockt ebenfalls an diese Rezeptoren an und aktiviert die CB1 Crew – obwohl eigentlich alles im Lot ist. Das sorgt dann für Verwirrung im Nervensystem, Informationen werden umverteilt. Die Wirkung von Cannabinoiden ist individuell unterschiedlich und hängt zudem von der Verträglichkeit jedes Einzelnen ab. Doch auch die äußeren Umstände spielen eine wichtige Rolle.

Im Folgenden einige Beispiele der positiven Wirkungen:

  • gesteigertes Wohlbefinden
  • erhöhte Sensibilität
  • intensivierte Wahrnehmung
  • Euphorie
  • Empathie
  • Kreativität

Bloß dass es auch negative Wirkungen gibt, u. a.:

  • Benommenheit
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Kreislaufkollaps
  • Appetitsteigerung
  • Übelkeit
  • koordinative und motorische Einschränkungen
  • Panik- und Angstzustände
  • Halluzinationen
  • Erinnerungslücken
  • gefühlte Ausgrenzung und Einsamkeit

Entscheidenden Einfluss auf die Wirkung hat ebenfalls die Sorte des konsumierten Marihuanas.

Neue Studienergebnisse zu medizinischem Cannabis

Wissenschafts- / Medizinjournalistin

Dr. rer. nat. Miriam Sonnet

Medizinisches Cannabis kann bei verschiedenen Erkrankungen wirksam sein, beispielsweise in der Behandlung von Schmerzen und von Spastiken bei Multipler Sklerose. Neue Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Anwendung von medizinischem Cannabis auch die Lebensqualität von Patienten verbessern und sogar die Beschwerden von an Fibromyalgie-Erkrankten lindern kann. Im Folgenden werden die Daten zweier aktueller Studien vorgestellt.

Studie 1
Welchen Einfluss hat Medizinalcannabis auf die Lebensqualität?

Bessere Lebensqualität durch medizinisches Cannabis

Obwohl medizinisches Cannabis bereits von einigen Menschen genutzt wird, ist bisher nicht bekannt, wie die Therapie die Lebensqualität beeinflusst. Die Autoren früherer Studien lieferten zwar Daten zu allgemeiner Gesundheit und demografischen Daten der Teilnehmer, allerdings fehlte eine Kontrollgruppe. In einer neuen Studie* wurde dieses Manko nun behoben. US-amerikanische Forscher schlossen in ihre Studie neben Patienten mit verschiedenen Erkrankungen nun auch Personen ein, die kein medizinisches Cannabis nutzten.

* Schlienz NJ et al. A Cross-Sectional and Prospective Comparison of Medicinal Cannabis Users and Controls on Self-Reported Health. Cannabis Cannabinoid Res. 2020 Jun 8. doi: 10.1089/can.2019.0096.

Die eingeschlossenen Teilnehmer

Die Wissenschaftler rekrutierten insgesamt 1.276 Studienteilnehmer zwischen April 2016 und Februar 2018. Bei 524 handelte es sich um erwachsene Personen, die Cannabis für medizinische Zwecke konsumierten. 284 Teilnehmer waren Betreuer von Kindern oder Erwachsenen, die ebenfalls medizinisches Cannabis einnahmen. Die Gesamtgruppe der Cannabiskonsumenten umfasste damit 808 Personen.

In die Kontrollgruppe waren 271 erwachsene Patienten eingeschlossen, die zwar einen medizinischen Cannabiskonsum in Betracht zogen, aber noch nicht damit begonnen hatten. Außerdem umfasste die Gruppe 197 Betreuer, die überlegten, therapeutisches Cannabis bei ihren zu betreuenden Personen einzusetzen. Der Kontrollarm der Studie bestand somit aus 468 Teilnehmern.

Die gesundheitlichen Probleme der Teilnehmer

Alle Patienten gaben an, zum Zeitpunkt der Studie unter einem diagnostizierten gesundheitlichen Problem zu leiden. Diese umfassten folgende Erkrankungen:

neurologische Erkrankungen (z. B. Epilepsie, Multiple Sklerose) – 307 Cannabis-Nutzer und 170 Teilnehmer der Kontrollgruppe
chronische Schmerzen (z. B. Fibromyalgie, chronische Rückenschmerzen) – 204 Cannabis-Nutzer und 108 Teilnehmer der Kontrollgruppe
psychiatrische Probleme (z. B. Angst, Depression, posttraumatische Belastungsstörung) – 146 Cannabis-Nutzer und 94 Teilnehmer der Kontrollgruppe
Autoimmunerkrankungen – 75 Cannabis-Nutzer und 46 Teilnehmer der Kontrollgruppe
Krebs – 59 Cannabis-Nutzer und 33 Teilnehmer der Kontrollgruppe
• Schlafstörungen – 6 Cannabis-Nutzer und 10 Teilnehmer der Kontrollgruppe
andere Erkrankungen – 11 Cannabis-Nutzer und 7 Teilnehmer der Kontrollgruppe

Hinsichtlich der demografischen Daten der Teilnehmer gab es keine Unterschiede zwischen Cannabis-Konsumenten und Kontrollgruppe. Die Patienten waren hauptsächlich kaukasisch (79 %) und weiblich (63 %). Allerdings waren die Cannabis-Nutzer signifikant älter als die Teilnehmer der Kontrollgruppe, mit einem mittleren Alter von 38 versus 35 Jahren.

Datenerhebung

Die Teilnehmer füllten webbasierte Fragebögen aus. Diese beinhalteten neben demografischen Daten die Krankheit, aufgrund derer die Patienten Cannabis konsumierten oder aufgrund derer sie überlegten, Cannabis zu nutzen. Außerdem wurden Häufigkeit, Dosierung und Art der Anwendung dokumentiert. Die Teilnehmer berichteten weiterhin, ob sie im vergangenen Monat ambulant, stationär in einer Klinik oder in der Notaufnahme behandelt wurden, und ob sie aufgrund einer Erkrankung nicht arbeiten bzw. nicht zur Schule gehen konnten. Die Studienautoren nutzten verschiedene Bewertungstools und Fragebögen, um verschiedene Parameter zu bestimmen.

Für die Lebensqualität: Das Bewertungstool der Weltgesundheitsorganisation; der Fragebogen umfasst z. B. Angaben darüber, wie die Teilnehmer ihre Lebensqualität bewerten und wie zufrieden sie mit ihrer Gesundheit sind.
Zur Evaluierung von Schmerzen: Die Numeric Pain Rating Scale (NPRS), in der z. B. die Schmerzintensität abgefragt wird.
Für Angst und Depressionen: Die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS), mit der die Ausprägung einer ängstlichen oder depressiven Symptomatik erfasst wird.
Für den Schlaf: Der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) für Erwachsene, der die Schlafqualität ermittelt, sowie den Children’s Sleep Habits Questionnaire-Abbreviated (CSHQ-A) für Kinder.

Nachdem die Studienteilnehmer die Angaben vervollständigt hatten, wurden sie in dreimonatlichen Intervallen erneut zu ihren Beschwerden befragt. Rund ein Drittel der Patienten schloss zumindest eine weitere Befragungsrunde ab.

Die Ergebnisse

Lebensqualität
Die Cannabis-Konsumenten berichteten über eine bessere Lebensqualität und sie waren mit ihrer allgemeinen Gesundheit zufriedener als die Patienten der Kontrollgruppe. Außerdem waren ihre physische und psychologische Gesundheit besser und sie hatten höhere Score-Werte hinsichtlich sozialer Beziehungen.

Schmerzen
Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten die Cannabis-Nutzer signifikant weniger Schmerzen. Die Angaben zum „schlimmsten Schmerz“ im vergangenen Monat ähnelten sich allerdings zwischen Interventions- und Kontrollgruppe.

Die Cannabis-Konsumenten hatten signifikant niedrigere Werte für Angst und Depressionen als Teilnehmer der Kontrollgruppe.

Schlaf
Personen unter 18 Jahren in der Cannabis-Gruppe hatten insgesamt bessere Schlafgewohnheiten, sie konnten schneller einschlafen, wachten nachts weniger auf und litten seltener unter Parasomnien als Teilnehmer der Kontrollgruppe unter 18 Jahre. Erwachsene Cannabis-Konsumenten hatten eine bessere Schlafqualität, eine kürzere Schlaf-Latenz, eine längere Schlafdauer, weniger Schlafstörungen und einen insgesamt besseren PSQI-Score als Teilnehmer der Kontrolle.

Inanspruchnahme medizinischer Hilfe
In der Gruppe der Cannabis-Nutzer gab es, jeweils auf den vergangenen Monat bezogen, 39 % weniger Notaufnahme-Besuche und 46 % weniger Krankenhauseinweisungen als in der Kontrolle.

Weitere Ergebnisse der Studie


Neben diesen Studienergebnissen liefern die Autoren weitere Daten.

Produktempfehlung und Angaben zum therapeutischem Einsatz
Unter den Cannabis-Konsumenten gaben 27 % an, von einem Arzt die Empfehlung für medizinisches Cannabis erhalten zu haben. 45 % sagten, dass ein Arzt ihnen das nicht explizit empfohlen hatte. 28 % machten zu diesem Punkt keine Angaben. In 11 % der Fälle war die Cannabis-Therapie der erste Behandlungsversuch, um die entsprechende Krankheit zu managen. 18 % der Teilnehmer hatten zuvor schon eine andere Therapie versucht. Für 39 % war das medizinische Cannabis eine Zusatz-Behandlung und 29 % sahen in der Nutzung den letzten Ausweg, um ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Angaben zu den Produkten und Inhaltsstoffen
58 % der Patienten in der Cannabis-Gruppe konsumierten Cannabidiol (CBD)-dominante Produkte. Solche mit Tetrahydrocannabinol (THC) als Hauptinhaltsstoff wiederum wurden von 13 % verwendet. 5 % gaben an, ein Produkt zu nehmen, bei dem das CBD / THC-Verhältnis ausgeglichen war. 3 % griffen auf Produkte zurück, die hauptsächlich ein anderes Phytocannabinoid beinhalteten, z. B. Cannabigerol (CBG) oder Cannabinol (CBN). 21 % der Teilnehmer machten zu dieser Frage keine genaueren Angaben oder sie wussten nicht, welcher Wirkstoff in ihrem Produkt hauptsächlich enthalten war.

Angaben zur Applikationsweise
Am häufigsten verwendeten die Teilnehmer Tinkturen oder Öle, die sie oral einnahmen (47%), gefolgt von getrockneten Pflanzen (9%), essbaren Produkten (8%), Konzentraten (3%) und anderen Produktarten, z. B. Cremes oder Zäpfchen (3 %). 31 % machten keine Angabe darüber, welche Produktart sie verwendeten.

Vorgaben zur Dosierung
Bei 353 Patienten, die orale Cannabis-Produkte einnahmen, konnte die mittlere tägliche Dosierung berechnet werden. Die mittlere tägliche CBD-Dosis betrug 79 mg und die mittlere tägliche THC-Dosis 3 mg. Bezogen die Autoren die Dosierungen auf das Körpergewicht ergaben sich mittlere tägliche CBD-Dosierungen von 1,4 mg/kg und mittlere tägliche THC-Dosierungen von 0,05 mg/kg.

Diskussion und Fazit der Studienautoren

In der Studie berichteten die Cannabis-Konsumenten u. a. über eine verbesserte Lebensqualität als Teilnehmer einer Kontrollgruppe. Die Autoren schreiben, dass es bedenklich sei, dass nur 27 % der Patienten eine Empfehlung des Arztes hinsichtlich einer medizinischen Cannabis-Anwendung erhalten hatten. Mediziner sollten mehr in die Entscheidungen für oder gegen den medizinischen Cannabis-Konsum integriert sein, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten und die Therapie zu monitoren.

Außerdem sei eine wichtige Beobachtung, dass die meisten Teilnehmer CBD- oder THC-Produkte für andere Gesundheitsprobleme eingesetzt hatten, als für die von den Zulassungsbehörden vorgesehenen Anwendungsgebiete. Da aus den Ergebnissen aufgrund mehrerer Einschränkungen des Studiendesigns aber keine definitive Evidenz hervorgeht, dass Cannabis tatsächlich eine effektive Therapie darstellt, müssen weitere Studien durchgeführt werden, so die Forscher. Diese sollten gezieltere und repräsentative Subgruppen von Cannabis-Konsumenten beinhalten.

Studie 2
Wie wirkt Cannabis bei Fibromylagie?

Auch bei Fibromyalgie wirksam

Die Fibromyalgie ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Patienten leiden unter chronischen, weitläufigen Schmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und kognitiven Symptomen. Weltweit sind rund 2,7 % und in Europa 4,7 % der Bevölkerung betroffen. Da die Pathogenese noch nicht vollständig verstanden ist, gestaltet sich die Therapie als extrem schwierig. Die geringe Effektivität und Nebenwirkungen von Medikamenten führen häufig dazu, dass Betroffene die Behandlung abbrechen. Es besteht daher ein hoher Bedarf an effektiven Kombinationstherapien. Hier kommt medizinisches Cannabis ins Spiel.

Hinweise auf die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei Fibromyalgie
Zwar ist noch nicht klar, welche Rolle das Cannabinoid-System bei der Fibromyalgie spielt – eine kürzlich erschienene Studie deutet aber darauf hin, dass THC verglichen mit einem Placebo die Grenze für einen Druckschmerz erhöhen kann.* Die Ergebnisse einer weiteren Studie lassen vermuten, dass die Zugabe von medizinischem Cannabis zu Oxycodon und Duloxetin Schmerzen im unteren Rücken, im Vergleich zu einer Standard-Schmerztherapie mit Oxycodon und Duloxetin, effektiv verringern kann.**

Ziel der Studie
In einer neuen Studie*** untersuchten italienische Mediziner die Effektivität und Wirksamkeit von medizinischem Cannabis als Teil einer multi-medikamentösen Behandlung bei Fibromyalgie-Patienten.

* van de Donk T et al. An experimental randomized study on the analgesic effects of pharmaceutical-grade cannabis in chronic pain patients with fibromyalgia. Pain. 2019 Apr;160(4):860-869. doi: 10.1097/j.pain.0000000000001464.
** Yassin M et al. Effect of adding medical cannabis to analgesic treatment in patients with low back pain related to fibromyalgia: an observational cross-over single centre study. Clin Exp Rheumatol. Jan-Feb 2019;37 Suppl 116(1):13-20. Epub 2018 Oct 30.
*** Giorgi V et al. Adding medical cannabis to standard analgesic treatment for fibromyalgia: a prospective observational study. Clin Exp Rheumatol. Jan-Feb 2020;38 Suppl 123(1):53-59.

Die eingeschlossenen Teilnehmer

Die Autoren schlossen 102 Fibromyalgie-Patienten ein, die auf eine Standard-Schmerztherapie nicht angesprochen hatten. Die Teilnehmer wiesen die meiste Zeit des Tages einen Score auf der visuellen Analogskala (VAS) von mindestens 4 auf; der VAS-Score gibt u. a. an, wie intensiv die Patienten ihren Schmerz empfinden. Je höher der Wert, umso stärker die Schmerzen.

Insgesamt beendeten 66 Patienten die Studie – 25 Teilnehmer gingen während der Nachbeobachtungszeit verloren und elf brachen die Therapie vorzeitig ab (davon drei aufgrund einer fehlenden Wirksamkeit, sechs aufgrund von Nebenwirkungen und zwei wegen zu hoher Therapiekosten). Die Autoren weisen darauf hin, dass 40,9 % der Studienteilnehmer leicht übergewichtig (Body-Mass-Index BMI ≥ 25 kg/m2) und 13 % adipös (BMI ≥ 30 kg/m2) waren.

Die bisherige Standardtherapie der Teilnehmer

Die Studienteilnehmer hatten zuvor mindestens drei Monate lang eine Standard-Schmerztherapie erhalten.

Diese umfasste:
• Pregabalin bei 37 Patienten
• Duloxetin bei 35 Patienten
• Gabapentin bei 15 Patienten
• Cyclobenzaprin bei 15 Patienten
• Tapentadol bei 10 Patienten
• Tramadol bei 12 Patienten
• Venlafaxin bei 5 Patienten

15 Teilnehmer hatten nur eines der genannten Medikamente eingenommen, 31 zwei davon und 20 drei oder mehr gleichzeitig.

Das Studiendesign

Die Autoren verwendeten für ihre Studie zwei Cannabis-Präparate: Eines (Produkt 1) enthielt 22 % THC und weniger als 1 % CBD, das andere (Produkt 2) 6,3 % THC und 8 % CBD. Die Teilnehmer wurden zu Beginn über die korrekte Einnahme und über mögliche Nebenwirkungen informiert.

Die Patienten begannen die Behandlung mit einer niedrigen Dosierung (über Nacht) von Produkt 1 und nahmen Produkt 2 am nächsten Morgen ein. Die Dosierungen reichten von 10 bis 30 Tropfen. Da die optimale Konzentration von medizinischem Cannabis bei Fibromyalgie-Patienten noch unbekannt ist, konnte die Dosis individuell bis zu maximal 120 Tropfen am Tag erhöht werden.

Vier bis acht Wochen nach Beginn der Cannabis-Behandlung wurden die Patienten das erste Mal zu ihren Schmerzen und Therapienebenwirkungen befragt, anschließend alle zwei bis drei Monate.

Die Datenerhebung

Für die Datenerhebung nutzten die Autoren verschiedene Fragebögen:

• Den Revised Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQR), um u. a. die körperliche Funktion und die Symptome (z. B. Gedächtnis, Druckempfindlichkeit und Gleichgewicht) zu erfassen; höhere Werte stehen dabei für stärkere Beschwerden.
• Den Fibromyalgia Assessment Status (FAS), mit dem z. B. Fatigue und Schlafqualität in Bezug auf die Schmerzen analysiert werden können.
• Die Functional Assessment of Chronic Illness Therapy (FACIT)-Fatigue Skala, die häufig genutzt wird, um eine Krebs-assoziierte Fatigue zu bestimmen.
• Den Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI), um die Schlafqualität zu beurteilen.
• Die Zung Self-Rating Depression Scale (ZSR-D), ein Instrument zur Quantifizierung von Depressionen.
• Die Zung Self-Rating Anxiety Scale (ZSR-A), ein Instrument zur Quantifizierung von Angst.

Die Ergebnisse

44 % bzw. 33 % der Patienten erreichten eine signifikante Verbesserung in den PSQI (Schlaf)- und FIQR (Symptome)-Scores. Ängstlichkeit und Depressionen verringerten sich bei 42,4 % bzw. 50 % der Teilnehmer moderat. Demgegenüber verschlechterte sich der Score zur Fatigue (FACIT). Bei knapp der Hälfte der Teilnehmer konnten die begleitenden Schmerzmedikamente verringert oder abgesetzt werden.

Die Autoren fanden eine Assoziation des BMI mit den FIQR-Werten. Sie erläutern, dass Patienten mit einem höheren BMI aufgrund der Pharmakokinetik höhere Dosierungen benötigen. Außerdem sei bekannt, dass der BMI Entzündungen beeinflusse, und diese eine entscheidende Rolle in der Pathogenese der Fibromyalgie spielen.

Ein Drittel der Patienten entwickelte leichte bis moderate Nebenwirkungen. Am häufigsten traten Schwindel (21 %), Schlaflosigkeit (16 %), Herzklopfen (12 %), Übelkeit (9 %) und Mundtrockenheit (9 %) auf. Schwere Nebenwirkungen gab es nicht.

Diskussion und Fazit der Studienautoren

Die Autoren schreiben, dass dies eine der ersten Studien sei, in der medizinisches Cannabis bei Fibromyalgie-Patienten untersucht wurde. Die meisten Studien nutzten bisher Nabilon, ein rein synthetisches Cannabinoid. In der aktuellen Untersuchung verwendeten die Forscher aber Präparate, in denen die Cannabisblüte verarbeitet wurde.
Bis zu 80 % der Fibromyalgie-Patienten leiden unter Anzeichen von Depressionen oder Angst, schreiben die Autoren weiterhin, die sich zu einer vollständigen psychologischen Erkrankung entwickeln können. Da sich die zusätzliche Therapie mit medizinischem Cannabis in der Studie positiv auf Angst und Depression auswirkte, könnte sie daher besonders bei Betroffenen, die unter diesen Beschwerden leiden, angewandt werden.

Medizinisches Cannabis sei als zusätzliche Therapie sicherer als Opioide. Letztere seien zudem bei Fibromyalgie nicht sehr wirksam, so ein weiteres Fazit der Autoren.

Die Stärken der Studie würden vor allem in der großen Anzahl an Patienten liegen, welche die Untersuchung abgeschlossen hatten, und in der langen Therapiezeit von sechs Monaten. Außerdem wurden die Cannabis-Produkte oral eingenommen und nicht eingeatmet. Allerdings erlaube das Design der Studie keinen Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Außerdem wurden zwei verschiedene Produkte mit unterschiedlichen CBD/THC-Verhältnissen verwendet – es ist daher nicht klar, welches Produkt welchen Einfluss auf die gemessenen Parameter hatte.

Welche Gras-Sorten gibt es?

Marihuana, Weed, ebenso Gras, Hanf, Cannabis – alles Synonyme für die uralte Kulturpflanze. Die Wissenschaft unterscheidet bei medizinischen Cannabis-Arten zwischen den Marihuana-Sorten Sativa und Indica sowie Kreuzzüchtungen (Hybriden). Cannabis Sativa (Gewöhnlicher Hanf) ist dabei die bekannteste Hanf- oder Weed-Sorte – zu der auch alle Haze-Sorten zählen –, kann aber problemlos mit dem kleinwüchsigeren Cannabis Indica (Indischer Hanf) zu Cannabis-Hybriden gekreuzt werden.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Sativa und Indica sind jedenfalls THC- / CBD-Gehalt und Art der Wirkung. Die beste Haze-Sorte auf der Liste oder allgemein die stärkste Grassorte ist jedoch nicht zwingend medizinisch indiziert die erste Wahl. Kurzum, die Bedeutung von Sativa ist eine andere als die von Indica.

Cannabis leaves

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Blatt einer Cannabis Sativa-Pflanze
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Cannabis Sativa

Die markanten Finger des symbolisierten Marihuana-Blatts – Vorbild sind folgerichtig die Blätter der Sativa-Pflanze. Die bekannteste Grassorte zeichnet sich durch lange Vegetationsperioden und überdies hohe Erträge aus. Sativa Weed hat zwar weniger Blüten, aber die können beeindruckende Größen erreichen.

Ferner ist der Gehalt des psychoaktiven Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) bei Sativa-Gras i. d. R. höher als bei Indica-Sorten. Der CBD-Gehalt ist bei medizinischem Sativa-Hanf dagegen kleiner.

Die Wirkung von Cannabis Sativa wird entsprechend oft als „zerebraler und energiegeladener Rausch“ beschrieben. Einesteils kann er kreative Ideen fördern, anderenteils Lachanfälle auslösen. Gegen Probleme beim Schlafen sind Sativa dagegen weniger wirkungsvoll.

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten gehören immerhin:

  • Wachsamkeit und Konzentration fördern
  • Übelkeit reduzieren
  • Appetit fördern
  • Wohlbefinden erhöhen

Unter Namen wie beispielsweise „Cannabis Sativa Seed Oil“, „Cannabis Sativa Globuli“, „Cannabis Sativa Vodka“ oder „Sativa CBD“ werden im Online- und stationären Fachhandel zwar Produkte auf dem Markt angeboten, die mit Cannabis und Sativa werben, aber mit medizinischem Cannabis nicht verwechselt werden dürfen. Denn derartige CBD- oder Sativa-Produkte enthalten kein THC. Tetrahydrocannabinol fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und muss demzufolge vom Arzt verschrieben werden.

Wer ungeachtet dessen mit Sativa-Saatgut und einem Blumentopf den Weg zum Doc sparen will, begibt sich dadurch nicht nur juristisch auf sehr dünnes Eis. Sativa-Samen dürfen zwar frei verkauft werden, doch was daraus wächst, ist kein medizinisches Cannabis.

Blatt einer Cannabis Indica-Pflanze
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Cannabis Indica

Indica-Gras ist dicht verzweigt, hat erstens eine kompaktere Struktur als die Sativa-Sorten, und zweitens ist das Indica-Blatt deutlich breiter und dunkler. Die Pflanzen erreichen überdies eine Höhe von etwa 120 Zentimeter. Jedoch wachsen und reifen Indica-Sorten langsamer als Sativa.

Fürderhin ist indischer Hanf wie alle Weed-Sorten fast immer „zweihäusig“. Demzufolge sitzen männliche und die begehrten weiblichen Blüten auf verschiedenen Pflanzen. Das Geschlecht oder seltene Cannabis-Zwitter können erst kurz vor der Blüte erkannt werden.Indica-Sorten haben oft einen geringeren Anteil von THC (zwischen 7 und 23 Prozent) und enthalten dafür mehr CBD (bis zu 19 Prozent). Aufgrund des hohen Cannabidiol-Anteils ist die Wirkung des aufputschenden, psychoaktiven THC abgeschwächt. Die Wirkung der Blüten der Cannabis Indica-Sorten oder -Strains ist im Unterschied zum Cannabis Sativa deswegen eher sedierend und beruhigend. Der Effekt ist jedenfalls körperbetonter und weniger bewusstseinserweiternd. Zudem sorgt der hohe CBD-Anteil für eine länger anhaltende Wirkung des Gesamteffekts. Medizinischer Indica-Hanf eignet sich deswegen besonders gut zur Schlafförderung.

Wobei es aber noch weitere Einsatzgebiete für die Indica Flower gibt:

  • Stress
  • rheumatische / arthritische Steifheit
  • Schmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Muskelspasmen
  • Tremor-Symptome
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson

Durch Hybrid-Züchtungen mit Sativa-Sorten können sowohl THC- als auch CBD-Gehalt medizinischen Bedürfnissen angepasst werden. Genauso wie Super Silver Haze gehört auch Shiva Skunk zu den bekanntesten Cannabis-Hybriden aus Sativa und Indica.

Medizinische
Cannabis-Sorten

medizinisch geprüfte Qualität
ohne Genmanipulation
staatlich geprüft und zugelassen

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100·0
Shiskaberry

100% Indica

0% Sativa

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100·0
Shiskaberry

100% Indica

0% Sativa

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Shiskaberry

Shiskaberry

100% Indica
0% Sativa
Eine relativ kleine, nur bis maximal 120 Zentimeter große Pflanze. Die Blütephase dieser mit afghanischer Genetik gezüchteten, lupenreinen Indica-Pflanze ist mit nur 50 bis 55 Tagen sehr kurz. Der Ertrag ist aber sehr groß.  
Geschmack / Terpene

Myrcene und Limonen bestimmen den leicht stechenden Geschmack mit einer Zitrus-Note.

Wirkung / Nutzen

Der THC-Anteil ist wie bei anderen reinen Indica-Sorten mit afghanischer Genetik relativ gering: 17 Prozent. Shiskaberry hat eine eher sedierende und entspannende Wirkung, die Gedanken werden verlangsamt. Daher ist diese Sorte hauptsächlich für den Einsatz am Abend geeignet.

Medizinische Anwendungen:

  • Kopfschmerzen
  • Stress
  • Verspannung
  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
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Magdeborner Str. 14, 04416 Markkleeberg
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Apotheke am Berliner Tor-Platz
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30·70
DelaHaze

30% Indica

70% Sativa

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30·70
DelaHaze

30% Indica

70% Sativa

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DelaHaze

DelaHaze

30% Indica
70% Sativa
Die Blüten dieser hochwirksamen Sorte sind relativ klein. Die genaue Genetik ist nicht bekannt, da für DelaHaze wahrscheinlich verschiedene Haze-Sorten miteinander gezüchtet wurden.  
Geschmack / Terpene

Der Geruch erinnert an Zitrusfrüchte. Im Abgang hinterlässt der Rauch einen leichten Minz-Geschmack, was an den dominierenden Linalool- und Myrcene-Terpenen liegt.

Wirkung / Nutzen

DelaHaze wirkt euphorisierend, tendiert bei großzügiger Anwendung allerdings dahin, die Gedanken etwas zu benebeln. Deswegen eher nicht für Anfänger geeignet. Wegen der aufputschenden Wirkung sollte es nur morgens oder bis spätestens mittags konsumiert werden.

Medizinische Anwendungen:

  • Chronische Schmerzen
  • Chronische Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Verspannungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
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85·15
Pink Kush

85% Indica

15% Sativa

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Pink Kush

85% Indica

15% Sativa

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Pink Kush

Pink Kush

85% Indica
15% Sativa
Welche Sorten für die Züchtung von Pink Kush zum Einsatz kamen, ist nicht genau bekannt. Vermutlich gehören OG Kush, Hindu Kush und Chem Dawg dazu. Der Indica-Anteil liegt bei 80 bis 90 Prozen. In Deutschland wird es von Aurora Cannabis Inc. mit einem THC-Gehalt von 20 Prozent vertrieben.
Geschmack / Terpene

Es hat ein starkes Kush-Aroma mit einem fruchtig-beerigen Anteil.

Wirkung / Nutzen

Pink Kush wirkt beruhigend und entspannend, verbunden mit einem starken körperlichen Gefühl. Patienten beschreiben die Wirkung als sehr psychedelisch. Bei häufigerem Konsum macht dieses Indica-Weed relativ schnell müde. Deswegen sollte es nur abends konsumiert werden.

Medizinische Anwendungen:

  • Starke Schmerzen
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Verspannungen
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Spotlight Vancouver Purps

70% Indica

30% Sativa

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Spotlight Vancouver Purps

70% Indica

30% Sativa

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Spotlight Vancouver Purps

Spotlight Vancouver Purps

70% Indica
30% Sativa
Marihuana-Sorte, die als hochwirksam und zuverlässig gilt und gerade schwerkranken Menschen optimal helfen kann. Für unerfahrene Cannabis-Konsumenten ist sie allerdings nicht optimal. Die Herkunft von Purps ist nicht eindeutig geklärt. Sicher ist nur, dass der Indica-Inhalt dominiert. Möglich, dass sich hinter dem Namen das Original Mendocino Purps verbirgt. Möglich aber auch, dass es sich um eine kanadische Züchtung handelt. Vertrieb mit einem THC-Gehalt von 24 Prozent über die Tilray Deutschland GmbH.
Wirkung / Nutzen

Purps wirkt sowohl physisch als auch psychisch extrem und hat eine fast narkotisierende Wirkung, die es gerade bei starken chronischen, aber auch akuten Beschwerden interessant macht.

Medizinische Anwendungen:

  • Schmerzen
  • Spastiken
  • Übelkeit
  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Angststörungen
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Sirius aka Alien Dawg

70% Indica

30% Sativa

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70·30
Sirius aka Alien Dawg

70% Indica

30% Sativa

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Sirius aka Alien Dawg

Sirius aka Alien Dawg

70% Indica
30% Sativa
Gezüchtet aus den Sorten Alien Technology und Chemdawg 91. Alien Technology ist eine Indica-Pflanze aus Afghanistan, Chemdawg ein in Kalifornien gezüchteter Hybrid mit Blüten aus einem rötlichen Braunton. Mit etwa 70 Prozent ist der Indica-Anteil klar dominant. Vertrieb in Deutschland mit einem THC-Gehalt von 17 oder 21 Prozent über Tilray Deutschland GmbH.
Geschmack / Terpene

Der Geruch erinnert an Bergwiesen und Nadelholz. Dazu eine leichte Pfeffernote.

Wirkung / Nutzen

Alien Dawg hat wegen des hohen Indica-Anteils eine sowohl geistig, als auch körperlich mittelstarke Beruhigung. Die Sorte gilt als meditativ und entspannend. Trotz des hohen Indica-Anteils macht Alien Dawg nur leicht müde.

Medizinische Anwendungen:

  • Chronische Schmerzen / Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Stress
  • Verspannungen
  • Appetitlosigkeit
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Wallstraße 4, 46483 Wesel
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65·35
Gorilla Glue #4

65% Indica

35% Sativa

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Gorilla Glue #4

65% Indica

35% Sativa

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Gorilla Glue #4

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65% Indica
35% Sativa
Gekreuzt wurden die Sorten Chems Sister, Sour Dubb und Chocolate Diesel. Der Indica-Anteil von Gorilla Glue #4 liegt offiziell bei 63 Prozent. Gorilla Glue # wird in Deutschland mit einem THC-Gehalt von 21 Prozent u. a. von der ADREXpharma GmbH vertrieben.
Wirkung / Nutzen

Es wirkt stark euphorisierend, trotzdem ist es gleichzeitig beruhigend – sowohl körperlich als auch zelebral (psychisch).

Der sogenannte „Couch-Lock-Effekt“ ist relativ stark. Deswegen ist Gorilla Glue ideal für die Anwendung am späten Nachmittag, am Abend oder in der Nacht.

Gorilla Glue #4 gehört zu den wirksamsten Weed-Sorten bei einer Cannabis-Therapie.

Medizinische Anwendungen:

  • Chronische Schmerzen / Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Verspannungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Appetitlosigkeit
Anbieter
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60·40
Cheese Quake

60% Indica

40% Sativa

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Cheese Quake

60% Indica

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Cheese Quake

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60% Indica
40% Sativa
Gezüchtet aus den Sorten Cheese (m) und Querkle (w). Der Indica-Anteil liegt bei etwa 60 Prozent. Vertrieb mit einem THC-Gehalt von 22 Prozent in Deutschland über die Tilray Deutschland GmbH.
Geschmack / Terpene

Querkle ist eine klar Indica-dominante Weed-Sorte, die ein fruchtiges, aber auch etwas muffiges Aroma mitbringt. Die Marihuana-Sorte Cheese – Nomen est Omen – steuert ein sehr spezielles Käse-Aroma bei.

Wirkung / Nutzen

Die Wirkung wird als nur mäßig euphorisierend, beruhigend und entspannend beschrieben. Cheese Quake schärft die Sinne und macht in der Anfangsphase der Wirkung kaum müde.

Medizinische Anwendungen:

  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Schlaf- und Angststörungen
  • Stress
  • Verspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Entzündungen
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50·50
Jean Guy

50% Indica

50% Sativa

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Jean Guy

50% Indica

50% Sativa

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Jean Guy

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50% Indica
50% Sativa
Jean Guy ist eng verwandt mit der legendären Marihuana-Sorte White Widow, die wiederum aus den Sorten Brasilian und South Indian gezüchtet wurde. Der Sativa- und Indica-Anteil liegt ausgewogen bei 50 Prozent. Jean Guy wird von der Firma aphria Deutschland GmbH mit einem THC-Gehalt von 20 Prozent vertrieben.
Geschmack / Terpene

Das Aroma erinnert an Heu, Nougat und Zedernholz.

Wirkung / Nutzen

Jean Guy ist ein guter Stimmungsaufheller und wirkt leicht euphorisierend. Kreativität und Arbeitsleistung leiden nicht darunter. Deswegen steht einem Konsum schon am Morgen nichts im Wege.

Medizinische Anwendungen:

  • PTBS
  • Chronische Schmerzen
  • Angststörungen
  • Verspannungen
  • Appetitlosigkeit
  • Depressionen
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35·65
Ghost Train Haze

35% Indica

65% Sativa

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Ghost Train Haze

35% Indica

65% Sativa

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Ghost Train Haze

Ghost Train Haze

35% Indica
65% Sativa
Kraftvolle und mehrfach ausgezeichnete Sorte mit einem Sativa-Anteil von etwa 65 Prozent. Gekreuzt wurde Ghost Train Haze als „Super-Gras“ aus den Sorten Ghost OG (f) und Nevil’s Wreck (m). Die Hauptmerkmale stammen vom „Vater“, der für ausgeprägt euphorische Effekte sorgt. Unter idealen Bedingungen kann Ghost Train Haze einen THC-Gehalt von mehr als 28 Prozent entwickeln. Vertrieben wird Ghost Train Haze in Deutschland u. a. von der Cannamedical Pharma GmbH mit einem THC-Gehalt von 21 Prozent.
Geschmack / Terpene

Geschmacklich dominiert ein Mandarinen-Aroma.

Wirkung / Nutzen

Ghost Train Haze hat auch schon bei sehr niedriger Dosierung hervorragende analgetische (schmerzlindernde) Eigenschaften.

Medizinische Anwendungen:

  • Müdigkeit
  • Stress
  • Angststörungen
  • Verspannungen
  • Spastiken
  • Entzündungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Glaukom
  • Arthritis
  • Depressionen
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80·20
Island Sweet Skunk

80% Indica

20% Sativa

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80·20
Island Sweet Skunk

80% Indica

20% Sativa

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Island Sweet Skunk

Island Sweet Skunk

80% Indica
20% Sativa
Drei Sorten standen Pate bei der Züchtung, von denen zwei bekannt sind: Skunk #1, und Sweet Skunk aus Kalifornien. Der Sativa-Anteil beträgt etwa 80 Prozent. Vertrieb in Deutschland über die Tilray Deutschland GmbH.
Geschmack / Terpene

Island Sweet Skunk hat ein sauer-fruchtiges Aroma.

Wirkung / Nutzen

Es wirkt energetisierend und gleichzeitig meditativ, ohne ein Zuviel an Tatendrang auszulösen. Es hilft der Kreativität auf die Sprünge und hat keine negativen Auswirkungen auf die Konzentration. Idealerweise wird Island Sweet Skunk morgens und tagsüber konsumiert. Für die Nacht ist der Sativa-Anteil zu hoch. Medizinische Anwendungen:

  • Chronische Kopf- und Nerven-Schmerzen
  • Spastiken
  • Depressionen
  • Chronische Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Angst
  • Entzündungen
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Indica
Indica
100%
Sativa
Sativa
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Terpene in Marihuana

Terpene sind sekundäre Cannabis-Inhaltsstoffe, die einerseits für den Geruch und den Geschmack von Pflanzen verantwortlich sind. Für die Pflanzen sind sie wichtig, um hierdurch natürliche Feinde wie Pilze und Bakterien abzuwehren. Ebenfalls sollen sie bestäubende Insekten anlocken. Terpene werden seit Jahrhunderten extrahiert, um daraus u. a. ätherische Öle herzustellen.

Das Terpene-Profil einer Cannabis-Sorte macht ihren Geschmack aus.

© Gleti; iStock

Jede Cannabis-Sorte hat ein eigenes Terpene-Profil und Cannabis-Studien zeigen, dass diese Inhaltsstoffe zum sogenannten „Entourage-Effekt“ beitragen. Kurzum: Es gibt interaktive Synergie-Effekte zwischen den einzelnen Bestandteilen der Cannabis-Blüten. Möglicherweise verbessern Terpene die therapeutische Wirkung der Cannabinoide, indem sie die nachteiligen Auswirkungen des THC abmildern.

Das bedeutet auch, dass die unterschiedliche Wirkung der unterschiedlichen Cannabis-Sorten nicht nur auf den unterschiedlichen Gehalt an Cannabinoiden, sondern auch im direkten Zusammenhang mit der Terpene-Zusammensetzung steht.

Die wichtigsten Terpene

BezeichnungBeschreibungVerdampfung bei
Alpha-Pinenetypischer Kieferngeruch. Wirken gegen Asthma, Schmerzen, Geschwüre und Angstzustände155° C
Myrcenerdig, moschusartig. Erinnert an Nelken oder Kardamom. Wirkt entspannend und beruhigend.167° C
Limonenfrisches Zitrusaroma. Hilft bei Angstzuständen, Depressionen, Schmerzen und Entzündungen176° C
Beta-Caryophyllene:holzig, würzig. Anwendung bei Depressionen, Schmerzen, Angstzuständen und Geschwüren.130° C
Linaloolblumig (Lavendel). Wird zur Sedierung und Stimmungsverbesserung eingesetzt. Außerdem bei Schlaflosigkeit, neurodegenerativen Krankheiten und Entzündungen198° C
Humulenehopfenartiger Geruch. Wirkt entzündungshemmend.106° C
Ocimenesüßlich mit Kräuter-Aroma (Minze, Petersilie). Antibiotische und abschwellende Wirkung.100° C
Terpineneblumiger, Kräuter-artiger Duft (Flieder, Muskatnuss). Beruhigend und antibakteriell.186° C
CamphenGeruch nach feuchter Erde, Tannennadeln. Hilft bei bakteriellen und Pilz-Infektionen.159° C
1,8-CineolEukalyptusöl besteht bis zu 90 Prozent daraus. Beruhigende Wirkung.176° C
Geraniolsüßer Rosenduft, in vielen Parfums enthalten. Entspannungsfördernd.230° C
Bisabololsüßlich, blumig. Hauptbestandteil von Öl, das aus Kamille hergestellt wird. Hautheilende Eigenschaften.153° C

So wird medizinisches Cannabis hergestellt

Der Anbau von Medizinalcannabis unterliegt strengen Richtlinien, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) überwacht. Hersteller benötigen daher für die legale Aufzucht ein Good Manufacturing Practice-Zertifikat (GMP). Mit dem GMP-Zertifikat ist es aber nicht getan. Ständige Qualitätskontrollen, Laboranalysen und Stichproben sollen optimale Qualität sowie Reinheit und Konsistenz sicherstellen.

Der Anbau von medizinischem Cannabis unterliegt strensten Richtlinien.

© CasarsaGuru ; iStock

Medizinisches Cannabis kann sowohl indoor als auch outdoor produziert werden. In Europa, hier vor allem in den Niederlanden, spielt die Outdoor-Produktion aber praktisch keine Rolle. Gewächshäuser bieten eine bessere Kontrolle über wichtige Hanfpflanzen-Wachstumsfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -Zirkulation sowie das Licht. Diese Indoor-Anlagen simulieren optimale Wachstumsbedingungen und sind deswegen wesentlich effizienter und können das ganze Jahr über gleichbleibende Qualität produzieren.

Der Wachstums-Zyklus einer Marihuana-Pflanze erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa drei bis vier Monaten. Erst werden Klone der Mutterpflanze auf Mineralwolle gezogen. Später werden die Stecklinge immer wieder ihrer Größe entsprechend umgetopft.

Hat sich nach etwa zwölf Wochen der Hanfpflanzen-Blütenstand voll ausgebildet, werden sie von Hand geerntet und dann bei 25° Celsius getrocknet. Zuletzt werden die fertigen Blüten Gammastrahlen ausgesetzt, um für die Patienten potenziell schädliche Mikroben abzutöten. Erst danach beginnt die weitere Verarbeitung z. B. zu Extrakten und Ölen.

Experteninterview

Milliardenmarkt Medizinalcannabis

Mario Eimuth gewährt Einblicke

Mario Eimunth, ADREX Pharma

Mit Mario Eimuth stand mediorbis ein wahrer Branchenkenner für ein Interview zum Thema Medizinalcannabis zur Verfügung.

Er und sein Bruder Thorsten Eimuth haben 2018 das Unternehmen ADREXpharma gegründet.

Herr Eimuth, was sollte man über ADREXpharma wissen?

Die ADREXpharma GmbH ist ein deutsches mittelständisches, unabhängiges, pharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Koblenz. Wir sind auf die Entwicklung, Herstellung, Weiterentwicklung und Vermarktung von verschiedenen Darreichungsformen rund um medizinisches Cannabis spezialisiert. Wir bieten das perfekte Zusammenspiel zwischen Forschung, Entwicklung und Weiterentwicklung der Cannabistherapie sowie das deutschlandweit größte Produktportfolio.

ADREXpharma basiert auf einer Drei-Säulen-Strategie:
1. Nahrungsergänzungsmittel, also die CBD-Produkte, die frei in den Apotheken erhältlich sind
2. Cannabis-Blüten und -Extrakte, die zu den verschreibungspflichtigen Betäubungsmitteln zählen
3. Weiterbildung von Ärzten und Apothekern

Product Research und Development sowie Schulungen und fundierte Aufklärung für Apotheken und Arztpraxen nehmen für uns einen hohen Stellenwert ein, weil wir von Beginn an auf ein ganzheitliches Unternehmens-Engagement gesetzt haben.

Der Vertrieb wird ausschließlich über den deutschen vollsortierten Großhandel und die Apotheke gesteuert. Das Cannabis importiert ADREXpharma aus den Niederlanden und Kanada. Es ist uns erfolgreich gelungen Produktionsketten mit verlässlich hohen Qualitätsstandards zu etablieren.

Ihre Vita liest sich beeindruckend und überraschend, Herr Eimuth. Wie wird aus einem Onlineshop-Pionier eine Branchengröße im Bereich Medizinalcannabis?

Inhaltlich haben diese Bereiche natürlich keine Berührungspunkte. Aber strukturell sind sie sich sehr ähnlich. Und ich bin ein Mensch, der disruptive Systeme liebt. Als wir mit dem E-Commerce angefangen haben, war dieser marktverändernd für den Einzelhandel. Genauso wie es Cannabis heute für den Pharma-Bereich ist. Amorphe Strukturen vorfinden, diese restrukturieren und etwas Neues daraus machen. Das macht mir einfach Spaß. Fortschritt, auch in der Medizin, war schließlich immer die Geschichte des Bruchs mit bestehenden Konventionen. Überschreitungen sind ein treibender Faktor. Und ohne sie hätte es nie bahnbrechende neue medizinische Erkenntnisse gegeben.

Aber tatsächlich war es zunächst Zufall, dass ich auf das Thema Medizinalcannabis aufmerksam wurde. Ein guter Freund von mir hatte vor einigen Jahren einen schweren Bandscheibenvorfall. Dann ist auch noch die OP schief gelaufen. Er wurde zum Dauerschmerzpatienten. Jeden Tag musste er starke Schmerzmittel einnehmen, in immer höheren Dosen. Ohne konnte er seinen Alltag nicht mehr bewältigen.

Allerdings stiegen mit der Dosis des Medikaments auch die Nebenwirkungen. Der Teufelskreis wurde erst durchbrochen, als im März 2017 das Cannabis-Gesetz im Bundestag verabschiedet wurde und sein behandelnder Arzt ihm eine Cannabis-Therapie vorschlug. Das hat für meinen Freund alles geändert: Er inhaliert morgens und abends seine Cannabis-Medikamente mit einem Vaporisator. Andere Medikamente benötigt er nicht mehr.

So kam es, dass ich mich mit dem Thema intensiv beschäftigt habe. Dabei fiel mir bald auf: Die Nachlässigkeit, mit der Schmerzen teilweise therapiert werden, stellt ein großes Problem in der Gesundheitsversorgung dar.

Denken Sie dabei an die Opioid-Schwemme in den USA und dass auch in Deutschland diese Medikamente zunehmend von Ärzten verschrieben werden?

Sie müssen wissen, dass ich nicht grundsätzlich gegen Opiate bin. Aber – da sie das Beispiel bereits angesprochen haben – in Amerika haben die Ärzte schon für verhältnismäßig leichte Rückenschmerzen Medikamente wie Oxycodon verschrieben. Und das hat zu 99 Prozent eine identitätschemische Zusammensetzung wie Heroin. In Deutschland schätzen Experten die Zahl der Opioidabhängigen übrigens auf etwa 166.000.

Befindet sich ein Patient tatsächlich in einem Zustand extremer Schmerzen und / oder auf der Palliativstation, ist es sicherlich korrekt, ihn mit starken Opiaten zu behandeln. Aber ich würde mir doch wünschen, dass mehr Ärzte erkennen, dass mit Cannabis für Patienten in vielen Fällen eine valide Therapie-Alternative zur Verfügung steht. Und diese Alternative sollte mit Blick auf die teils immensen Nebenwirkungen klassischer Schmerzmittel auch angeboten werden.

Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung mancher Ärzte, medizinisches Cannabis zu verschreiben?

Da greifen verschiedene Faktoren ineinander. Zum einen haben Ärzte und Apotheker in ihrem Studium kaum etwas bis nichts über Cannabis gelernt. Für aktive Fortbildungen muss dann schon eine gewisse Grundaufgeschlossenheit vorhanden sein. Zum anderen ist es natürlich viel einfacher, mal eben im Computersystem nachzuschauen, welche Therapieansätze es gibt und was sich in welcher Dosierung verschreiben lässt. In anderen Worten: Wenn Abläufe quasi vorgefertigt sind, spart das viel Zeit. Und fast in allen Praxen herrscht heutzutage akuter Zeitmangel. Die Cannabis-Therapie ist insgesamt noch vergleichsweise komplex. Denn es muss individuell eine passende Darreichungsform und Dosierung gefunden werden, anstatt zu einem Fertigarzneimittel zu greifen.

Dann führen manche etablierte Stakeholder unseres Gesundheitssystems eine unzureichende Studienlage wegen des Fehlens evidenzbasierter Langzeitstudien an. Das sorgt natürlich für Verunsicherung. Dabei erleben wir nicht erst aktuell international eine sehr breite Forschungsinitiative. Es laufen rund 650 Studienprojekte zu THC und CBD, hierzulande beispielsweise an der Universität Bonn. Und ich freue mich über jede neue Studie, weil sie den Diskurs befruchtet. Übrigens ganz unabhängig vom Ergebnis. Je nachdem, wer sie liest, ist schließlich jede Studie angreifbar.

Aber meiner Meinung nach sollte und wird man weiterhin zunächst verstärkt auf Beta-Studien zu medizinischem Cannabis setzen. Das sind natürlich alles nur Momentaufnahmen. Je mehr geforscht wird, desto interessanter wird es dann, eine Meta-Studie durchzuführen. So können einzelne Ergebnisse eingeordnet und Aussagen verdichtet werden. Eine weitere Verbesserung der Studienlage wird Patienten definitiv helfen.

Tatsächlich hatte ja schon eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse im Vorfeld des Cannabis Reports von 2018 gezeigt, dass 92 Prozent der Deutschen die neue Medizinal-Cannabis-Regelung befürworten und fast die Hälfte dafür ist, Cannabis auch bei leichteren Erkrankungen einzusetzen. Zu vielen Einsatzgebieten liegen ja de facto bereits valide Wirksamkeits-Statistiken vor. Aber der Mehraufwand im Zusammenhang mit der Verschreibung von Cannabis stellt eindeutig ein weiteres Hemmnis für Ärzte dar.

Welche Herausforderungen sind für den Arzt mit der Verschreibung von Medizinalcannabis verbunden?

Die Verschreibung von Cannabis erfordert sogenannte BTM-Rezepte. Im Grunde kann jeder Arzt, der Kassenrezepte ausstellen kann, auch solche Betäubungsmittel-Rezepte ausstellen. Die muss ein Arzt allerdings bei der Bundesopiumstelle gezielt anfordern. Zudem benötigt er einen Tresor in den Praxisräumen, um die Rezepte sicher wegschließen zu können. Diesen Mehraufwand kann und möchte nicht jeder Arzt leisten. Das erschwert es Patienten, eine Praxis zu finden, die BTM-Rezepte ausstellen darf. Geschätzt reduziert das die Möglichkeiten eines Patienten um etwa zwei Drittel.

Zudem wird der Patient in der Regel wohl eher nicht klar darüber informiert, dass der Arzt einfach kein BTM-Rezept ausstellen kann, weil die Praxis nicht die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt. Der Patient kann dadurch den Eindruck gewinnen, dass der Arzt eine entsprechende Therapie nicht empfiehlt, weil er nichts davon hält. Das ist natürlich hinderlich für den gesamten Therapieansatz.

Und doch: Die Zahl der monatlichen Verschreibungen in Deutschland steigt! Das zeigen Anfragen und Abnahmezahlen. Lag die Bewilligungsrate der Anträge bei den gesetzlichen Krankenkassen im Abrechnungsjahr 2017 / 2018 noch bei rund zwei Drittel, geht die Tendenz mittlerweile in Richtung Dreiviertel. Und das liegt sicherlich unter anderem daran, dass so mancher Patient bereits erfolgreich gegen Negativbescheide geklagt hat.

Sie vertreten zudem den Ansatz, dass speziell Cannabis-Extrakt die Hemmschwelle zu einer Cannabis-Therapie reduzieren kann?

In der Tat. Ein wenig hängen die Widerstände gegenüber der Verschreibung bzw. Einnahme von Medizinalcannabis ja doch auch damit zusammen, dass Cannabisblüten als Medikament zum Inhalieren nach wie vor ein bisschen anrüchig erscheinen. Noch immer wird nicht selten hinter einem an Cannabis-Therapie Interessierten ein verkappter Kiffer vermutet.

Auch wenn die Inhalation natürlich eine probate Möglichkeit bleibt, sind Dosierung und Akzeptanz durch Ärzte und Patienten ja doch ein wichtiges Thema. In den USA und in Kanada ist in diesem Zusammenhang eine Tendenz weg von den Blüten und hin zu Extrakten zu beobachten. Ich gehe fest davon aus, dass sich auch der hiesige Markt zusehends in Richtung Extrakt verlagert. Und ich hoffe natürlich, dass wir beispielsweise mit unseren drei neuen Cannabis-Vollextrakten von ADREXpharma in Form von Tinkturen für die orale Einnahme dazu beitragen, das Stigma der Cannabisverschreibung zu mindern.

Für den Patienten ist es ein Angebot, das er viel leichter handeln kann. Und der Arzt profitiert davon, dass die Verschreibung der Dosierung leichter fällt und die Handhabung deutlich einfacher zu steuern ist als das Inhalieren. Last but not least muss der Apotheker auch bei jeder Verschreibung das Medikament mit der Kasse abrechnen können. Dafür muss es eine vorgeschriebene Indikation geben, also Vorgaben, anhand derer der Apotheker aus einem Extrakt als Naturheilmittel ein Medikament herstellt. ADREXpharma produziert ja kein Fertigarzneimittel, sondern den Ausgangsstoff. Denn aktuell darf CBD-haltiges Cannabis nur so in den Markt eingeführt werden. Wir bieten daher als Rezepturarzneimittel außer Cannabisblüten und CBD auch Dronabinol als ölige Lösung – und eben unsere Extrakte. In der Apotheke wird daraus nach Identitätsprüfung und ärztlicher Indikation das verschriebene Medikament hergestellt, welches der Patient dann nach Vorgabe des Arztes einnimmt.

Welche Vorteile oder Nachteile hat die orale Einnahme von Cannabis-Extrakt im Vergleich zur Inhalation von Cannabis-Blüten?

Bei der oralen Einnahme von Cannabis-Wirkstoffen tritt die Wirkung verzögert ein. Dafür hält die Wirkung aber wesentlich länger an und ist unter Umständen viel potenter. Unsere drei verschiedenen Extrakte haben unterschiedliche Wirkstoffzusammensetzungen. Künftig werden Extrakte mit ausgeglichenem THC / CBD-Verhältnis (THC 10 : CBD 10), eine CBD-dominierte Variante (THC 1 : CBD 25) und ein reines THC-Extrakt (THC 25 : CBD 1) von ADREXpharma verfügbar sein. Die Wirkung der neuen Vollspektrumextrakte in Tropfenform setzt innerhalb von 30 bis 90 Minuten ein und dauert vier bis acht Stunden an. Das ist deutlich länger als beim Inhalieren von Cannabisblüten.

Deshalb eignen sich Cannabis-Extrakte beispielsweise besonders in der chronischen Schmerztherapie. Aber es gibt noch viele weitere Indikationen wie Schlafstörungen, Spastiken, Epilepsie, um nur einige zu nennen. Für eine patientenindividuelle Behandlung lassen sich die Cannabis-Extrakte sowohl einzeln nutzen als auch in Kombination mit dem umfassenden Cannabisblüten-Portfolio von ADREXpharma.

Wie bewerten Sie die Rolle Deutschlands in puncto Medizinalcannabis im internationalen Marktvergleich?

Auch, aber nicht nur mit Blick auf die demographische Entwicklung und die sicherlich entsprechend wachsende Nachfrage nach Schmerzmitteln bzw. Schmerztherapien sehe ich in Sachen medizinisches Cannabis für die nächsten fünf bis zehn Jahre die Entstehung eines Milliardenmarktes. Meinen persönlichen Eindruck bestätigen diverse Marktstudien. Um in Europa einen guten Player-Standort zu kreieren, ist es wichtig, verstärkt in die europäische Cannabisforschung zu investieren. Und einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der für alle EU-Länder verbindlich ist.

Deutschland ist seit jeher ein Wissenschafts- und Pharmazie-Standort. Diesen Ruf gilt es nun zu verteidigen! Dafür muss der hiesige Markt jedoch gezielt gestärkt und die Schaffung einer völlig neuen Industrie ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Nicht zuletzt als Ersatz für andere Industriezweige, die langsam verschwinden. In Bereichen wie Digitalisierung, alternative Energien und Künstliche Intelligenz hat Deutschland in der Vergangenheit bereits einige wichtige, zukunftsträchtige Impulse verpasst. Die wirtschaftlichen Chancen, die mit Medizin-Cannabis zusammenhängen sollte Deutschland sich nicht entgehen lassen.

Ist die Cannabis-Industrie in anderen Ländern bereits besser aufgestellt?

Im angelsächsischen Bereich, ich denke dabei vor allem an Kanada, wird diese Entwicklung vom Staat stark gefördert. Nachdem die kanadische Landwirtschaft in hohem Maße Märkte verloren hatte, sind Züchter aus nicht mehr profitablen Anbaubereichen mit neuem Potenzial in den Cannabis-Markt eingestiegen. Der Staat hat das Produkt dafür über ein mehrstufiges System in den Markt eingeführt: im ersten Schritt Medizinal-Cannabis, dann ging es in den Freizeitbereich und im letzten Schritt wurde das Lebensmittel-Segment freigegeben.

Dabei wurde von Anfang regulatorisch unterstützt – mit vergünstigten Baugrundstücken, Unterstützung bei der Mitarbeitersuche und vielem mehr. Auch steuerlich wurde das vorbildlich abgegriffen. Auf diese Weise wurde eine gewisse Hegemonialmacht erzeugt, zum gesamtgesellschaftlichen Vorteil. Auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland täte eine stärkere und vielschichte Interessenverzahnung sicherlich gut.

Und wie geht es weiter mit ADREXpharma? Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Mein erklärtes Ziel ist es, der Thematik Medizinalcannabis ein Gesicht und einen Namen zu geben. Vor diesem Hintergrund planen wir, im nächsten Schritt das in Deutschland und Europa große Wissen über Phytopharmaka und Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs seitens Universitäten und Forschungseinrichtungen zu nutzen, um Kooperationen zur Herstellung eines cannabisbasierten Fertigarzneimittels zu entwickeln. Konkrete Gespräche erfolgen bereits.

So wird „illegales“ Weed hergestellt

Gras, das auf Deutschlands Straßen und Hinterhöfen illegal verkauft oder von sogenannten Drogen-Taxen an den Verbraucher geliefert wird, kommt übrigens hauptsächlich aus Marokko. Denn das nordafrikanische Land hat ideale Anbaubedingungen für die eigentlich anspruchslose Pflanze. Dazu gehört vor allem beständiger Sonnenschein. Mit anderen Worten: Die Hanfpflanze liebt Licht.

Cannabis-Pflanzen benötigen für ideales wachstum viel Licht.

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Nigeria und Südafrika sind wie die Türkei, Afghanistan und Pakistan ebenfalls wichtige Anbauländer für illegal verkauftes Marihuana. In Deutschland ist der Anbau von THC-haltigem Hanf illegal, findet aber trotzdem statt. In der Regel allerdings nur für den Eigenbedarf.

Aus den überall erhältlichen, aber teuren Samen (Cannabis Seeds) lassen sich relativ leicht Pflanzen ziehen, die durchaus auch im Freien nach Anzucht der Sämlinge beachtliche Größen und Ernteergebnisse erreichen.

Wird die Aufzucht von illegalem Gras etwas professionalisiert, dann müssen die Cannabis-Farmer einen deutlich höheren Aufwand betreiben. Knackpunkt dabei ist immer das Licht. Vor Jahren war es noch ein erheblicher Kostenfaktor, weil alte Beleuchtungsmittel extrem viel Strom verbrauchten und hohe Energie-Rechnungen illegalen Züchtern auch zum Verhängnis wurden.

Neue LED-Lampen revolutionierten schließlich die illegale Indoor-Produktion. Denn ihr Stromverbrauch liegt deutlich unter den früher hauptsächlich verwendeten MH-Lampen (Metallhalogenid) für die vegetative Phase und HPS-Lampen (Natriumhochdrucklampen) für die Blütephase. Außerdem geben LEDs weniger Wärme ab, was das Auffinden eines sogenannten Grow Rooms mit Wärmebild-Kameras erschwert.

Für welche Krankheiten ist medizinisches Cannabis zugelassen?

Ärzte dürfen Cannabis-haltige Arzneimittel bei Patienten mit einer schwerwiegenden Krankheit zwar verordnen. Aber weil für viele Krankheitsbilder noch keine ausreichenden Forschungsergebnisse vorliegen, läuft aktuell eine vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte initiierte Studie, die über einen Zeitraum von 60 Monaten anhand von genehmigten Cannabis-Therapien belastbare Zahlen liefern soll. Auf der Basis dieser Zahlen soll dann eine Richtlinie Näheres zur Leistungsgewährung regeln. Diese Richtlinie soll erst 2022 vorliegen.

Nehmen Sie nicht zu viel

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Wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse liegen bislang für Schmerzen, Spastiken, Übelkeit und ebenso Erbrechen durch Zytostatika vor. Als wahrscheinlich gilt eine gute Wirksamkeit bei Appetitlosigkeit, Schizophrenie, Morbus Parkinson, Tourette-Syndrom, Epilepsie, Kopfschmerzen sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Medizinalcannabis gegen Schmerzen

Relativ sicher ist, dass THC bei neuropathischen Schmerzen Linderung verschafft. Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems. Im Unterschied zu allen anderen Schmerzen (nozizeptiv), bei denen die Nervenbahnen nur als Übermittler der Schmerzen fungieren, ist bei neuropathischen Schmerzen also das Nervensystem selbst der Schmerzverursacher.

Dronabinol (aus der Cannabis-Pflanze gewonnenes THC) kann die Übertragung dieser Schmerzreize hemmen. Schmerzpatienten erleben objektiv und subjektiv eine Verbesserung der Lebensqualität.

Medizinisches Cannabis bei ADHS

Zur Wirkung von Cannabis bei einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) liegen bisher nur wenige Forschungsergebnisse vor. Hauptsächlich wurden Erfahrungsberichte publiziert.

In einer randomisierten und experimentellen Studie mit 30 Erwachsenen wurde die Wirkung des Medikaments Sativex mit einer Placebo-Gruppe verglichen. Ergebnis: Die Unterschiede in kognitiver Leistung und Aktivitätslevel waren nicht signifikant.

Bei den Symptomen Hyperaktivität und Impulsivität schnitten die Mitglieder der Sativex-Gruppe jedoch besser ab.

Medizinalcannabis bei Spastiken

30 Prozent der Menschen, die unter Spastizität (meistens in Folge von Multipler Sklerose oder Paraplegie) leiden, berichten in wissenschaftlichen Studien von einer Linderung der Symptome. Von einer als positiv empfundenen allgemeinen Veränderung berichtet die Hälfte der Probanden.

Bei den Patienten, die zum Vergleich mit Placebos behandelt wurden, fühlten sich nur 35 Prozent besser. Möglicherweise ist es aber auch „nur“ der euphorisierende oder sedierende Effekt von medizinischem Cannabis.

Medizinisches Cannabis bei Depressionen

90 Prozent der etwa 15.000 Deutschen, die sich jährlich das Leben nehmen, litten unter einer psychischen Erkrankung. Die Hälfte von ihnen an Depressionen. Joints als Medizin gegen Schwermut könnten also Leben retten. Doch so einfach ist es nicht.

Gras kann zwar kurzfristig die Stimmung aufhellen, aber wohl nicht dauerhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von New Mexico mit 1.819 Probanden.

Medizinalcannabis für Appetitsteigerung bei AIDS- und Krebspatienten

90 Prozent der etwa 15.000 Deutschen, die sich jährlich das Leben nehmen, litten unter einer psychischen Erkrankung. Die Hälfte von ihnen an Depressionen. Joints als Medizin gegen Schwermut könnten also Leben retten. Doch so einfach ist es nicht.

Gras kann zwar kurzfristig die Stimmung aufhellen, aber wohl nicht dauerhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von New Mexico mit 1.819 Probanden.

Medizinalcannabis bei Tourette-Syndrom

Tourette, die unkontrollierte Kontraktion einzelner Muskeln oder Muskelgruppen (Tics) ist nicht heilbar. Seit Jahren wird deswegen untersucht, ob THC und CBD die Beschwerden lindern können. Immer mehr Betroffene bekommen deswegen medizinisches Cannabis.

Tatsächlich berichten viele Tourette-Patienten von einer gewissen Linderung. Eine aktuelle Studie der britischen Universität in Aberdeen zeigte jetzt, dass auch bei jungen Betroffenen die pharmakologische Wirkung von Tetrahydrocannabinol periphere, aber nicht zentrale motorische Tics wirksam umkehren kann.

Medizinisches Cannabis bei Darmerkrankungen

Cannabis wird seit Jahrtausenden gegen Darmerkrankungen eingesetzt. Eine Mehrheit von amerikanischen Colitis ulcerosa- und Morbus Crohn-Patienten hat in einer Befragung angegeben, dass Cannabis Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Durchfall gelindert hat.

Der wahrscheinliche Grund für die positive Wirkung: Im gesamten Verdauungstrakt gibt es viele Cannabinoid-Rezeptoren. Diese könnten durch THC und CBD aktiviert werden und entzündungshemmend wirken. Vor allem die CB1-Rezeptoren könnten eine wichtige Rolle spielen.

Medizinalcannabis bei Epilepsie

Eine Reihe von vielversprechenden Berichten über die positive Wirkung von Cannabis hat Forscher hellhörig gemacht. Besonders bei Dravet- und Lennox-Gastaut-Syndromen gibt es gute Ergebnisse.

Schwierig ist bislang noch die Entwicklung einer geeigneten Rezeptur für Arzneimittel, die oral eingenommen werden. Darüber hinaus könnte es Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geben.

Die Ergebnisse von Studien über die Wirksamkeit von Cannabis bei fokalen Epilepsien stehen noch aus.

Medizinalcannabis bei Schizophrenie

Bei der Schizophrenie liegt das Hauptaugenmerk auf dem Wirkstoff CBD. Erste Daten sind vielversprechend. Die Wirkung scheint bei akuter Schizophrenie vergleichbar mit der des Neuroleptikums Amisulprid, das aber deutlich mehr Nebenwirkungen hat als CBD.

Der Dauerkonsum von THC-haltigem Cannabis ist dagegen eher ein Risikofaktor für Schizophrenie. Reines CBD hat nach aktuellem Forschungs-Stand keine psychedelische Wirkung.

Welche Ärzte dürfen Cannabis verschreiben?

Unter dem strich darf jeder Arzt (außer Zahn- und Tierärzte) medizinisches Cannabis verschreiben. Diese Regelung gilt sowohl für getrocknete Cannabisblüten und -extrakte als auch für Medikamente mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.

Patienten haben keinen Anspruch darauf, dass ein Arzt ihnen CBD zur Schmerzlinderung verschreibt.

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Im Vergleich zu der Zeit vor Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes 2017 ist das doch ein enormer Fortschritt. Zuvor mussten Patienten eine Ausnahmegenehmigung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragen. Wurde der Antrag positiv beschieden, musste das Gras trotzdem selbst bezahlt werden.

Einen Anspruch auf eine möglicherweise sinnvolle Cannabis-Behandlung gibt es allerdings nicht. Es bleibt weiterhin dem Arzt überlassen, bei welcher Erkrankung er tatsächlich zum Rezeptblock greift. Denn die Therapie-Hoheit liegt immer beim behandelnden Arzt – und es gibt bislang nur wenig Ärzte, die bereit sind, Cannabis zu verschreiben. Wenngleich es vielfach Vorbehalte und mangelnde Kenntnis sind, die Ärzte davon abhalten. Im Zweifel greifen sie erfahrungsgemäß zuerst zu Fertigmedikamenten. Bei Cannabis-Blüten sind die Hürden weiterhin noch höher.

Welche Hürden gibt es bei der Verschreibung von medizinischem Cannabis?

Wer tatsächlich einen Arzt gefunden hat, der bereit ist, Medizinalcannabis zu verschreiben, ist trotzdem noch lange nicht im Ziel. Denn anders als bei anderen Medikamenten, entscheidet die Krankenkasse, ob sie die Therapiekosten von in einzelnen Fällen mehr als 1.000 Euro im Monat übernimmt. Diese Entscheidung muss der Versicherer auf jeden Fall innerhalb von drei Wochen fällen.

Die Krankenkasse kann einen Antrag auf Kostenübernahme einer Cannabis-Therapie ablehnen.

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Alternativ können sich Patienten zwar auch ein Privatrezept für Cannabis ausstellen lassen. Das bedeutet allerdings, dass sie die Kosten selbst übernehmen müssen.

Ausgenommen von der Drei-Wochen-Regel sind Palliativ-Patienten. In diesem Fall sind die Kassen aufgrund der Dringlichkeit verpflichtet, innerhalb von drei Tagen zu bewilligen oder abzulehnen. Auf diesem Weg wird die eigentlich dem Arzt zustehende Therapie-Hoheit indes auf Sachbearbeiter bei den Kassen übertragen.

In jedem Fall müssen Arzt und Patienten nachweisen, dass es keine andere Therapie-Option gibt. In §31, Abs. 6 SGB V heißt es dazu: Wenn „eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Anspruch entsprechende Leistung

  • nicht zu Verfügung steht oder
  • im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des behandelnden Vertragsarztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes der oder des Versicherten nicht zur Anwendung kommen kann.“

Im Schnitt wird jedenfalls nur etwa jeder zweite Antrag auf eine Cannabis-Therapie von den gesetzlichen Krankenkassen bewilligt.

Welche Cannabis-haltigen Arzneimittel können verschrieben werden?

Die Verordnungs-Optionen regelt das „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ („Cannabis-Gesetz“). Darin enthalten ist einserseits Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität, andererseits Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.

Das Cannabis-Gesetz regelt die Verordnungs-Optionen.

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Für Fertigarzneien gibt es zugelassene Anwendungsgebiete, die zugelassen sind zur Behandlung von Spastiken (Spray) sowie Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie (Kapseln). Cannabis-haltige Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel auf CBD-Basis und ohne THC gelten dagegen nicht als Arzneien und können somit auch nicht verschrieben werden.

Cannabisblüten
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Cannabis-Blüten

Medizinische Cannabis-Blüten, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus den Niederlanden oder aus Kanada. Im Handel sind einerseits ganze Blüten und andererseits Granulate aus zerkleinerten Blüten. Anbau und Qualität werden vom BfArM überwacht. Voraussetzung für eine Zulassung zur Produktion von medizinischen Cannabis-Blüten ist dabei das Good Manufacturing Practice-Zertifikat (Leitfaden der guten Herstellungs-Praxis). THC- und CBD-Gehalt variieren. Am gängigsten sind Sorten wie Gorilla Glue #4 der deutschen ADREXpharma GmbH mit einem THC-Gehalt von ca. 22 Prozent und einem CBD-Anteil von unter 1 Prozent.

Cannabis-Öl
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Cannabis-Öl / Cannabis-Extrakte

Cannabis-Öle und -Extrakte werden aus getrockneten Marihuana-Blüten (Cannabis Flos) gewonnen. Ziel dieses Produktions-Prozesses ist es, Cannabinoide und Terpene mit GMP-zertifizierten Produktionsmethoden in hochkonzentrierter Form zu gewinnen.

Cannabis-Öle werden meistens in Tropfenform verabreicht, die einfach auf einen Löffel gegeben und dann geschluckt werden. Anders als bei THC-Öl handelt es sich bei Cannabis-Samenöl (Salatöl) um ein Betäubungsmittel; Cannabis-Öl ist also nicht gleich Cannabis-Öl. Vorteil von medizinischen Cannabis-Ölen und -Extrakten ist die extrem präzise Dosierungsmöglichkeit, die ist unter dem Strich vergleichbar mit den Wirkstoff-Mengen in klassischen Medikamenten.

Cannabis-Extrakte sind Vollspektrum-Extrakte, denn sie enthalten neben THC und CBD alle weiteren Wirkstoffe der Blüten. Dazu zählen auch die Terpene, andere Cannabinoide sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe.

Dronabinol
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Dronabinol

Dronabinol ist die internationale Bezeichnung für Delta-9-trans-Tetrahydrocannabinol, anders ausgedrückt DELTA 9 THC. Im Gegensatz zu Opiaten oder Kokain sind Suchtpotenzial und Gesamttoxizität sehr gering.In den USA steht Dronabinal schon seit Jahren als Fertigarznei zur Verfügung. Im Gegensatz dazu können Apotheker hierzulande Dronabinol als Herstellungs-Set beziehen. Das Mischen des Endprodukts geschieht dann vor Ort in der Apotheke. Die Patienten nehmen dann es in Tropfenform ein. Ebenso wie bei Cannabis-Ölen und -Extrakten ist die Dosierung der wirksamen Inhaltsstoffe sehr genau.

Fertigarzneien
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Fertigarzneien

Zu den bekanntesten Fertigarzneien auf Cannabis-Basis gehören das Mundspray Sativex sowie die Nabilon-haltigen Kapseln Canemes. Während Sativex zugelassen ist zur Behandlung schmerzhafter Spastiken, wird Canemes Patienten gegen Übelkeit und Erbrechen in Folge einer Chemotherapie verabreicht. Beide Medikamente sind übrigens auch auf dem deutschen Markt erhältlich.

Übrigens hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) mit Präsident Dr. Johannes Horlemann an der Spitze inzwischen die „Schmerzinitiative Cannabinoide 2021“ ins Leben gerufen. Ziel ist es folgerichtig, Hemmnisse bei der Verordnung von Cannabinoiden abzubauen, um die Versorgung von Schmerzpatienten zu verbessern.

Dazu gehört ein Selektivvertrag der DGS mit der AOK Rheinland/Hamburg, der den Genehmigungsvorbehalt der Krankenkasse ersetzen soll und die Therapieentscheidung dem Arzt in Absprache mit seinem Patienten überlässt. Voraussetzung ist jedoch eine entsprechende Qualifikation der teilnehmenden Ärzte. Der bürokratische Aufwand und die Wartezeit auf den Beginn der Cannabistherapie werden so immerhin erheblich reduziert.

Wie wird medizinisches Cannabis verabreicht?

Der entscheidende Unterschied zwischen Freizeit-Kiffen und medizinischem Konsum von Cannabis ist die Dosierung der Wirkstoffmenge. Denn während illegaler Drogenkonsum ein bisschen Glücksache ist und viel davon abhängt, was der Dealer geliefert hat, wissen Cannabis-Patienten ganz genau, was in der der Tüte oder in den Tabletten steckt. Die Wirkstoffmenge ist schließlich auf das Prozent genau und auf die individuellen Bedürfnisse angepasst. Cannabis wird nie gespritzt, sondern geraucht bzw. inhaliert oder oral verabreicht.

Medizinalcannabis wird inhaliert oder oral eingenommen.

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Cannabis-Inhalation

Marihuana inhalieren, also rauchen, ist nicht nur die klassische Methode beim Freizeit-Kiffen, es ist auch der schnellste Weg, den gewünschten Effekt zu erzielen. Medizinisches Cannabis wird i. d. R. mit einem Vaporizer erwärmt und dann tief eingeatmet. Obschon noch etwa 85 Prozent der Cannabis-Patienten diese Methode wählen, ist die Tendenz fallend.

Vaporizer funktionieren ähnlich wie E-Zigaretten und haben im Vergleich zu selbstgedrehten Joints den Vorteil, dass das jeweilige Cannabis-Produkt (Blüten, Haschisch, Öl oder konzentrierter Cannabis-Extrakt) die Wirkstoffe nicht verbrennt. Außerdem kann die Temperatur präzise eingestellt werden, sodass auch die enthaltenen Terpene gezielt zum Einsatz kommen – und es muss kein schädigender Tabak beigemischt werden.

Durch den schnellen Wirkungseintritt beim Vaporisieren oder Verdampfen von Cannabis-Produkten ist es einerseits etwas einfacher, die passende Dosierung zu finden. Andererseits belastet auch das Vaporisieren die Lunge. Das ist gerade für Palliativ-Patienten oder Menschen mit Lungenkrankheiten eine mitunter relevante Nebenwirkung.

Orale Cannabis-Einnahme

Cannabis-Extrakte und Dronabinol werden oral eingenommen. Experten empfehlen überdies die Einnahme mit einem Stück Brot oder von einem Löffel zusammen mit einem fetthaltigen Nahrungsmittel. Aufgrund der Hydrophobie der Wirkstoffe sind Wasser oder Tee ungeeignet.

Bevor sie ihre vollständige Wirkung entfalten, müssen sie zunächst den Magen-Darm-Trakt und die Leber passieren. Dadurch sinkt die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs, d. h. beim oralen Konsum von Tropfen setzt die Wirkung verzögert ein. Bis zu drei Stunden kann es dauern, dass sich THC, CBD & Co über den Magen-Darm-Trakt im Körper entfalten. Konsumenten beschreiben die Wirkung der oralen Aufnahme aber dafür als langanhaltender und tiefergehender.

Die orale Einnahme eignet sich daher besser für Patienten mit konstanter Symptomatik als die Inhalation mit ihrer starken, eher kurzfristigen Wirkung. Und zwar können das chronische Schmerzen und / oder Schlafstörungen sein. Des Weiteren eignet sich die orale Einnahme aufgrund der vergleichsweise einfachen Handhabung und genauen Dosierbarkeit besonders für motorisch eingeschränkte Menschen und Paliativpatienten. Des Weiteren ist je nach Beschwerdebild auch eine Kombination von Einnahmearten möglich.

Des ungeachtet lassen sich Cannabis-Tropfen theoretisch auch als Marihuana-Öl oder -Butter in Kuchen, Plätzchen, Joghurt, Suppen, Tees oder Dips mischen. Für den medizinischen Gebrauch empfiehlt sich das alles trotzdem nicht. Bei Freizeit-Kiffern erfreuen sich zudem bekanntermaßen Cannabis-Brownies oder Hasch-Kekse großer Beliebtheit. Ungeübte User, die sich der verzögert einsetzenden Wirkung nicht bewusst sind, legen dann schon mal vorschnell einen Keks nach – mit teils fatalen Folgen. Zwar gibt es bei Cannabis keine Überdosierung, die zum Tod führen kann, aber die psychoaktiven Effekte können Konsumenten dann über Stunden regelrecht außer Gefecht setzen.

Cannabis-Mundspray

Das in Deutschland seit 2011 erhältliche Cannabis-Spray Sativex hat eine antispastische und psychotrope, also die Psyche beeinflussende Wirkung. Dafür enthält Sativex einen Extrakt aus Blättern und Blüten einer Cannabis sativa-Sorte. THC und CBD sind ungefähr in gleicher Menge enthalten: 100 µl Spray (entspricht einem Sprühstoß) enthalten demzufolge 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD. Weitere Inhaltsstoffe sind Ethanol, Propylenglycol sowie Pfefferminzöl.

Zwar nicht Mittel der Wahl ist Sativex doch immerhin als Mittel der zweiten Wahl zur Symptomverbesserung bei Multiple Sklerose-Patienten mit mittelschweren bis schweren Spastiken zugelassen. Das Spray wird ganz einfach während der Mahlzeiten auf die Mundschleimhaut gesprüht und gelangt über diese schnell in den Blutkreislauf, sodass es sehr schnell seine therapeutische Wirkung entfalten kann. Es soll dann vor allem die Motorik bei MS-Patienten verbessern.

Wie jedes Medikament kann allerdings auch Sativex zu Nebenwirkungen führen. Zu den häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen gehören dabei Müdigkeit und Schwindel. Um das zu vermeiden, wird die Dosis i. d. R. langsam erhöht, bis schließlich eine gute Balance zwischen therapeutischem Effekt und Nebenwirkungen erreicht ist.

FAQ

Was ist Cannabis?

Cannabis wird aus den Pflanzenteilen der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Die Pflanze ist einjährig und sät sich selbst aus. Hanf (Cannabis) ist eine Pflanzengattung. Sie gehört zur Familie der Hanfgewächse und zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Erde.

Für den Konsum als Rauschmittel wird meist Marihuana, aus den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabispflanze oder Haschisch aus dem Harz der Blütenstände hergestellt. Zusätzlich gibt es das Haschischöl, einen konzentrierten Auszug des Cannabis-Harzes, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Wegen seiner medizinischen Wirkung wird Cannabis auch zunehmend als Arzneimittel eingesetzt. Es kann gegen starke Schmerzen, z. B. bei Krebs, gegen Arthritis, Multiple Sklerose, Durchfall und Fieber helfen.

was ist cannabis
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Wie wirkt Cannabis?

Cannabis wirkt wegen seiner psychoaktiven Inhaltsstoffe zum einen dämpfend, beruhigend, betäubend, muskelentspannend auf den Körper. Es senkt die Schmerzempfindlichkeit und steigert den Appetit. Allerdings hängt die Wirkung sehr von der Dosis ab. Und davon, in welcher Form man es zu sich nimmt (Joint rauchen, Hasch-Kekse essen, Tropfen einnehmen, Mundspray, Blüten).

Da Cannabis komplett die Wahrnehmung verändern kann, entstehen zum anderen auch überschießende Reaktionen, z. B. andauerndes Kichern, Hochgefühl, Dinge sehen, die gar nicht da sind, gehen „wie auf Gummi“.

Ausgelöst werden diese Veränderungen, indem die Wirkstoffe aus der Cannabispflanze, die Cannabinoide, im Nervensystem des Gehirns an die Cannabinoid-Rezeptoren andocken. Sehr viele dieser Rezeptoren sitzen im Hippocampus und in den schmerzleitenden Bahnen.

wie wirkt cannabis
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Welche Cannabispflanzen werden für Medikamente genutzt?

Cannabispflanzen unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung aus Cannabinoiden und Terpenen. Mehrheitlich werden im Arzneibereich die Sorten Sativa, Indica und Hybrid angebaut. Unternehmen mit entsprechender Genehmigung bauen häufig genetisch veränderte Hanfpflanzen an, die schneller wachsen, wenig Licht und Wasser brauchen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Cannabispflanze für medizinische Zwecke sind Cannabinoide und Terpenoide. Cannabinoide weisen ein breites Wirkspektrum auf.

Die fünf wichtigsten Typen sind: Cannabigerol (CBG), Cannabichromen (CBC), Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN), Delta-9-THC. THC wirkt schmerzlindernd und entspannend, CBD entzündungshemmend.

Medizinisches Cannabis gibt es in vielen Formen: von öligen Tropfenlösungen, Kapseln oder alkoholischen Inhalationslösungen bis hin zu Cannabis-Blüten. Inzwischen sind sehr viele verschiedene Präparate auf dem Markt.

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Welche Nebenwirkungen haben Cannabis-Medikamente?

Je nach Verabreichung und Inhaltsstoffen kann es bei der Anwendung von medizinischem Cannabis zu starken Nebenwirkungen kommen. THC kann zwar stimmungsaufhellend wirken, kann aber auch ganz schnell ins Gegenteil umschlagen bis hin zur Depressivität. Es kann Psychosen auslösen. Schwindel, Übelkeit oder Müdigkeit können nach Einnahme lange anhalten. Das trägt gerade bei schwerkranken Patienten zu einer erhöhten Sturzgefahr bei.

Nicht wenige Patienten brechen eine Behandlung mit medizinischem Cannabis von sich aus ab, da sie sich schlechter konzentrieren können oder schwindlig fühlen. Eine weitere Gefahr: Cannabis-Medikamente können abhängig machen, mit hinterher typischen Entzugssymptomen wie Schwindel, Übelkeit. Sie können sogar zur „Einstiegsdroge“ für andere Mittel werden.

cannabis nebenwirkungen
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Haben Cannabisblüten eine medizinische Wirkung?

Die am häufigsten verarbeiteten Cannabisblüten für den medizinischen Gebrauch sind Indica, Sativa und Hybrid forte, classic, light und vita. Je nach Bezeichnung schwankt der Gehalt an THC zwischen 13,5 und 24 Prozent. Der Gehalt an CBD bleibt bei unter 1 Prozent.

Dazu kommen noch die Blüten der Cannabis-Sorten Natural (THC um die 20 Prozent), Bakerstreet (23 Prozent), Pedanios (14 – 20 Prozent), Peace Naturals (10 – 26 Prozent), Luminarium (26 Prozent), Sedamen (23 Prozent) und Stellio (21 Prozent). Eine genaue Dosierung von Cannabisblüten ist schwierig. Die Menge der Wirkstoffe sowie ihr Verhältnis zueinander können variieren. Blüten müssen über 185 Grad Celsius erhitzt werden. Meist inhalieren die Patienten die Wirkstoffe durch einen Verdampfer.

cannabisblüten wirkung
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Wo gibt es Cannabis auf Rezept?

Mit einem Beschluss der Bundesregierung von 2017 erfolgte in Deutschland die Legalisierung von Cannabis auf Rezept. Jeder Haus- und Facharzt darf nun getrocknete Cannabisblüten und -extrakte sowie Arzneimittel mit den entsprechenden Wirkstoffen verschreiben. Über 100.000 Rezepte werden seitdem jährlich ausgestellt. Die Krankenkassen übernehmen i. d. R. die Kosten für die Therapie. Allerdings unter bestimmten Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen:

– Es muss eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen.
– Eine gleichwertige Behandlung steht entweder nicht zur Verfügung, ist weniger wirksam oder wird nicht gut vertragen.
– Die Verordnung muss auf berechtigten Hinweisen und Erfahrungsberichten beruhen, dass sich die Behandlung mit Cannabis positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

cannabis auf rezept
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Bei welchen Beschwerden hilft Cannabisöl?

Cannabisöl wird auch einfach CBD-Öl genannt, eine Abkürzung für Cannabidiol, einem Untertyp der Cannabinoide. Es hat einen schmerzstillenden, entzündungshemmenden Effekt. Zusätzlich wirkt es entkrampfend, beruhigend, angstlösend – aber nicht berauschend. Verwendet wird das Öl als Zusatz von Salben oder Cremes sowie für Extrakte, die oral eingenommen werden können.

CBD-Öl kann bei Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Fibromyalgie und Arthritis, sowie bei Menstruationsbeschwerden helfen. Des Weiteren hat Cannabisöl eine lindernde Wirkung bei Hautproblemen wie Neurodermitis und Akne. In der Behandlung von Epilepsie wird es schon unterstützend eingesetzt. Auch Angsthormone werden durch CBD-Öl heruntergefahren – so hilft es in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen. Durch die entspannende Wirkung verbessert sich bei vielen Anwendern die Schlafqualität. Sie sind weniger nervös und gereizt. Auch Krebszellen sollen durch CBD-Öl schneller absterben.

cannabisöl
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Wo kann man Cannabisöl kaufen?

In Deutschland darf Cannabisöl rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetik verkauft werden. Es gilt ausdrücklich nicht als Arzneimittel.

CBD-Öl bekommt man in Drogeriemärkten, in Apotheken, in Internetshops, im Kosmetik-Salon. Des Weiteren gibt es das wertvolle Öl auch in Reformhäusern, in Kräutermärkten, bei Heilpraktikern oder in Zentren der chinesischen Medizin.

In der Schweiz sind auch Zigaretten mit CBD-Füllung im Handel erhältlich, das ist in Deutschland noch verboten.
Am größten ist die Auswahl an CBD-Ölen im Internet. Jedoch sollte man nicht nur nach dem Preis gehen, sondern nach Qualitätsprodukten schauen. Wichtig sind dabei möglichst

– ein biologischer Anbau,
– pestizidfreie Produkte,
– keine Zusatzstoffe,
– Aufzucht und Herstellung innerhalb der EU und
– Produkte die durch Labore getestet und zertifiziert sind.

wo cannabisöl kaufen
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Welche CBD-Tropfen sind die besten?

Welche CBD-Tropfen die besten sind, lässt sich so pauschal nicht sagen. Die Qualität von CBD-Tropfen hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der Aufzucht der Hanfpflanze, der Extraktionsmethode das Öl zu gewinnen und vom THC Gehalt des Öls. Vergleichsportale zeigen dem Verbraucher die Testsieger bei bestimmten Faktoren an.

Der THC-Gehalt ist gesetzlich festgelegt und muss unter der Grenze von 0,2 Prozent liegen. Sehr gute CBD-Öle erreichen einen deutlich niedrigeren Wert. Sieger bei Vergleichen sind u. a. CBD Vital, Hempamed, Nordic Oil, Naturecan, Alterlife, HempCrew, Swiss FX, CBS`s Finest. Die Dosierung des CBD-Öls hat großen Einfluss auf die Wirkung und muss individuell herausgefunden werden.

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Kann man CBD in der Apotheke kaufen?

Ja, man kann CBD in der Apotheke kaufen – ohne Rezept. Und manchmal sind die Tropfen dort sogar günstiger als in den Drogeriemärkten. Cannabidiol-Lösungen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln enthalten üblicherweise 2 – 25 Prozent Cannabidiol und weniger als 0,2 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC).

Für Cannabidiol gibt es in der EU keine zugelassenen „health-claims“. Das heißt die EU genehmigt keine gesundheitsbezogenen Werbeaussagen zu CBD. Apotheken verkaufen CBD also neben ihrem eigentlichen Geschäft mit Medikamenten. CBD-Tropfen gibt es auch in Angeboten und Aktionen im Supermarkt, in der Drogerie oder im Hanf-Shop.

Bei Abgabe von CBD als Arzneimittel wiederum muss die Apotheke eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen prüfen. Hier besteht eine Rezeptpflicht.

cbd apotheke
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Ist CBD gefährlich?

Viele Verbraucherzentralen raten vom Gebrauch der CBD-Öle oder CBD-Kapseln ab. Bei jedem Zehnten löst CBD Schläfrigkeit und Benommenheit aus. Cannabidiol kann nach Einschätzung von Experten auch innere Unruhe und Schlafstörungen, Mundtrockenheit und niedrigen Blutdruck hervorrufen. Weitere unerwünschte Wirkungen können Durchfall, Appetitlosigkeit oder Hautausschläge sein.

Bei geringen Dosierungen treten aber kaum Nebenwirkungen auf. Auch eine Abhängigkeit von CBD kann nicht entstehen. Wird CBD geraucht, ist es natürlich – wie bei Tabak auch – ein hoher Risikofaktor für onkologische Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen der Atemwege.

Auch Autofahren sollte man nach einem Joint mit der beruhigenden Wirkung des CBD nicht. Es gilt Unfälle zu vermeiden.

cbd gefährlich
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Wogegen hilft Hanföl?

Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und ist nicht zu verwechseln mit CBD-Öl. Es besitzt keine medizinischen Eigenschaften. Hanföl wird größtenteils als Speiseöl oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Oft wird es dem CBD-Öl zur Verbesserung der Dosierung jedoch beigemischt.

Hanföl hilft bei der Behandlung von Hauterkrankungen und in der Hautpflege. Es ist entzündungshemmend und gut für Betroffene von Neurodermitis und Schuppenflechte. Zudem spendet das Öl sehr viel Feuchtigkeit und kann Ekzeme, Irritationen, Juckreiz und Ausschläge mindern.

Für eine bestmögliche Wirkung sollte Hanföl innerlich und äußerlich angewandt werden. Da es sehr angenehm im Geschmack ist, eignet es sich auch zur Verfeinerung von Salaten.

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Was ist die Bedeutung von Sativa?

Cannabis Sativa ist eine Heil- und Nutzpflanze, auch als gewöhnlicher oder echter Hanf bezeichnet. Sativum steht für „kultiviert, gezüchtet“.

Sativa-Hanf kommt aus Regionen um den Äquator, z. B. Thailand, Süd-Indien, Mexiko, Jamaika. Sativa-Sorten wachsen langsamer, enthalten im Schnitt einen hohen THC- und niedrigen CBD-Gehalt. Deshalb wird die Wirkung von Sativa als energiegeladener Rausch beschrieben.

Cannabis Sativa kann als Rauschmittel, Arzneimittel und Nahrungsmittel (Hanfsamenöl zum Kochen) verwendet werden. Auch als Appetitanreger wird Sativa nach Chemotherapien, HIV / AIDS-Behandlungen bzw. bei Übelkeit wirksam eingesetzt.

In der Wissenschaft berichten Forscher aktuell von der erfolgreichen Behandlung des Glaukoms und der Verringerung des Augeninnendrucks.

bedeutung sativa
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Was ist die Bedeutung von Indica?

Cannabis Indica ist indischer Hanf. Ursprünglich stammt er aus Zentralasien und vom indischen Subkontinent. Wilde und kultivierte Formen verschmelzen bei Indica immer wieder. Die Indica-Sorten haben allerdings alle einen höheren Cannabidiol (CBD)- Gehalt und niedrigeren THC-Gehalt. Sie wirken berauschender im Sinne von sedierender. Indica beruhigt, entspannt, macht müde.

Wegen seiner entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften hat es hohe Bedeutung in der Medizin erlangt. Die USA, Kanada und Niederlande sind die Treiber bei der Züchtung von Indica. Nicht nur als Tropfen, sondern auch als Einreibung aus dem Hanfextrakt wirkt Indica gegen starke Schmerzen, z. B. bei Muskel- und Sehnenverletzungen, Rheuma und Migräne.

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Welcher Unterschied besteht zwischen Sativa und Indica?

Indica-Pflanzen haben breitere Fächerblätter mit dickeren Fingern. Das Blatt von Cannabis Sativa ist schmal und lang. Sativa hat lange Vegetationsperioden und bringt hohe Erträge.

Die Unterschiede zwischen Indica und Sativa liegen vor allem im Wirkungsspektrum und Wachstum:

– Sativa-Sorten enthalten meist einen hohen THC- und niedrigen CBD-Gehalt.
– Indica-Sorten enthalten einen höheren CBD- und niedrigeren THC-Gehalt.

Daher wirkt Indica eher beruhigend, entspannend, einschläfernd. Sativa dagegen kann aufputschen. Deshalb wird Sativa z. B. bei Depressionen, chronischer Müdigkeit oder als Appetitanreger eingesetzt. Es erzeugt ein „Zerebrales High“, steigert Inspiration und Kreativität, fördert die Konzentration. Indica wird eher bei Schlafstörungen, Unruhe, Angstzuständen, Schmerzen eingesetzt.

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Warum ist Cannabis illegal?

Das Einheitsabkommen über Betäubungsmittel, das von fast allen Staaten der Welt ratifiziert wurde, legt fest, dass die Erzeugung, der Besitz und der Handel von Cannabis nahezu weltweit verboten sind. In einigen Ländern ist auch der Konsum illegal.

Eine geringe Menge für den eigenen Konsum ist in vielen Ländern illegal, aber nicht strafbar. Laut Betäubungsmittelgesetz ist es auch in Deutschland nicht strafbar, Cannabis zu konsumieren. Selbstschädigungen sind nach dem Gesetz nicht strafbar.

Allerdings sind der Anbau, die Herstellung, das Verschaffen, der Erwerb, der Besitz, die Ein-, Aus- und Durchfuhr, das Veräußern, das Abgeben, das Verabreichen und das Überlassen zum unmittelbaren Verbrauch gemäß Betäubungsmittelgesetz strafbar oder genehmigungspflichtig.

cannabis illegal
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In welchen Ländern ist Cannabis legal?

In vielen anderen Ländern ist der Besitz einer geringen Menge Cannabis für den Eigengebrauch erlaubt. Aber in jedem Land gelten verschiedene Mengen als gering.

1. In den Niederlanden sind Erwerb und Besitz geringer Mengen Cannabis (bis zu 5 Gramm) geduldet.
2. In Deutschland und Österreich ist der Konsum von Cannabis nicht strafbar, aber der Besitz und die Weitergabe.
3. In einigen Bundesstaaten der USA ist Cannabis legal.
4. Der Besitz, Erwerb und Konsum von Cannabis sind in Kanada für Personen ab 19 Jahren legal, wenn die außerhalb der eigenen Wohnung mitgeführte Menge 30 Gramm nicht übersteigt.
5. In Tschechien dürfen Erwachsene Cannabis zum „Eigenbedarf“ besitzen – bis zu 15 Gramm Marihuana.
6. In Frankreich wird der Konsum in Coffeeshops teilgeduldet.
7. In Uruguay dürfen Privatpersonen maximal sechs Cannabis-Pflanzen anbauen.

(Stand Juli 2021)

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Was ist ein Joint?

Ein Joint ist eine Haschisch-Zigarette. Er besteht aus einem zusammengerollten Stück Zigarettenpapier, welches mit Cannabis (0,3 – 2 Gramm) – Haschisch oder Marihuana – gefüllt ist. Am glimmenden Ende ist er etwas dicker. Wegen dieser trichterförmigen Form wird er auch oft „Tüte“ genannt. In Deutschland werden dem Cannabis meist Tabak oder Knaster (Kräuter, die man rauchen kann) beigemischt.

Häufig hat ein Joint am dünnen Ende ein eingearbeitetes Mundstück. Dieses gibt es auch als Filter mit Aktivkohle angereichert zu kaufen, um Schadstoffe nicht mit einzuatmen. Insgesamt gilt: je dicker ein Joint ist, desto heißer brennt er und desto weniger high-machender Wirkstoff THC tritt aus.

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Wie raucht man einen Joint?

Mit den Lippen wird das dünne Ende des Joints umfasst und daran gezogen. Je länger man zieht, desto mehr Rauch wird inhaliert. Danach setzt man den Joint ab und atmet durch den Mund ein, so dass der Rauch in die Lunge gelangt.

Ist ein Joint pur, besteht er nur aus Marihuana und nennt sich Blunt. Beim Blunt sollte man nicht zu große Züge nehmen, weil der Rauch sehr heiß ist. Bei den ersten Zügen am Joint müssen viele Anwender husten, man verspürt ein Kratzen im Hals, das später weniger wird. Der Rausch tritt nicht schneller ein, wenn man den Rauch lange in der Lunge hält.

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Was passiert, wenn man kifft?

Wenn Cannabis als Haschisch oder Marihuana geraucht wird, tritt die Wirkung zügig ein. Der Rauch gelangt in die Lunge, der Wirkstoff THC tritt von dort schnell ins Blut über. Bereits nach wenigen Minuten beginnt der Rausch. Die Wirkung des Joints variiert je nach der THC-Menge. Im Rausch beginnt eine Sensibilisierung aller Sinnesorgane. Viele fühlen sich entspannter, glücklicher, euphorischer. Schmerzen verschwinden oder werden gelindert. Ist die Wirkung zu stark, fühlen sich Kiffer benommen, können sich nicht mehr verständlich unterhalten, manche bekommen Herzrasen oder ihnen ist schlecht. Die Gedanken können verworren sein, es kann zu Ängsten oder Panikattacken, Schwere und Depression kommen.

was passiert beim kiffen
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Wie lange hält die Wirkung vom Kiffen an?

Wenn nach einigen Minuten die Wirkung des THC begonnen hat, erreicht die Cannabis-Wirkung nach rund 15 – 30 Minuten ihr Maximum. Innerhalb von 2 – 3 Stunden nach dem Kiffen klingt der Rausch wieder ab.
Zum Vergleich: Nach dem Essen eines Hasch-Kekses beginnt der Rausch erst nach etwa zwei Stunden und kann bis zu fünf Stunden anhalten.

Beim Rauchen von Cannabis kann man die Wirkung gut steuern. Merkt man z. B., dass der Rausch zu stark wird, kann man einfach aufhören zu rauchen. Soll der Rausch länger dauern, kann man nach einiger Zeit weiterkiffen und erneut am Joint ziehen.

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Welche Auswirkung kann Haschischkonsum haben?

Unmittelbare Auswirkungen von Haschischkonsum sind Müdigkeit, Schwindel, eine verwaschene Sprache, Mundtrockenheit und ein reduzierter Tränenfluss. Oft treten auch Denkstörungen auf, Aufmerksamkeit und Konzentration lassen nach.

Bei Überdosierung oder schwächerer körperlicher Konstitution können sich Psychosen ausbilden, es kann zu einem empfundenen Herzrasen kommen, Panik kann entstehen. Über längere Zeit kann Haschischkonsum zu chronischer Bronchitis oder psychischer Abhängigkeit führen, bei jungen Menschen sogar zu Gehirnveränderungen.

Im schlimmsten Fall, vor allem bei Missbrauch von Haschisch, treten Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Angstzustände oder sogar Schizophrenie auf. Studien weisen darauf hin, dass junge Menschen bis zu einem Alter von 17 Jahren doppelt so häufig von Auswirkungen des Hasch-Konsums auf die Psyche betroffen sind.

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Wie lange ist Cannabis nachweisbar?

Der Cannabis-Wirkstoff THC ist im Urin noch Tage, manchmal Wochen nach dem Konsum nachweisbar. Die Droge ist also eine Gefahr für kiffende Autofahrer, auch wenn der Rausch schon lange verflogen ist. Denn bei einer Kontrolle wird nicht geprüft, ob noch Verhaltensauffälligkeiten bestehen, sondern schlicht und einfach der THC-Gehalt im Urin gemessen. Auch bei Patienten im Rahmen einer Cannabistherapie können entsprechende Tests durchaus ein positives Ergebnis liefern.

Raucht man nur einen einzigen Joint, lässt sich THC noch 3 – 6 Tage nach dem Kiffen nachweisen. Bei regelmäßigem Konsum kann der Wirkstoff THC sogar noch bis zu zwei Monate lang im Urin nachgewiesen werden.

Im Blut ist der THC-Gehalt rund zwölf Stunden nach dem Konsum nicht mehr nachweisbar.

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Über welchen Zeitraum ist Cannabis im Urin nachweisbar?

Mit einem Urintest auf THC-Carbonsäure kann ein Cannabis-Nachweis sehr schnell und einfach erfolgen. Der Urintest ist daher das am häufigsten angewendete Verfahren. Der Cannabis-Wirkstoff THC ist im Urin noch Tage, manchmal Wochen nach dem Konsum nachweisbar.

-Raucht man nur einen einzigen Joint, lässt sich THC noch 3 – 6 Tage nach dem Kiffen nachweisen.
-Bei regelmäßigem und sehr langem Konsum kann der Wirkstoff THC, je nach Labor, sogar noch bis zu 2 Monate lang im Urin nachgewiesen werden.

Neben der Häufigkeit und Intensität des Konsums beeinflussen weitere Faktoren die Dauer des Abbaus von THC im Körper. Das sind z. B. die individuelle Stoffwechselrate, der Anteil an Körperfett, das Geschlecht und der Wasserhaushalt.

Im polizeilichen Bereich werden Schnelltestes mit Urin oder Speichel angewendet, um festzustellen, ob ein Fahrer Drogen konsumiert hat. Grundsätzlich liegt die Einschätzung, ob ein Patient im Rahmen einer Cannabistherapie fahrtüchtig bleibt, im Ermessen des behandelnden Arztes. Überschreitet ein Patient ohne Rücksprache mit seinem Arzt die verordnete Dosierung des entsprechenden Medikamentes, gilt diese Reglung nicht mehr. Im Zweifelsfall wird über die Fahrtüchtigkeit unter dem Einfluss einer Behandlung mit medizinischem Cannabis jedoch stets individuell entschieden.

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Wie lange ist Cannabis im Blut nachweisbar?

Der Wirkstoff THC, der in Cannabis enthalten ist, und besonders seine Abbauprodukte lassen sich im Blut sehr lange nachweisen. Der Körper metabolisiert THC sehr schnell über Zwischenschritte zu THC-Carbonsäure. Nach einigen Stunden lassen sich nur noch die Metabolite nachweisen. Diese haben jedoch eine wesentlich längere Halbwertszeit.

Faustregel: Der eigentliche, psychisch aktive Wirkstoff lässt sich rund 4 – 6 Stunden lang nachweisen. Dies ist abhängig von der Konsumhäufigkeit und der Menge. Wird die THC-Carbonsäure gemessen, ist das Testergebnis bei einmaligem Konsum für 1 – 3 Tage, bei mehrmaligem Konsum für 3 – 7 Tage und bei regelmäßigem Konsum über mehrere Wochen positiv.

Die meisten Marihuanasorten, die als Rauschmittel konsumiert werden, weisen einen THC-Gehalt von ungefähr 10 – 22 Prozent auf. Bei medizinischem Cannabis ist der THC-Gehalt häufig vergleichbar hoch.

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Wie lange sind Cannabinoide im Urin nachweisbar?

Cannabinoide sind fettlöslich. Sie werden vom menschlichen Körper über Wochen oder sogar Monate in Fettgewebe und Gehirn gespeichert.

Im Urin wird Cannabis vor allem als THC-9-Carbonsäure ausgeschieden. Diese macht zwischen 5 – 40 % der im Urin gefundenen Metabolite aus.

Der Cannabiswirkstoff THC kann meist noch mehrere Stunden nach dem letzten Konsum im Urin nachgewiesen werden. Je nach Dosierung ist das THC eines Joints durchschnittlich 7 – 12 Stunden lang im Blut nachweisbar, manchmal auch bis zu 27 Stunden lang.

Das verstoffwechselte Produkt, das THC-COOH, ist sogar noch mehrere Tage im Urin nachweisbar. Bei häufigem oder gar regelmäßigem Konsum können sich die Nachweiszeiten auf mehrere Tage bis zu drei Wochen verlängern.

Der Cannabis-Wirkstoff CBD ist meist nur 2 – 5 Tage im Urin nachweisbar. Bei häufigerer Anwendung können es hier jedoch auch mitunter 10 Tage sein.

cannabinoide nachweisbar
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